Tau­ben füt­tern

Ein von einer Gemein­de ange­ord­ne­tes all­ge­mei­nes Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot steht nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm im Ein­klang mit Ver­fas­sungs­recht. Das Ober­lan­des­ge­richt hat damit ein Urteil des Amts­ge­richts Hagen, das wegen uner­laub­ter Tau­ben­füt­te­rung eine Geld­bu­ße in Höhe von 20,00 Euro ver­hängt hat­te, in zwei­ter Instanz bestä­tigt.

Tau­ben füt­tern

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts ver­stößt ein kom­mu­na­les Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot weder gegen die im Grund­ge­setz ver­an­ker­te Staats­ziel­be­stim­mung des Tier­schut­zes noch gegen Grund­rech­te. Das Füt­tern von Tau­ben als eine das Wohl­be­fin­den von Tie­ren unter­stüt­zen­de Äuße­rungs­form von Tier­lie­be kann bei Vor­lie­gen ver­nünf­ti­ger Grün­de nach Maß­ga­be des Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­grund­sat­zes durch staat­li­che Maß­nah­men beschränkt wer­den. Ein Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot einer Gemein­de wahrt die­sen ver­fas­sungs­recht­lich zu beach­ten­den Rah­men: In gro­ßen Scha­ren auf­tre­ten­de Tau­ben kön­nen nicht nur Schä­den an Gebäu­den und an ande­ren Gegen­stän­den ver­ur­sa­chen, son­dern durch Ver­un­rei­ni­gun­gen auch zu per­sön­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen von Men­schen füh­ren. Ein Füt­te­rungs­ver­bot stellt dem­ge­gen­über einen nur sehr begrenz­ten Ein­griff in die Frei­heit der Aus­übung von Tier­lie­be dar, wel­cher durch das inso­weit über­wie­gen­de Inter­es­se der All­ge­mein­heit gerecht­fer­tigt ist.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Beschluss vom 22.02.2007 – 2 Ss OWi 836/​06