Tag der Menschenrechte

Heute, am 10. Dezember, wird weltweit der Tag der Menschenrechte gefeiert. Diesen Tag hat man gewählt, da am 10. Dezember 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet worden ist. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist zwar kein verbindlicher völkerrechtlicher Vertrag, aber viele der dort aufgenommenen Rechte sind später in einzelnen Menschenrechtsabkommen oder Menschenrechtsübereinkommen der Vereinten Nationen doch noch verbindlich festgelegt worden. Darüber hinaus hat sich ein Großteil der Bestimmungen in der Menschenrechtserklärung zu Völkergewohnheitsrecht entwickelt.

Tag der Menschenrechte

Doch gibt es etwas zu feiern? Natürlich ist in vielen Bereichen die Beachtung der Menschenrechte nicht nur gesetzlich festgeschrieben, sondern größtenteils auch in die Praxis umgesetzt worden. Doch man sollte gerade an solch einem Feier- bzw. Gedenktag nicht außer Acht lassen, dass noch längst nicht Alles erreicht ist: Allen Menschen stehen unabhängig von Herkunft Geschlecht, Religion oder Alter diese Rechte zwar zu, aber in der Realität existieren sehr wohl Unterschiede. Bis heute wird den Frauen nicht überall auf der Welt das Recht zu wählen zuerkannt. Genauso gibt es immer noch in leitenden Führungspositionen und Vorstandsetagen unterdurchschnittlich wenig Frauen. Von gleicher Bezahlung kann vielfach auch nicht die Rede sein. Besonderer Aufmerksamkeit ist den Frauenrechten durch die Verabschiedung der Frauenrechtskonvention zuteil geworden. Dort sind die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankerten Frauenrechte noch einmal ausführlich und verbindlich festgelegt worden.

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Ungleichbehandlung und Diskriminierung ist aber nicht nur in Bezug auf Frauen sondern ebenfalls in anderen Bereichen immer noch aktuell. Die Ausgrenzung von Minderheiten wie zugewanderten Asylbewerbern, Menschen mit Behinderungen, Kindern und Jugendlichen oder auch finanziell Minderbemittelten ist in Deutschland noch Thema. Trotz Errungenschaften wie der freien Wahl, Religions- und Meinungsfreiheit usw. ist z.B. auf dem Gebiet der Chancengleichheit noch Einiges zu tun (Inklusion). Schauen wir zurück, darf Deutschland stolz sein auf die Verankerung der Menschenrechte in die Gesellschaft. Beim Blick nach vorne zeigt sich aber, dass in vielen Bereichen noch Verbesserungen wünschenswert sind.

Frage: Ist es Zufall, dass gerade am heutigen Tag die Gedenkfeier für den verstorbenen Nelson Mandela stattfindet? U.A. hat er sich für die Abschaffung der Apartheid in Südafrika eingesetzt und damit die dortigen Menschenrechtsverletzungen wie Rassendiskriminierung, Ungleichbehandlung und Verletzung der Freiheitsrechte angeprangert. Für seinen Einsatz hat er 1993 zusammen mit dem Staatspräsidenten von Südafrika Frederik Willem de Klerk den Friedensnobelpreis erhalten – der übrigens auch am 10. Dezember (Todestag von Alfred Nobel) verliehen wird.

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