Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – und die erfor­der­li­che Gefähr­lich­keits­pro­gnos­se

Die grund­sätz­lich unbe­fris­te­te Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus gemäß § 63 StGB ist eine außer­or­dent­lich belas­ten­de Maß­nah­me. Sie setzt neben der siche­ren Fest­stel­lung min­des­tens einer im Zustand der Schuld­un­fä­hig­keit (§ 20 StGB) oder der erheb­lich ver­min­der­ten Schuld­fä­hig­keit (§ 21 StGB) began­ge­nen Anlass­tat vor­aus, dass der Täter infol­ge sei­nes fort­dau­ern­den Zustan­des in Zukunft erheb­li­che rechts­wid­ri­ge Taten bege­hen wird, die schwe­re Stö­run­gen des Rechts­frie­dens besor­gen las­sen.

Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – und die erfor­der­li­che Gefähr­lich­keits­pro­gnos­se

Die dazu not­wen­di­ge Pro­gno­se ist auf der Grund­la­ge einer umfas­sen­den Wür­di­gung der Per­sön­lich­keit des Täters, sei­nes Vor­le­bens und der von ihm began­ge­nen Anlasstat(en) zu ent­wi­ckeln.

Dabei sind an die Dar­le­gun­gen umso höhe­re Anfor­de­run­gen zu stel­len, je mehr es sich bei dem zu beur­tei­len­den Sach­ver­halt um einen Grenz­fall han­delt [1].

Des­wei­te­ren ist zu beach­ten, dass § 63 StGB durch das Gesetz zur Novel­lie­rung des Rechts der Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus gemäß § 63 des Straf­ge­setz­buchs und zur Ände­rung ande­rer Vor­schrif­ten vom 08.07.2016 [2] mit Wir­kung zum 1.08.2016 neu gefasst wor­den ist und die­se Neu­fas­sung gemäß § 2 Abs. 6 StGB Anwen­dung fin­det [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. März 2017 – 2 StR 557/​16

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 10.05.2016 – 4 StR 185/​16, StV 2016, 719, 720; und vom 28.01.2016 – 3 StR 521/​15, NStZ-RR 2016, 135[]
  2. BGBl. I 2016 S. 1610[]
  3. vgl. BT-Drs. 18/​7244, S. 41; BGH, Beschluss vom 07.12 2016 – 4 StR 500/​16 mwN[]