Unfall­ver­si­che­rungs­schutz für nicht regis­trier­te Gast­hö­re

Ein Ver­si­che­rungs­schutz in der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung als Stu­die­ren­der besteht nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Rhein­land-Pfalz nicht für eine Per­son, die ledig­lich eine Uni­ver­si­täts­ver­an­stal­tung besucht, ohne als Stu­dent imma­tri­ku­liert oder von der Uni­ver­si­tät in ande­rer Form, etwa als Gast­hö­rer, offi­zi­ell regis­triert zu sein.

Unfall­ver­si­che­rungs­schutz für nicht regis­trier­te Gast­hö­re

Das Erfor­der­nis einer for­ma­len Bezie­hung zwi­schen Hoch­schu­le und Teil­neh­mern an einer Ver­an­stal­tung der Uni­ver­si­tät ergibt sich sowohl aus dem Gesamt­kon­text der gesetz­li­chen Rege­lung, wonach in ande­ren Berei­chen eben­falls an eine sol­che for­ma­le Bezie­hung ange­knüpft wird, als auch aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te. Die Ein­be­zie­hung der Stu­die­ren­den in die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung erfolg­te auf­grund eines Ver­gleichs mit Per­so­nen, die eine beruf­li­che Aus- oder Fort­bil­dung absol­vier­ten. Die­se Beto­nung der Gleich­be­hand­lung spricht dafür, kei­ne gerin­ge­ren Anfor­de­run­gen an die Stu­die­ren­den­ei­gen­schaft zu stel­len, als bei Kin­dern in Tages­ein­rich­tun­gen, Schü­lern und Aus­zu­bil­den­den, die eben­falls in einer for­ma­len Bezie­hung zur jewei­li­gen Ein­rich­tung bzw. dem jewei­li­gen Betrieb ste­hen müs­sen, um den Ver­si­che­rungs­schutz zu haben.

Im ent­schie­de­nen Fall hat­te die Klä­ge­rin im Zeit­raum, in dem ein tät­li­cher Angriff auf ihre Per­son auf dem Weg von der Uni­ver­si­tät nach Hau­se statt­fand, zwar ein Pro­se­mi­nar und eine Vor­le­sung besucht, war aber weder imma­tri­ku­liert noch als Gast­hö­re­rin förm­lich regis­triert gewe­sen. Der Besuch der Lehr­ver­an­stal­tun­gen war für die Klä­ge­rin frei­wil­lig. Dies genüg­te nicht, um die vom Gesetz gefor­der­te for­ma­le Bezie­hung zwi­schen Hoch­schu­le und Klä­ge­rin zu begrün­den.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 14. Juli 2011 – L 5 U 240/​10