Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst

An den Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst im Sin­ne von § 2 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 2 UrhG sind grund­sätz­lich kei­ne ande­ren Anfor­de­run­gen zu stel­len als an den Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der zweck­frei­en bil­den­den Kunst oder des lite­ra­ri­schen und musi­ka­li­schen Schaf­fens. Es genügt daher, dass sie eine Gestal­tungs­hö­he errei­chen, die es nach Auf­fas­sung der für Kunst emp­fäng­li­chen und mit Kunst­an­schau­un­gen eini­ger­ma­ßen ver­trau­ten Krei­se recht­fer­tigt, von einer "künst­le­ri­schen" Leis­tung zu spre­chen. Es ist dage­gen nicht erfor­der­lich, dass sie die Durch­schnitts­ge­stal­tung deut­lich über­ra­gen 1.

Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst

Bei der Beur­tei­lung, ob ein Werk der ange­wand­ten Kunst die für einen Urhe­ber­rechts­schutz erfor­der­li­che Gestal­tungs­hö­he erreicht, ist zu berück­sich­ti­gen, dass die ästhe­ti­sche Wir­kung der Gestal­tung einen Urhe­ber­rechts­schutz nur begrün­den kann, soweit sie nicht dem Gebrauchs­zweck geschul­det ist, son­dern auf einer künst­le­ri­schen Leis­tung beruht. Dar­über hin­aus ist zu beach­ten, dass eine zwar Urhe­ber­rechts­schutz begrün­den­de, gleich­wohl aber gerin­ge Gestal­tungs­hö­he zu einem ent­spre­chend engen Schutz­be­reich des betref­fen­den Wer­kes führt.

Der Anspruch auf Zah­lung einer (wei­te­ren) ange­mes­se­nen Ver­gü­tung nach § 36 Abs. 1 UrhG aF oder § 32 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2 Satz 2 UrhG und § 32a Abs. 1 Satz 1 UrhG ist bei der Ver­wer­tung eines Wer­kes der ange­wand­ten Kunst, das einem Geschmacks­mus­ter­schutz zugäng­lich ist und die Durch­schnitts­ge­stal­tung nicht deut­lich über­ragt, nicht für Ver­wer­tungs­hand­lun­gen begrün­det, die bis zum Inkraft­tre­ten des Geschmacks­mus­ter­re­form­ge­set­zes vom 12.03.2004 am 1. Juni 2004 vor­ge­nom­men wor­den

Die Klä­ge­rin in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall ist selb­stän­di­ge Spiel­wa­ren­de­si­gne­rin. Die Beklag­te stellt Spiel­wa­ren her und ver­treibt sie. Die Klä­ge­rin zeich­ne­te für die Beklag­te im Jahr 1998 unter ande­rem Ent­wür­fe für einen Zug aus Holz, auf des­sen Wag­gons sich Ker­zen und Zif­fern auf­ste­cken las­sen ("Geburts­tags­zug"). Dafür erhielt sie ein Hono­rar von 400 DM. Die Klä­ge­rin ist der Ansicht, bei ihren Ent­wür­fen han­de­le es sich um urhe­ber­recht­lich geschütz­te Wer­ke. Die ver­ein­bar­te Ver­gü­tung sei – jeden­falls ange­sichts des gro­ßen Ver­kaufs­er­folgs des Geburts­tags­zugs – zu gering. Sie nimmt die Beklag­te des­halb auf Zah­lung einer (wei­te­ren) ange­mes­se­nen Ver­gü­tung in Anspruch.

Die Kla­ge ist in den Vor­in­stan­zen vor dem Land­ge­richt Lübeck 2 und dem Ober­lan­des­ge­richt Schles­wig 3 ohne Erfolg geblie­ben. Das Ober­lan­des­ge­richt hat in sei­nem Beru­fungs­ur­teil ange­nom­men, die von der Klä­ge­rin ange­fer­tig­ten Ent­wür­fe sei­en urhe­ber­recht­lich nicht geschützt. Nach der her­ge­brach­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs sei­en bei Wer­ken der ange­wand­ten Kunst, soweit sie einem Geschmacks­mus­ter­schutz zugäng­lich sei­en, höhe­re Anfor­de­run­gen an die für einen urhe­ber­recht­li­chen Schutz erfor­der­li­che Gestal­tungs­hö­he zu stel­len als bei Wer­ken der zweck­frei­en Kunst. Die Ent­wür­fe der Klä­ge­rin genüg­ten die­sen Anfor­de­run­gen nicht. Auf die Revi­si­on der Klä­ge­rin hat der Bun­des­ge­richts­hof das Beru­fungs­ur­teil auf­ge­ho­ben und die Sache zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Ober­lan­des­ge­richt Schles­wig zurück­ver­wie­sen, soweit das Ober­lan­des­ge­richt Schles­wig einen Anspruch auf Zah­lung einer (wei­te­ren) ange­mes­se­nen Ver­gü­tung in Bezug auf Ver­wer­tungs­hand­lun­gen, die nach dem 1. Juni 2004 vor­ge­nom­men wor­den sind, abge­lehnt hat.

In sei­ner frü­he­ren Recht­spre­chung hat­te der Bun­des­ge­richts­hof die höhe­ren Anfor­de­run­gen an die Gestal­tungs­hö­he von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst, die einem Geschmacks­mus­ter­schutz zugäng­lich sind, damit begrün­det, dass für sol­che Wer­ke der ange­wand­ten Kunst mit dem Geschmacks­mus­ter­recht ein dem Urhe­ber­recht wesens­glei­ches Schutz­recht zur Ver­fü­gung ste­he. Da sich bereits die geschmacks­mus­ter­schutz­fä­hi­ge Gestal­tung von der nicht geschütz­ten Durch­schnitts­ge­stal­tung abhe­ben müs­se, sei für die Urhe­ber­rechts­schutz­fä­hig­keit ein noch wei­te­rer Abstand, das heißt ein deut­li­ches Über­ra­gen der Durch­schnitts­ge­stal­tung zu for­dern.

An die­ser Recht­spre­chung kann – so der Bun­des­ge­richts­hof – im Blick auf die Reform des Geschmacks­mus­ter­rechts im Jahr 2004 nicht fest­ge­hal­ten wer­den. Durch die­se Reform ist mit dem Geschmacks­mus­ter­recht ein eigen­stän­di­ges gewerb­li­ches Schutz­recht geschaf­fen und der enge Bezug zum Urhe­ber­recht besei­tigt wor­den. Ins­be­son­de­re setzt der Schutz als Geschmacks­mus­ter nicht mehr eine bestimm­te Gestal­tungs­hö­he, son­dern die Unter­schied­lich­keit des Mus­ters vor­aus. Da zudem Geschmacks­mus­ter­schutz und Urhe­ber­rechts­schutz sich nicht aus­schlie­ßen, son­dern neben­ein­an­der bestehen kön­nen, recht­fer­tigt der Umstand, dass eine Gestal­tung dem Geschmacks­mus­ter­schutz zugäng­lich ist, es nicht, ihr den Urhe­ber­rechts­schutz zu ver­sa­gen oder von beson­de­ren Vor­aus­set­zun­gen abhän­gig zu machen. An den Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst sind des­halb – so der Bun­des­ge­richts­hof – grund­sätz­lich kei­ne ande­ren Anfor­de­run­gen zu stel­len als an den Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der zweck­frei­en bil­den­den Kunst oder des lite­ra­ri­schen und musi­ka­li­schen Schaf­fens. Es genügt daher, dass sie eine Gestal­tungs­hö­he errei­chen, die es nach Auf­fas­sung der für Kunst emp­fäng­li­chen und mit Kunst­an­schau­un­gen eini­ger­ma­ßen ver­trau­ten Krei­se recht­fer­tigt, von einer "künst­le­ri­schen" Leis­tung zu spre­chen. Dies gilt auch für die im Jahr 1998 ange­fer­tig­ten Ent­wür­fe der Klä­ge­rin. Die Klä­ge­rin hat aller­dings nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs kei­nen Anspruch auf Ver­gü­tung, soweit die Beklag­te ihre Ent­wür­fe vor dem Inkraft­tre­ten des Geschmacks­mus­ter­re­form­ge­set­zes am 1. Juni 2004 ver­wer­tet hat. Bis zu die­sem Zeit­punkt durf­te die Beklag­te im Blick auf die her­ge­brach­te Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs dar­auf ver­trau­en, wegen einer Ver­wer­tung die­ser Ent­wür­fe nicht auf Zah­lung einer (wei­te­ren) ange­mes­se­nen Ver­gü­tung in Anspruch genom­men zu wer­den.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Sache an das Ober­lan­des­ge­richt Schles­wig zurück­ver­wie­sen, das zu prü­fen haben wird, ob von der Klä­ge­rin ent­wor­fe­nen Spiel­wa­ren den gerin­ge­ren Anfor­de­run­gen genü­gen, die nun­mehr an die Gestal­tung­hö­he von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst zu stel­len sind.

Kein Urhe­ber­rechts­schutz als Dar­stel­lun­gen tech­ni­scher Art

Die von der Klä­ge­rin gel­tend gemach­ten Ansprü­che sind nicht begrün­det, soweit sie dar­auf gestützt sind, dass es sich bei den in Rede ste­hen­den Zeich­nun­gen um urhe­ber­recht­lich geschütz­te Dar­stel­lun­gen tech­ni­scher Art im Sin­ne von § 2 Abs. 1 Nr. 7, Abs. 2 UrhG han­de­le.

Die Klä­ge­rin macht gegen die Beklag­te einen Anspruch auf Zah­lung einer (wei­te­ren) ange­mes­se­nen Ver­gü­tung gel­tend, den sie auf § 36 Abs. 1 UrhG aF sowie auf § 32 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2 Satz 2 UrhG und § 32a Abs. 1 Satz 1 UrhG stützt. Ein sol­cher Anspruch setzt zunächst vor­aus, dass der Urhe­ber einem ande­ren ein Nut­zungs­recht an einem Werk ein­ge­räumt hat. Er setzt wei­ter vor­aus, dass ent­we­der die ver­ein­bar­te Ver­gü­tung im Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses nicht dem ent­spricht, was im Geschäfts­ver­kehr nach Art und Umfang der ein­ge­räum­ten Nut­zungs­mög­lich­keit übli­cher- und red­li­cher­wei­se zu leis­ten ist (§ 32 Abs. 1 Satz 3 UrhG), oder die ver­ein­bar­te Gegen­leis­tung in einem gro­ben bzw. auf­fäl­li­gen Miss­ver­hält­nis zu den Erträg­nis­sen bzw. den Erträ­gen und Vor­tei­len aus der Nut­zung des Wer­kes steht (§ 36 Abs. 1 UrhG aF bzw. § 32a Abs. 1 Satz 1 UrhG).

Die Klä­ge­rin trägt zur Begrün­dung des gel­tend gemach­ten Anspruchs vor, die in Rede ste­hen­den Zeich­nun­gen sei­en als Dar­stel­lun­gen tech­ni­scher Art im Sin­ne von § 2 Abs. 1 Nr. 7, Abs. 2 UrhG urhe­ber­recht­lich geschützt; die ver­ein­bar­te Ver­gü­tung sei – jeden­falls ange­sichts des gro­ßen Ver­kaufs­er­folgs der Arti­kel – zu gering. Damit ist der gel­tend gemach­te Anspruch bereits nicht schlüs­sig dar­ge­legt. Dabei kann offen­blei­ben, ob die in Rede ste­hen­den Zeich­nun­gen als Dar­stel­lun­gen tech­ni­scher Art im Sin­ne von § 2 Abs. 1 Nr. 7, Abs. 2UrhG urhe­ber­recht­lich geschützt sind und die Klä­ge­rin der Beklag­ten die ent­spre­chen­den Nut­zungs­rech­te ein­ge­räumt hat. Der Ver­kauf von nach den Ent­wür­fen der Klä­ge­rin her­ge­stell­ten Arti­keln stellt jeden­falls kei­ne Nut­zung die­ser Ent­wür­fe als Dar­stel­lun­gen tech­ni­scher Art dar.

Bei einer Dar­stel­lung tech­ni­scher Art genießt allein die Form der Dar­stel­lung urhe­ber­recht­li­chen Schutz, nicht dage­gen deren Inhalt 4. Die Bestim­mung des § 2 Abs. 1 Nr. 7 UrhG gewährt Schutz allein gegen die Ver­wer­tung der Dar­stel­lung, nicht aber gegen die Ver­wer­tung des Dar­ge­stell­ten. Dar­in liegt, wie das Ober­lan­des­ge­richt Schles­wig mit Recht ange­nom­men hat, der Unter­schied zum urhe­ber­recht­li­chen Schutz des Ent­wurfs eines Wer­kes der bil­den­den Kunst nach § 2 Abs. 1 Nr. 4 UrhG, der sich auf die Aus­füh­rung die­ses Ent­wurfs erstreckt. Die Klä­ge­rin nimmt die Beklag­te allein im Blick auf den Ver­trieb von nach ihren Ent­wür­fen her­ge­stell­ten Spiel­wa­ren in Anspruch.

Auch die von der Klä­ge­rin zur Vor­be­rei­tung eines bezif­fer­ten Zah­lungs­an­spruchs erho­be­nen Ansprü­che auf Aus­kunfts­er­tei­lung und Rech­nungs­le­gung sind danach nicht begrün­det, soweit sie auf ein Recht an den Zeich­nun­gen als Dar­stel­lun­gen tech­ni­scher Art im Sin­ne von § 2 Abs. 1 Nr. 7, Abs. 2 UrhG gestützt sind.

Urhe­ber­rechts­schutz als Ent­wür­fe von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst

Dage­gen kann nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs ein urhe­ber­recht­li­cher Schutz der Zeich­nun­gen als Ent­wür­fe von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst im Sin­ne von § 2 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 2 UrhG nicht ver­neint wer­den und kön­nen die von der Klä­ge­rin erho­be­nen Ansprü­che nicht abge­lehnt wer­den.

Nach § 2 Abs. 1 Nr. 4 UrhG gehö­ren Wer­ke der bil­den­den Kunst ein­schließ­lich der Wer­ke der Bau­kunst und der ange­wand­ten Kunst und Ent­wür­fe sol­cher Wer­ke zu den urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Wer­ken, sofern sie nach § 2 Abs. 2 UrhG per­sön­li­che geis­ti­ge Schöp­fun­gen sind. Soweit die Rege­lung des § 2 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 2 UrhG auch Ent­wür­fe sol­cher Wer­ke schützt, ent­spricht sie dem all­ge­mei­nen Grund­satz, dass auch Vor­stu­fen eines Wer­kes geschützt sind, sofern sie eine per­sön­li­che geis­ti­ge Schöp­fung dar­stel­len 5. Eine per­sön­li­che geis­ti­ge Schöp­fung ist eine Schöp­fung indi­vi­du­el­ler Prä­gung, deren ästhe­ti­scher Gehalt einen sol­chen Grad erreicht hat, dass nach Auf­fas­sung der für Kunst emp­fäng­li­chen und mit Kunst­an­schau­un­gen eini­ger­ma­ßen ver­trau­ten Krei­se von einer "künst­le­ri­schen" Leis­tung gespro­chen wer­den kann 6.

Die von der Klä­ge­rin ent­wor­fe­nen Spiel­wa­ren die­nen einem Gebrauchs­zweck und sind daher dem Bereich der ange­wand­ten Kunst und nicht dem der zweck­frei­en ("rei­nen") Kunst zuzu­rech­nen 7.

Das Ober­lan­des­ge­richt Schles­wig ist zwar mit Recht davon aus­ge­gan­gen, dass nach der her­ge­brach­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs bei Wer­ken der ange­wand­ten Kunst höhe­re Anfor­de­run­gen an die Gestal­tungs­hö­he (den Grad des ästhe­ti­schen Gehalts) eines Wer­kes zu stel­len sind als bei Wer­ken der zweck­frei­en Kunst. Es hat auch zutref­fend ange­nom­men, dass die von der Klä­ge­rin ange­fer­tig­ten Zeich­nun­gen danach kei­nen Urhe­ber­rechts­schutz als Ent­wür­fe von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst genie­ßen. Die Revi­si­on rügt jedoch mit Recht, dass das Ober­lan­des­ge­richt Schles­wig ange­nom­men hat, eine mög­li­cher­wei­se erfor­der­li­che Ände­rung die­ser Recht­spre­chung betref­fe nicht den hier in Rede ste­hen­den Zeit­raum.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist bei Wer­ken der zweck­frei­en bil­den­den Kunst – eben­so wie im Bereich des lite­ra­ri­schen und musi­ka­li­schen Schaf­fens – die soge­nann­te klei­ne Mün­ze aner­kannt, die ein­fa­che Schöp­fun­gen umfasst. Dage­gen ist bei Wer­ken der ange­wand­ten Kunst, soweit sie einem Geschmacks­mus­ter­schutz zugäng­lich sind, ein deut­li­ches Über­ra­gen der Durch­schnitts­ge­stal­tung gefor­dert. Dies wird damit begrün­det, dass zwi­schen dem Urhe­ber­recht und dem Geschmacks­mus­ter­recht kein Wesens­un­ter­schied, son­dern nur ein gra­du­el­ler Unter­schied bestehe. Da sich bereits die geschmacks­mus­ter­schutz­fä­hi­ge Gestal­tung von der nicht geschütz­ten Durch­schnitts­ge­stal­tung – dem rein Hand­werks­mä­ßi­gen und All­täg­li­chen – abhe­ben müs­se, sei für die Urhe­ber­rechts­schutz­fä­hig­keit ein noch wei­te­rer Abstand, das heißt ein deut­li­ches Über­ra­gen der Durch­schnitts­ge­stal­tung zu for­dern. Für den Urhe­ber­rechts­schutz sei danach ein höhe­rer schöp­fe­ri­scher Eigen­tüm­lich­keits­grad als bei nur geschmacks­mus­ter­fä­hi­gen Gegen­stän­den zu ver­lan­gen, wobei die Gren­ze zwi­schen bei­den nicht zu nied­rig ange­setzt wer­den dür­fe 8.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat im Urteil "Seil­zir­kus" offen­ge­las­sen, ob nach der Neu­ge­stal­tung des Geschmacks­mus­ter­rechts durch das Geschmacks­mus­ter­re­form­ge­setz vom 12.03.2004 und im Blick auf die euro­päi­sche Urhe­ber­rechts­ent­wick­lung dar­an fest­zu­hal­ten ist, dass bei Wer­ken der ange­wand­ten Kunst höhe­re Anfor­de­run­gen an die Gestal­tungs­hö­he eines Wer­kes zu stel­len sind als bei Wer­ken der zweck­frei­en Kunst 9. Die­se Fra­ge war in jenem Rechts­streit nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich, da bereits nicht ange­nom­men wer­den konn­te, dass es sich bei den dort in Rede ste­hen­den Gestal­tun­gen um Schöp­fun­gen indi­vi­du­el­ler Prä­gung han­del­te 10.

Das Ober­lan­des­ge­richt Schles­wig hat zu Unrecht ange­nom­men, die­se Fra­ge kön­ne auch im vor­lie­gen­den Rechts­streit offen­blei­ben, weil für die Beur­tei­lung des Urhe­ber­rechts­schut­zes der in den Jah­ren 1998 bis 2002 gefer­tig­ten Ent­wür­fe der Klä­ge­rin die in jenen Jah­ren gel­ten­de Rechts­la­ge maß­geb­lich sei. Der Bun­des­ge­richts­hof habe die Fra­ge, ob er an sei­ner Recht­spre­chung festhalte,ausschließlich im Blick auf die Reform des Geschmacks­mus­ter­rechts im Jahr 2004 auf­ge­wor­fen. Es gebe kei­nen Grund, eine aus Anlass die­ser Reform mög­li­cher­wei­se erfor­der­li­che Neu­be­stim­mung der Anfor­de­run­gen an den Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst auf noch unter Gel­tung der alten Rechts­la­ge geschaf­fe­ne Wer­ke aus­zu­deh­nen.

Mit die­ser Begrün­dung kann den von der Klä­ge­rin geschaf­fe­nen Ent­wür­fen der Urhe­ber­rechts­schutz schon des­halb nicht ver­sagt wer­den, weil der Bun­des­ge­richts­hof die Fra­ge, ob er an sei­ner Recht­spre­chung fest­hal­te, ent­ge­gen der Dar­stel­lung des Beru­fungs­ge­richts nicht allein im Blick auf die Reform des Geschmacks­mus­ter­rechts im Jahr 2004, son­dern auch im Blick auf die euro­päi­sche Urhe­ber­rechts­ent­wick­lung auf­ge­wor­fen hat.

Dar­über hin­aus hat das Ober­lan­des­ge­richt Schles­wig nicht hin­rei­chend berück­sich­tigt, dass die Ände­rung einer lan­ge Zeit gel­ten­den höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung nicht nur Bedeu­tung für zukünf­ti­ge Sach­ver­hal­te hat, son­dern grund­sätz­lich auch auf einen in der Ver­gan­gen­heit lie­gen­den, noch nicht abge­schlos­se­nen Sach­ver­halt ein­wirkt. Gerich­te sind regel­mä­ßig nicht an eine fest­ste­hen­de Recht­spre­chung gebun­den, die sich im Licht bes­se­rer Erkennt­nis als nicht mehr halt­bar erweist 11. Die gesetz­li­che Rege­lung in § 2 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 2 UrhG, die unter ande­rem bestimmt, dass Ent­wür­fe von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst zu den urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Wer­ken gehö­ren, sofern sie per­sön­li­che geis­ti­ge Schöp­fun­gen sind, ist seit ihrem Inkraft­tre­ten am 1.01.1966 nicht geän­dert wor­den. Es war und ist ledig­lich umstrit­ten, ob die­se Rege­lung dahin aus­zu­le­gen ist, dass bei Wer­ken der ange­wand­ten Kunst höhe­re Anfor­de­run­gen an die für einen Urhe­ber­rechts­schutz erfor­der­li­che Gestal­tungs­hö­he zu stel­len sind als bei Wer­ken der zweck­frei­en­Kunst. Die Fra­ge, ob die von der Klä­ge­rin in den Jah­ren 1998 bis 2002 ent­wor­fe­nen Spiel­wa­ren urhe­ber­recht­li­chen Schutz genie­ßen, ist daher ent­ge­gen der Ansicht des Beru­fungs­ge­richts nicht auf der Grund­la­ge der her­ge­brach­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs zu § 2 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 2 UrhG zu beant­wor­ten, sofern an die­ser Recht­spre­chung nicht mehr fest­ge­hal­ten wird.

Kei­ne wei­te­re Ver­gü­tung für Ver­wer­tungs­hand­lun­gen vor dem 1. Juni 2004

Der Bun­des­ge­richts­hof hält zwar nicht dar­an fest, dass der Urhe­ber­rechts­schutz für Wer­ke der ange­wand­ten Kunst, die einem Geschmacks­mus­ter­schutz zugäng­lich sind, ein deut­li­ches Über­ra­gen der Durch­schnitts­ge­stal­tung vor­aus­setzt. Der mit der Kla­ge erho­be­ne Anspruch auf Zah­lung einer (wei­te­ren) ange­mes­se­nen Ver­gü­tung nach § 36 Abs. 1 UrhG aF oder § 32 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2 Satz 2 UrhG und § 32a Abs. 1 Satz 1 UrhG ist jedoch gleich­wohl für Ver­wer­tungs­hand­lun­gen nicht begrün­det, die bis zum 1. Juni 2004 vor­ge­nom­men wor­den sind.

Der Bun­des­ge­richts­hof hält nicht dar­an fest, dass der Urhe­ber­rechts­schutz für Wer­ke der ange­wand­ten Kunst, die einem Geschmacks­mus­ter­schutz zugäng­lich sind, ein deut­li­ches Über­ra­gen der Durch­schnitts­ge­stal­tung vor­aus­setzt. An den Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst sind grund­sätz­lich kei­ne ande­ren Anfor­de­run­gen zu stel­len als an den Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der zweck­frei­en bil­den­den Kunst oder des lite­ra­ri­schen und musi­ka­li­schen Schaf­fens. Es genügt daher, dass sie eine Gestal­tungs­hö­he errei­chen, die es nach Auf­fas­sung der für Kunst emp­fäng­li­chen und mit Kunst­an­schau­un­gen eini­ger­ma­ßen ver­trau­ten Krei­se recht­fer­tigt, von einer "künst­le­ri­schen" Leis­tung zu spre­chen. Eine Auf­ga­be der her­ge­brach­ten Recht­spre­chun­gist zwar nicht durch das Urhe­ber­recht der Euro­päi­schen Uni­on gebo­ten; sie erscheint aber im Blick auf die Neu­ge­stal­tung des Geschmacks­mus­ter­rechts durch das Geschmacks­mus­ter­re­form­ge­setz vom 12.03.2004 erfor­der­lich.

Das Urhe­ber­recht der Euro­päi­schen Uni­on steht der Annah­me nicht ent­ge­gen, dass der Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst eine beson­de­re Gestal­tungs­hö­he vor­aus­setzt 12.

Aus der Richt­li­nie 2001/​29/​EG zur Har­mo­ni­sie­rung bestimm­ter Aspek­te des Urhe­ber­rechts und der ver­wand­ten Schutz­rech­te in der Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft geht ledig­lich her­vor, dass sich die dort gere­gel­ten Ver­wer­tungs­rech­te des Urhe­bers auf ein Werk als Schutz­ob­jekt bezie­hen. Die­se Richt­li­nie bestimmt jedoch nicht, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ein bestimm­tes Schutz­gut als ein Werk anzu­se­hen ist. Com­pu­ter­pro­gram­me, Daten­bank­wer­ke und Licht­bild­wer­ke sind gemäß Art. 1 Abs. 3 Satz 1 der Richt­li­nie 2009/​24/​EG über den Rechts­schutz von Com­pu­ter­pro­gram­men, Art. 3 Abs. 1 Satz 1 der Richt­li­nie 96/​9/​EG über den recht­li­chen Schutz von Daten­ban­ken und Art. 6 Satz 1 der Richt­li­nie 2006/​116/​EG über die Schutz­dau­er des Urhe­ber­rechts und bestimm­ter ver­wand­ter Schutz­rech­te urhe­ber­recht­lich geschützt, wenn sie indi­vi­du­el­le Wer­ke in dem Sin­ne dar­stel­len, dass sie das Ergeb­nis der eige­nen geis­ti­gen Schöp­fung ihres Urhe­bers sind. Die Vor­aus­set­zun­gen eines urhe­ber­recht­li­chen­Schut­zes von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst sind im Urhe­ber­recht der Euro­päi­schen Uni­on dage­gen nicht aus­drück­lich gere­gelt.

Der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on hat aus dem Umstand, dass die Richt­li­nie 2001/​29/​EG einen har­mo­ni­sier­ten Rechts­rah­men des Urhe­ber­rechts fest­legt, geschlos­sen, der in die­ser Richt­li­ne vor­aus­ge­setz­te Werk­be­griff beru­he auf dem­sel­ben Grund­satz wie der­je­ni­ge der Richt­li­nie 2009/​24/​EG über den Rechts­schutz von Com­pu­ter­pro­gram­men, der Richt­li­nie 96/​9/​EG über den recht­li­chen Schutz von Daten­ban­ken und der Richt­li­nie 2006/​116/​EG über die Schutz­dau­er des Urhe­ber­rechts und bestimm­ter ver­wand­ter Schutz­rech­te. Das Urhe­ber­recht im Sin­ne der Richt­li­nie 2001/​29/​EG kön­ne daher nur in Bezug auf ein Schutz­ob­jekt ange­wandt wer­den, bei dem es sich um ein Ori­gi­nal in dem Sin­ne han­de­le, dass es eine eige­ne geis­ti­ge Schöp­fung sei­nes Urhe­bers dar­stel­le 13. Dem­nach kön­nen die in der Richt­li­nie 2001/​29/​EG gere­gel­ten Ver­wer­tungs­rech­te auch an einem Werk der ange­wand­ten Kunst nur bestehen, wenn es sich dabei um eine eige­ne geis­ti­ge Schöp­fung des Urhe­bers han­delt.

Zur Bestim­mung der Schutz­fä­hig­keit von Com­pu­ter­pro­gram­men, Daten­bank­wer­ken und Licht­bild­wer­ken sind gemäß Art. 1 Abs. 3 Satz 2 der Richt­li­nie 2009/​24/​EG über den Rechts­schutz von Com­pu­ter­pro­gram­men, Art. 3Abs. 1 Satz 2 der Richt­li­nie 96/​9/​EG über den recht­li­chen Schutz von Daten­ban­ken und Art. 6 Satz 2 der Richt­li­nie 2006/​116/​EG über die Schutz­dau­er des Urhe­ber­rechts und bestimm­ter ver­wand­ter Schutz­rech­te kei­ne ande­ren Kri­te­ri­en als die der "eige­nen geis­ti­gen Schöp­fung" anzu­wen­den. Damit ist gemeint, dass der Urhe­ber­rechts­schutz die­ser Werk­ar­ten nicht von einer beson­de­ren Gestal­tungs­hö­he abhän­gig gemacht wer­den darf 14.

Für ande­re Werk­ar­ten sieht das Urhe­ber­recht der Euro­päi­schen Uni­on kei­ne der­ar­ti­ge Ein­schrän­kung vor. Soweit der Gerichts­hof es für mög­lich gehal­ten hat, dass bereits elf auf­ein­an­der fol­gen­de Wör­ter eines Zei­tungs­ar­ti­kels eine geis­ti­ge Schöp­fung dar­stel­len 15, folgt dar­aus nicht, dass auch der Urhe­ber­rechts­schutz von Sprach­wer­ken oder ande­ren Werk­ar­ten nicht von einer bestimm­ten Gestal­tungs­hö­he abhän­gig gemacht wer­den darf. Im Übri­gen hat der Gerichts­hof die Prü­fung der Fra­ge, ob es sich bei einem bestimm­ten Gegen­stand nach den von ihm auf­ge­stell­ten Maß­stä­ben um eine eige­ne geis­ti­ge Schöp­fung des Urhe­bers han­delt, in die­sem Fall wie auch in ande­ren Fäl­len den natio­na­len Gerich­ten zuge­wie­sen 16.Im Blick auf Wer­ke, die – wie ins­be­son­de­re Wer­ke der ange­wand­ten Kunst – einem Geschmack­mus­ter­schutz zugäng­lich sind, geht zudem aus Art. 17 der Richt­li­ne 98/​71/​EG über den recht­li­chen Schutz von Mus­tern und Model­len ein­deu­tig her­vor, dass die Mit­glied­staa­ten berech­tigt sind, deren urhe­ber­recht­li­chen Schutz von einer beson­de­ren Gestal­tungs­hö­he abhän­gig zu machen 17. Gemäß Art. 17 Satz 1 der Richt­li­nie 98/​71/​EG ist das Mus­ter, das nach Maß­ga­be die­ser Richt­li­nie durch ein – in einem oder mit Wir­kung für einen Mit­glied­staat – ein­ge­tra­ge­nes Recht an einem Mus­ter geschützt ist, auch nach dem Urhe­ber­recht die­ses Staa­tes von dem Zeit­punkt an schutz­fä­hig, zu dem das Mus­ter geschaf­fen oder in irgend­ei­ner Form fest­ge­legt wur­de. In wel­chem Umfang und unter wel­chen Bedin­gun­gen ein sol­cher Schutz gewährt wird, wird gemäß Art. 17 Satz 2 der Richt­li­nie – ein­schließ­lich der erfor­der­li­chen Gestal­tungs­hö­he – von dem ein­zel­nen Mit­glied­staat fest­ge­legt 18. Bereits aus die­sem Grund lässt der Umstand, dass der Gerichts­hof es für mög­lich gehal­ten hat, dass die gra­fi­sche Benut­zer­flä­che eines Com­pu­ter­pro­gramms eine geis­ti­ge Schöp­fung dar­stellt, ohne eine bestimm­te Gestal­tungs­hö­he als Schutz­vor­aus­set­zung zu erwäh­nen 19, nicht dar­auf schlie­ßen, dass an die Gestal­tungs­hö­he eines Wer­kes der ange­wand­ten Kunst kei­ne beson­de­ren Anfor­de­run­gen gestellt wer­den dür­fen.

Eine Auf­ga­be der her­ge­brach­ten Recht­spre­chung erscheint jedoch im Blick auf die Neu­ge­stal­tung des Geschmacks­mus­ter­rechts durch das Geschmacks­mus­ter­re­form­ge­setz vom 12.03.2004 erfor­der­lich 20.

Nach­dem das Geschmacks­mus­ter­recht durch das Geschmacks­mus­ter­re­form­ge­setz vom 12. März 2004, mit dem die Richt­li­nie 98/​71/​EG über den recht­li­chen Schutz von Mus­tern und Model­len umge­setzt wur­de, neu gestal­tet wor­den ist, besteht zwi­schen dem Geschmacks­mus­ter­recht und dem Urhe­ber­recht kein Stu­fen­ver­hält­nis mehr in dem Sin­ne, dass das Geschmacks­mus­ter­recht den Unter­bau eines wesens­glei­chen Urhe­ber­rechts bil­det. Mit einem sol­chen Stu­fen­ver­hält­nis kön­nen die erhöh­ten Anfor­de­run­gen an den Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst daher nicht mehr begrün­det wer­den.

Der Gesetz­ge­ber hat mit dem Geschmacks­mus­ter­recht ein eigen­stän­di­ges gewerb­li­ches Schutz­recht geschaf­fen und den engen Bezug zum Urhe­ber­recht besei­tigt 21. Das kommt bereits in den jewei­li­gen Über­schrif­ten des frü­he­ren sowie des gel­ten­den Geschmacks­mus­ter­ge­set­zes, des "Geset­zes betref­fend das Urhe­ber­recht an Mus­tern und Model­len" einer­seits sowie des "Geset­zes über den recht­li­chen Schutz von Mus­tern und Model­len" ande­rer­seits (ab dem 1. Janu­ar 2014 "Gesetz über den recht­li­chen Schutz von Design", vgl. Art. 1 Nr. 1, Art. 7 Abs. 2 des Geset­zes zur Moder­ni­sie­rung des Geschmacks­mus­ter­ge­set­zes sowie zur Ände­rung der Rege­lun­gen über die Bekannt­ma­chun­gen zum Aus­stel­lungs­schutz vom 10.10.2013 22) zum Aus­druck. Vor allem aber wird die nun­mehr vom Urhe­ber­recht abwei­chen­de Schutz­rich­tung des Geschmacks­mus­ter­rechts dar­in deut­lich, dass der Schutz als Geschmacks­mus­ter nach sei­ner Neu­ge­stal­tung nicht mehr die Eigen­tüm­lich­keit (§ 1 Abs. 2 GeschmMG aF) und damit die Gestal­tungs­hö­he, son­dern die Eigen­art (§ 2 Abs. 1 und 3 GeschmMG) und damit die Unter­schied­lich­keit des Mus­ters vor­aus­setzt.

Ein Mus­ter hat gemäß § 2 Abs. 3 Satz 1 GeschmMG Eigen­art, wenn sich der Gesamt­ein­druck, den es beim infor­mier­ten Benut­zer her­vor­ruft, von dem Gesamt­ein­druck unter­schei­det, den ein ande­res Mus­ter bei die­sem Benut­zer her­vor­ruft, das vor dem Anmel­de­tag offen­bart wor­den ist. Für die Ermitt­lung der Eigen­art ist danach die Unter­schied­lich­keit der Mus­ter das maß­geb­li­che Kri­te­ri­um. Die im deut­schen Geschmacks­mus­ter­recht vor der Umset­zung der Richt­li­nie 98/​71/​EG über den recht­li­chen Schutz von Mus­tern und Model­len durch das Geschmacks­mus­ter­re­form­ge­setz vom 12.03.2004 erfor­der­li­che Eigen­tüm­lich­keit und Gestal­tungs­hö­he 23 ist kei­ne Schutz­vor­aus­set­zung mehr 24.

Bei der Beur­tei­lung der Eigen­art wird aller­dings nach § 2 Abs. 3 Satz 2 GeschmMG der Grad der Gestal­tungs­frei­heit des Ent­wer­fers bei der Ent­wick­lung des Mus­ters berück­sich­tigt. Damit ist die Berück­sich­ti­gung der in dem jewei­li­gen Mus­ter ver­kör­per­ten gestal­te­ri­schen Leis­tung zwar nicht aus­ge­schlos­sen 25. Das ändert aber nichts dar­an, dass der Schutz eines Mus­ters kei­ne bestimm­te Gestal­tungs­hö­he mehr vor­aus­setzt. Es ist not­wen­dig, aber auch­aus­rei­chend, dass sich der Gesamt­ein­druck des Mus­ters vom vor­be­kann­ten For­men­schatz unter­schei­det 26.

Ein deut­li­ches Über­ra­gen der Durch­schnitts­ge­stal­tung als Vor­aus­set­zung des Urhe­ber­rechts­schut­zes von Wer­ken, die einem Geschmacks­mus­ter­schutz zugäng­lich sind, lässt sich auch nicht damit begrün­den, dass mit dem Geschmacks­mus­ter – und ins­be­son­de­re mit dem nicht ein­ge­tra­ge­nen Gemein­schafts­ge­schmacks­mus­ter (Art. 1 Abs. 2 Buchst. a GGV), das für eine Frist von drei Jah­ren geschützt ist (Art. 11 GGV) – unab­hän­gig von der jewei­li­gen Schutz­rich­tung des Urhe­ber­rechts einer­seits und des Geschmacks­mus­ter­rechts ande­rer­seits eine wesens­ad­äqua­te Schutz­form für Gestal­tun­gen gerin­ger Eigen­art besteht 27.

Geschmacks­mus­ter­schutz und Urhe­ber­rechts­schutz schlie­ßen sich nicht aus, son­dern kön­nen neben­ein­an­der bestehen (vgl. Art. 17 der Richt­li­ne 98/​71/​EG über den recht­li­chen Schutz von Mus­tern und Model­len und Art. 96 Abs. 2 GGV) 28. Sie haben nicht nur ver­schie­de­ne Schutz­rich­tun­gen, son­dern auch unter­schied­li­che Schutz­vor­aus­set­zun­gen und Rechts­fol­gen. Der Umstand, dass eine Gestal­tung dem Geschmacks­mus­ter­schutz zugäng­lich ist, recht­fer­tigt es daher nicht, ihr den Urhe­ber­rechts­schutz zu ver­sa­gen oder von beson­de­ren Vor­aus­set­zun­gen abhän­gig zu machen. Durch die Gewäh­rung von Urhe­ber­rechts­schutz wird der Geschmacks­mus­ter­schutz auch nicht über­flüs­sig. Eine Gestal­tung kann auf­grund ihrer Unter­schied­lich­keit zum vor­be­kann­ten For­men­schatz einem Geschmacks­mus­ter­schutz zugäng­lich sein, ohne die für einen Urhe­ber­rechts­schutz erfor­der­li­che Gestal­tungs­hö­he zu erreichen.Zwar ist es ins­be­son­de­re im Blick auf die aus­ge­spro­chen lan­ge urhe­ber­recht­li­che Schutz­frist – das Urhe­ber­recht erlischt gemäß § 64 UrhG sieb­zig Jah­re nach dem Tode des Urhe­bers – gebo­ten, für den urhe­ber­recht­li­chen Schutz eine nicht zu gerin­ge Gestal­tungs­hö­he zu for­dern 29. Es erscheint aber im Blick dar­auf, dass es sich beim Geschmacks­mus­ter­recht nicht mehr um ein wesens­glei­ches Minus zum Urhe­ber­recht han­delt, nicht gerecht­fer­tigt, an den Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst höhe­re Anfor­de­run­gen zu stel­len als an den Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der zweck­frei­en Kunst.

Es ist auch nicht zu befürch­ten, dass damit in der ange­wand­ten Kunst die Nut­zung eines wei­ten Bereichs frei­er For­men über­mä­ßig ein­ge­schränkt wird. Auch wenn bei Wer­ken der ange­wand­ten Kunst kei­ne höhe­ren Anfor­de­run­gen an die Gestal­tungs­hö­he eines Wer­kes zu stel­len sind als bei Wer­ken der zweck­frei­en Kunst, ist bei der Beur­tei­lung, ob ein sol­ches Werk die für einen Urhe­ber­rechts­schutz erfor­der­li­che Gestal­tungs­hö­he erreicht, zu berück­sich­ti­gen, dass die ästhe­ti­sche Wir­kung der Gestal­tung einen Urhe­ber­rechts­schutz nur begrün­den kann, soweit sie nicht dem Gebrauchs­zweck geschul­det ist, son­dern auf einer künst­le­ri­schen Leis­tung beruht 30. Eine eige­ne geis­ti­ge Schöp­fung des Urhe­bers setzt vor­aus, dass ein Gestal­tungs­spiel­raum besteht; und vom Urhe­ber dafür genutzt wird, sei­nen schöp­fe­ri­schen Geist in ori­gi­nel­ler Wei­se zum Aus­druck zu brin­gen 31. Bei Gebrauchs­ge­gen­stän­den, die durch den Gebrauchs­zweck beding­te Gestal­tungs­merk­ma­le auf­wei­sen müs­sen, ist der Spiel­raum für eine künst­le­ri­sche Gestal­tung regel­mä­ßig ein­ge­schränkt. Des­halb­stellt sich bei ihnen in beson­de­rem Maß die Fra­ge, ob sie über ihre von der Funk­ti­on vor­ge­ge­be­ne Form hin­aus künst­le­risch gestal­tet sind und die­se Gestal­tung eine Gestal­tungs­hö­he erreicht, die Urhe­ber­rechts­schutz recht­fer­tigt 32. Dar­über hin­aus ist zu beach­ten, dass eine zwar Urhe­ber­rechts­schutz begrün­den­de, gleich­wohl aber gerin­ge Gestal­tungs­hö­he zu einem ent­spre­chend engen Schutz­be­reich des betref­fen­den Wer­kes führt 33.

Der Anspruch auf Zah­lung einer (wei­te­ren) ange­mes­se­nen Ver­gü­tung nach § 36 Abs. 1 UrhG aF oder § 32 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2 Satz 2 UrhG und § 32a Abs. 1 Satz 1 UrhG ist bei der Ver­wer­tung eines Wer­kes der ange­wand­ten Kunst, das einem Geschmacks­mus­ter­schutz zugäng­lich ist und die Durch­schnitts­ge­stal­tung nicht deut­lich über­ragt, jedoch nicht für Ver­wer­tungs­hand­lun­gen begrün­det, die bis zum Inkraft­tre­ten des Geschmacks­mus­ter­re­form­ge­set­zes vom 12.03.2004 am 1. Juni 2004 vor­ge­nom­men wor­den sind.

Zwar hat die Ände­rung einer lan­ge Zeit gel­ten­den höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung nicht nur Bedeu­tung für zukünf­ti­ge Sach­ver­hal­te, son­dern wirkt grund­sätz­lich auch auf einen in der Ver­gan­gen­heit lie­gen­den, noch nicht abge­schlos­se­nen Sach­ver­halt ein. Im vor­lie­gen­den Fall ist jedoch zu berück­sich­ti­gen, dass der Bun­des­ge­richts­hof sei­ne lan­ge Zeit gel­ten­de Recht­spre­chung zu den beson­de­ren Anfor­de­run­gen an den Urhe­ber­rechts­schutz von Wer­ken der ange­wand­ten Kunst aus­schließ­lich mit dem Ver­hält­nis des Urhe­ber­rechts zum Geschmacks­mus­ter­recht begrün­det hat und nun­mehr allein wegen der Ände­rung die­ses Ver­hält­nis­ses durch das Gesetz zur Reform des Geschmacks­mus­ter­rechts auf­gibt. Unter die­sen Umstän­den erscheint das Ver­trau­en des Ver­trags­part­ners eines Urhe­bers, wegen der Ver­wer­tung eines Wer­kes der ange­wand­ten Kunst, das einem Geschmacks­mus­ter­schutz zugäng­lich ist und die Durch­schnitts­ge­stal­tung nicht deut­lich über­ragt, nicht auf Zah­lung einer (wei­te­ren) ange­mes­se­nen Ver­gü­tung in Anspruch genom­men zu wer­den, hin­sicht­lich von Ver­wer­tungs­hand­lun­gen schutz­wür­dig, die bis zum Inkraft­tre­ten des Geschmacks­mus­ter­re­form­ge­set­zes vor­ge­nom­men wor­den sind.

Dage­gen kön­nen auf der Grund­la­ge der vom Ober­lan­des­ge­richt Schles­wig bis­lang getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen weder der Anspruch auf Zah­lung einer (wei­te­ren) ange­mes­se­nen Ver­gü­tung für Ver­wer­tungs­hand­lun­gen, die nach dem 1. Juni 2004 vor­ge­nom­men wor­den sind, noch der Anspruch auf Aus­kunfts­er­tei­lung und Rech­nungs­le­gung ver­neint wer­den. Ins­be­son­de­re ist es nicht aus­ge­schlos­sen, dass sich der Anspruch auf Aus­kunfts­er­tei­lung und Rech­nungs­le­gung auf die Zahl und den Preis von Arti­keln erstreckt, die vor dem 1. Juni 2004 ver­kauft wor­den sind; denn im Rah­men der Prü­fung, ob die ver­ein­bar­te Gegen­leis­tung in einem gro­ben bzw. auf­fäl­li­gen Miss­ver­hält­nis zu den Erträg­nis­sen bzw. den Erträ­gen und Vor­tei­len aus der Nut­zung des Wer­kes steht (§ 36 Abs. 1 UrhG aF bzw. § 32a Abs. 1 Satz 1 UrhG) sind sämt­li­che Erträg­nis­se bzw. Erträ­ge und Vor­tei­le zu berück­sich­ti­gen 34.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 13. Novem­ber 2013 – I ZR 143/​12

  1. Auf­ga­be von BGH, Urteil vom 22.06.1995 – I ZR 119/​93, GRUR 1995, 581 = WRP 1995, 908 – Sil­ber­dis­tel[]
  2. LG Lübeck, Urteil vom 01.12 2010 – 2 O 356/​09[]
  3. OLG Schles­wig , Urteil vom 22.06.2012 – 6 U 74/​10[]
  4. vgl. BGH, Urteil vom 15.12 1978 – I ZR 26/​77, BGHZ 73, 288, 292 f. – Flug­ha­fen­plä­ne; Urteil vom 01.06.2011 – I ZR 140/​09, GRUR 2011, 803 Rn. 50 = WRP 2011, 1070Lern­spie­le[]
  5. vgl. BGH, Urteil vom 09.05.1985 – I ZR 52/​83, BGHZ 94, 276, 281 f. – Inkas­so-Pro­gramm; Urteil vom 23.06.2005 – I ZR 227/​02, GRUR 2005, 854, 856 = WRP 2005, 1173 – Kar­ten-Grund­sub­stanz; Loewen­heim in Schricker/​Loewenheim, Urhe­ber­recht, 4. Aufl., § 2 UrhG Rn. 133; Schul­ze in Dreier/​Schulze, UrhG, 4. Aufl., § 2 Rn. 187[]
  6. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 27.01.1983 – I ZR 177/​80, GRUR 1983, 377, 378 = WRP 1983, 484 – Brom­beer­Mus­ter; Urteil vom 10.12 1986 – I ZR 15/​85, GRUR 1987, 903, 904 – LeCor­bu­si­er-Möbel; Urteil vom 01.06.2011 – I ZR 140/​09, GRUR 2011, 803 Rn. 31 – Lern­spie­le; BGH, GRUR 2012, 58 Rn. 17 – Seil­zir­kus[]
  7. vgl. BGH, Urteil vom 22.06.1995 – I ZR 119/​93, GRUR 1995, 581, 582 = WRP 1995, 908 – Sil­ber­dis­tel; Urteil vom 14.05.2009 – I ZR 98/​06, BGHZ 181, 98 Rn. 45 – Tripp-Trapp-Stuhl; BGH, GRUR 2011, 803 Rn. 31 – Lern­spie­le; GRUR 2012, 58 Rn. 17 – Seil­zir­kus[]
  8. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 22.06.1995 – I ZR 119/​93, GRUR 1995, 581, 582 = WRP 1995, 908 – Sil­ber­dis­tel, mwN; vgl. auch BVerfG [Kam­mer], Beschluss vom 26.01.2005 – 1 BvR 157/​02, GRUR 2005, 410 – Lau­fen­des Auge[]
  9. BGH, GRUR 2012, 58 Rn. 33 bis 36[]
  10. BGH, GRUR 2012, 58 Rn. 26 bis 32 – Seil­zir­kus[]
  11. vgl. BGH, Urteil vom 29.02.1996 – IX ZR 153/​95, BGHZ 132, 119, 129 mwN; Urteil vom 07.03.2007 – VIII ZR 125/​06, NJW 2007, 2987 Rn. 28[]
  12. Erd­mann in FS Loschel­der, 2010, S. 61, 63 ff.; Schul­ze, GRUR 2009, 1019 ff.; Leist­ner, GRUR 2011, 761, 763; für ein Absen­ken der Schutz­an­for­de­run­gen im Blick auf die euro­päi­sche Urhe­ber­rechts­ent­wick­lung Loewen­heim in Schricker/​Loewenheim aaO § 2 UrhG Rn. 34 und 160; A. Nor­de­mann in Fromm/​Nordemann, Urhe­ber­recht, 10. Aufl., § 2 UrhG Rn. 150; Oberg­fell in Büscher/​Dittmer/​Schiwy, Gewerb­li­cher Rechts­schutz Urhe­ber­recht Medi­en­recht, 2. Aufl., § 2 UrhG Rn. 47; Kosch­ti­al, GRUR 2004, 555, 559 f.; Han­dig, GRUR Int.2012, 9, 11[]
  13. EuGH, Urteil vom 16.07.2009 – C‑5/​08, Slg. 2009, I6569 = GRUR 2009, 1041 Rn. 33 bis 37 – Infopaq/​DDF; Urteil vom 22.12 2010 – C‑393/​09, Slg. 2010, I13971 Rn. 45 = GRUR 2011, 220 – BSA/​Kulturministerium; Urteil vom 04.10.2011 – C‑403/​08 und C‑429/​08, GRUR 2012, 156 Rn. 97 und 155 = WRP 2012, 434 – Foot­ball Asso­cia­ti­on Pre­mier League und Mur­phy; Urteil vom 01.12 2011 – C‑145/​10, GRUR 2012, 166 Rn. 87 – Painer/​Standard u.a.; Urteil vom 01.03.2012 – C‑604/​10, GRUR 2012, 386 Rn. 37 = WRP 2012, 695 – Foot­ball Dat­a­co u.a./Yahoo u.a.; Urteil vom 02.05.2012 – C‑406/​10, GRUR 2012, 814 Rn. 65 = WRP 2012, 802 – SAS Institute/​WPL[]
  14. vgl. für Com­pu­ter­pro­gram­me BGH, Urteil vom 14.07.1993 – I ZR 47/​91, BGHZ 123, 208, 210 f. – Buch­hal­tungs­pro­gramm; Urteil vom 03.03.2005 – I ZR 111/​02, GRUR 2005, 860, 861 = WRP 2005, 1263 – Fash 2000; für Daten­bank­wer­ke BGH, Urteil vom 24.05.2007 – I ZR 130/​04, GRUR 2007, 685 Rn. 21 = WRP 2007, 989 – Gedicht­ti­tel­lis­te I; für Licht­bild­wer­ke BGH, Urteil vom 03.11.1999 – I ZR 55/​97, GRUR 2000, 317, 318 = WRP 2000, 203 – Wer­be­fo­tos[]
  15. EuGH, GRUR 2009, 1041 Rn. 48 – Infopaq/​DDF[]
  16. vgl. EuGH, GRUR 2009, 1041 Rn. 48 – Infopaq/​DDF; GRUR 2011, 220 Rn. 47 – BSA/​Kulturministerium; GRUR 2012, 156 Rn. 158 – Foot­ball Asso­cia­ti­on Pre­mier League und Mur­phy; GRUR 2012, 166 Rn. 94 – Painer/​Standard u.a.; GRUR 2012, 386 Rn. 43 – Foot­ball Dat­a­co u.a./Yahoo u.a.; GRUR 2012, 814 Rn. 68 – SAS Institute/​WPL[]
  17. vgl. auch Erwä­gungs­grund 8 der Richt­li­nie 98/​71/​EG[]
  18. vgl. auch EuGH, Urteil vom 27.01.2011 – C‑168/​09, Slg. 2011, I181 = GRUR 2011, 216 Rn. 35 ff. – Flos/​Semeraro[]
  19. EuGH, GRUR 2011, 220 Rn. 46 – BSA/​Kulturministerium[]
  20. Loewen­heim in Schricker/​Loewenheim aaO § 2 UrhG Rn. 34 und 160; Bul­lin­ger in Wandtke/​Bullinger, Urhe­ber­recht, 3. Aufl., § 2 UrhG Rn. 98; Kosch­ti­al, GRUR 2004, 555 ff.; Zen­tek, WRP 2010, 73, 75 ff.; Eich­mann in Eichmann/​v. Falckenstein,GeschmMG, 4. Aufl., All­ge­mei­nes zum Design­recht Rn. 32; vgl. auch A. Nor­de­mann in Fromm/​Nordemann aaO § 2 UrhG Rn. 146 ff.; ders. in Loewen­heim, Hand­buch des Urhe­ber­rechts, 2. Aufl., § 9 Rn. 22 ff.; Drey­er in Dreyer/​Kotthoff/​Meckel, Urhe­ber­recht, 3. Aufl. § 2 UrhG Rn. 62 ff.; Möhring/​Nicolini/​Ahlberg, UrhG, 2. Aufl., § 2 Rn. 110 ff.; aA Schul­ze in Dreier/​Schulze aaO § 2 Rn. 174; ders. in Loewen­heim aaO § 9 Rn. 98; Schack, Urhe­ber- und Urhe­ber­ver­trags­recht, 5. Aufl., Rn. 232; Erd­mann in FS Loschel­der, 2010, S. 61, 72; Ohly, GRUR 2007, 731, 733[]
  21. Begrün­dung zum Regie­rungs­ent­wurf des Geschmacks­mus­ter­re­form­ge­set­zes, BT-Drs. 15/​1075, S. 29[]
  22. BGBl.I S. 3799[]
  23. vgl. BGH, Urteil vom 18.10.2007 – I ZR 100/​05, GRUR 2008, 153 Rn. 24 f. und 33 = WRP 2008, 241 – Dach­ein­de­ckungs­plat­ten[]
  24. vgl. zu Art. 6 GGV BGH, Urteil vom 22.04.2010 – I ZR 89/​08, BGHZ 185, 224 Rn. 32 – Ver­län­ger­te Limou­si­nen, mwN[]
  25. vgl. zu Art. 6 Abs. 2 GGV BGHZ 185, 224 Rn. 32 – Ver­län­ger­te Limou­si­nen, mwN[]
  26. vgl. Begrün­dung zum Regie­rungs­ent­wurf des Geschmacks­mus­ter­re­form­ge­set­zes, BT-Drs.-. 15/​1075, S. 33[]
  27. aA Schack aaO Rn. 232; Ohly, GRUR 2007, 731, 733[]
  28. vgl. auch EuGH, GRUR 2011, 216 Rn. 28 ff. – Flos/​Semeraro[]
  29. vgl. auch Reh­bin­der, Urhe­ber­recht, 16. Aufl., Rn. 61[]
  30. vgl. BGH, GRUR 2012, 58 Rn. 36 – Seil­zir­kus[]
  31. vgl. EuGH, GRUR 2009, 1041 Rn. 45 – Infopaq/​DDF; GRUR 2011, 220 Rn. 48 bis 50 – BSA/​Kulturministerium; GRUR 2012, 156 Rn. 98 – Foot­ball Asso­cia­ti­on Pre­mier League und Mur­phy; GRUR 2012, 166 Rn. 89 bis 93 – Painer/​Standard u.a.; GRUR 2012, 386 Rn. 38 f. – Foot­ball Dat­a­co u.a./Yahoo u.a.; GRUR 2012, 814 Rn. 67 – SAS Institute/​WPL[]
  32. vgl. BGH, GRUR 2012, 58 Rn. 25 – Seil­zir­kus, mwN[]
  33. vgl. BGH, Urteil vom 20.11.1986 – I ZR 160/​84, GRUR 1987, 360, 361 – Wer­be­plä­ne; Urteil vom 28.02.1991 – I ZR 88/​89, GRUR 1991, 529, 530 – Explo­si­ons­zeich­nun­gen, mwN; BGH, GRUR 2011, 803 Rn. 63 – Lern­spie­le[]
  34. vgl. zu § 132 Abs. 3 Satz 2 UrhG BGH, Urteil vom 22.09.2011 – I ZR 127/​10, GRUR 2012, 496 Rn. 53 ff. = WRP 2012, 565 – Das Boot[]