Sport­wet­ten­re­gu­lie­rung in Deutsch­land – Ände­run­gen in Sicht?

Schon im Febru­ar 2016 ent­schied der EuGH, dass die aktu­el­le Regu­lie­rung für Sport­wet­ten rechts­wid­rig und dis­kri­mi­nie­rend ist. Doch auch wenn wir heu­te im 21. Jahr­hun­dert leben und die Digi­ta­li­sie­rung unse­ren All­tag bestimmt, hat sich an die­sem Urteil noch nichts geän­dert. Der aktu­el­le Glücks­spiel­staats­ver­trag schließt die Dienst­leis­tungs­frei­heit der EU aus und schränkt durch die Ver­wei­ge­rung von Lizenz­ver­ga­ben Sport­wet­ten-Anbie­ter aus. Wirk­lich "frei" ist nur die "staat­lich regu­lier­te" Abga­be von Sport­wet­ten, die sich in Deutsch­land expli­zit auf ODDSET bezieht. Auch wenn Wett­bü­ros wie Tipi­co längst die Bil­der von Groß­städ­ten bestim­men, wer­den sie vom deut­schen Sport­wet­ter nur bedingt genutzt.

Sport­wet­ten­re­gu­lie­rung in Deutsch­land – Ände­run­gen in Sicht?

Eine Ände­rung in Bezug auf Online Sport­wet­ten ist über­fäl­lig

Das Leben fin­det heu­te zu gro­ßen Tei­len im Inter­net statt. Doch wenn es um die Plat­zie­rung von Sport­wet­ten geht, bege­ben sich Bun­des­bür­ger auf ille­ga­les Ter­rain. Denn nur in loka­len Wett­bü­ros dür­fen Sport­wet­ten plat­ziert und der Gewinn abge­holt wer­den. Wer im Inter­net wet­tet und von den grund­sätz­lich bes­se­ren Quo­ten pro­fi­tie­ren möch­te, muss mit Pro­ble­men durch das Finanz­amt rech­nen. Auch wenn die Sport­wet­ten-Anbie­ter, wie es im Regel­fall üblich ist jeg­li­che Sport­wett­steu­er abfüh­ren, wet­ten Kun­den den­noch nicht ohne das Risi­ko der "Grau­zo­ne" und die damit ver­bun­de­nen Pro­ble­me. Seit eini­ger Zeit sind die Bun­des­län­der am Zug und möch­ten die Geset­ze für Sport­wet­ten wan­deln. Jeder als legal ein­ge­stuf­te Anbie­ter muss über eine Lizenz ver­fü­gen und die Wett­steu­ern abfüh­ren. Nach jah­re­lan­gen Strei­tig­kei­ten sind sich 16 Bun­des­län­der einig und sehen die Locke­rung des Mark­tes als längst über­fäl­lig an.

Womit kön­nen pri­va­te Wett­an­bie­ter rech­nen?

Pri­va­te Wett­an­bie­ter kön­nen zukünf­tig auf­at­men, sofern sie sich nach den euro­päi­schen Richt­li­ni­en für die Auf­klä­rung zur Spiel­sucht und den Schutz von Jugend­li­chen rich­ten. Ab Janu­ar 2020 sol­len alle seriö­sen pri­va­ten Wett­an­bie­ter eine gül­ti­ge Lizenz erhal­ten und anschlie­ßend auch Sport­wet­ten im Web anbie­ten dür­fen. Ob es dazu kommt, ist nach wie vor offen. Wie aus der Ver­gan­gen­heit bekannt ist, kann es im letz­ten Moment zu einem Stopp der Locke­rung und damit zu einem Aus­blei­ben der Lizenz­ver­ga­be kom­men. Die in 2011 benann­te Ober­gren­ze von 20 Wett­an­bie­tern hat bereits gezeigt, dass das Kon­zept zur Sport­wet­ten­re­gu­lie­rung in Deutsch­land noch lan­ge nicht aus­ge­reift ist. Es ist offen­sicht­lich, dass eine poli­ti­sche Ent­schei­dung mit ein­heit­li­cher Aus­rich­tung wei­ter auf sich war­ten lässt. Ob es jemals zu einer wirk­li­chen Zulas­sung pri­va­te Wett­an­bie­ter auf dem Online­markt kommt, steht selbst eini­ge Jah­re nach dem Refe­renz­mo­dell Schles­wig-Hol­stein noch in den Ster­nen.

Ver­bo­te ändern nichts an der Tat­sa­che

Deutsch­lands Sport­wet­ter wer­den grund­los kri­mi­na­li­siert. Dass die Quo­ten bei Online Wett­an­bie­tern bes­ser als bei ODDSET sind, ist bekannt. Es gibt also kei­nen Grund für pas­sio­nier­te Wet­ter, sich nicht im Inter­net zu ori­en­tie­ren und die höhe­ren Quo­ten zu bevor­zu­gen. Anbie­ter wie wettbonus360.com hel­fen dabei, auf dem Markt der Wett­an­bie­ter die Über­sicht zu behal­ten.

Dem deut­schen Staat ent­ge­hen durch die­sen eng­stir­ni­gen Blick aus Ver­bo­ten und Regu­la­ri­en jähr­lich jede Men­ge Steu­ern, die in Deutsch­land zuge­las­se­ne Wett­an­bie­ter auto­ma­tisch ent­rich­ten müss­ten. So kon­zen­trie­ren sich Sport­wet­ter auf den aus­län­di­schen Markt und bevor­zu­gen bei­spiels­wei­se Anbie­ter mit Lizen­zen auf Mal­ta. Online Anbie­ter wei­sen auf die Über­nah­me der Wett­steu­er hin und füh­ren den Wet­ter damit aus der Ille­ga­li­tät in die Grau­zo­ne. Erwach­se­ne Men­schen soll­ten selbst ent­schei­den, ob und wo sie wet­ten oder ob sie gene­rell auf Glücks­spiel ver­zich­ten. Eine Vor­ga­be von staat­li­cher Sei­te durch die Ein­stu­fung in den "grau­en Bereich" und die damit ver­bun­de­ne Kri­mi­na­li­sie­rung von Sport­wet­tern ist kei­ne Lösung, wenn es um erwach­se­ne Men­schen und deren Ent­schei­dungs­frei­heit geht.

Neu­re­gu­lie­rung für den Online­markt ist wich­tig

Nicht nur die hohen Quo­ten, son­dern auch die Ein­fach­heit der Plat­zie­rung von Sport­wet­ten im Inter­net führt zu kon­ti­nu­ier­lich hohem Inter­es­se. Wäh­rend Sie in loka­len Wett­bü­ros war­ten und sich "outen" müs­sen, kön­nen Sie im Web anonym wet­ten und sich den Bli­cken Ihrer Nach­barn und Arbeits­kol­le­gen ent­zie­hen. Auch wenn die Sport­wet­te eine gän­gi­ge und nicht ille­ga­le Wet­te ist, ist ihre Akzep­tanz in der Gesell­schaft noch nicht voll­stän­dig ange­kom­men. Das könn­te sich mit einer Frei­ga­be der Online­märk­te und mit einer poli­ti­schen Ent­schei­dung für die Lega­li­sie­rung von Inter­net­an­bie­tern für Sport­wet­ten dau­er­haft ändern.