Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht von Stu­den­ten im Prak­ti­kum

Stu­den­ten eines dua­len Stu­di­en­gan­ges in Sie­gen unter­lie­gen wäh­rend ihrer betrieb­li­chen Aus­bil­dung der Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht. Dies ent­schied das Sozi­al­ge­richt Dort­mund im Fall von drei Stu­den­ten der Uni­ver­si­tät Sie­gen, die im Rah­men ihrer Aus­bil­dung zum Diplom-Inge­nieur für Elek­tro­tech­nik zwei jeweils 13-wöchi­ge Betriebs­prak­ti­ka zu absol­vie­ren haben.

Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht von Stu­den­ten im Prak­ti­kum

Die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung (DRV) Bund stell­te bei einer Betriebs­prü­fung in der aus­bil­den­den Maschi­nen­fa­brik die Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht der Stu­den­ten fest und for­der­te ent­spre­chen­de Bei­trä­ge i.H.v. 2700,- Euro nach. Die hier­ge­gen von der Fir­ma erho­be­ne Kla­ge blieb ohne Erfolg. Das Sozi­al­ge­richt bestä­tig­te die Auf­fas­sung der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund, dass die bei­gela­de­nen Stu­den­ten wäh­rend ihrer Pra­xis­pha­sen als Arbeit­neh­mer der Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht unter­lie­gen. Die Stu­den­ten wür­den im Rah­men betrieb­li­cher Berufs­aus­bil­dung beschäf­tigt. Die zu Grun­de lie­gen­de Prak­ti­kan­ten­ord­nung der Hoch­schu­le beschrei­be ledig­lich Min­dest­an­for­de­run­gen für die Aus­wahl und die Dau­er der prak­ti­schen Tätig­keit. Es han­de­le sich damit nicht um Tei­le des Stu­di­ums. Die Uni­ver­si­tät Sie­gen neh­me auf die Gestal­tung der Prak­ti­ka kei­nen Ein­fluss. So feh­le es an Rah­men­ver­trä­gen zwi­schen der Hoch­schu­le und dem aus­bil­den­den Betrieb. Da die Bei­gela­de­nen wäh­rend der Pra­xis­pha­sen der Fir­ma in vol­lem Umfang zur Ver­fü­gung stün­den, sei­en sie auch nach ihrem Erschei­nungs­bild kei­ne ver­si­che­rungs­frei­en Stu­den­ten. Sie sei­en in die Maschi­nen­fa­brik ein­ge­bun­den sowie wei­sungs­ge­bun­den und damit abhän­gig beschäf­tigt.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Urteil vom 18. April 2007 – S 10 RA 79/​04