Ursa­chen­su­che für eine abge­stor­be­ne Hecke: Nach­ba­rin oder Kli­ma­wan­del ?

Für eine Thu­ja-Hecke, die vom Nach­barn absicht­lich beschä­digt wor­den ist, muss die­ser kei­nen Scha­dens­er­satz zah­len, wenn die Hecke auf­grund der kli­ma­ti­schen Ver­än­de­run­gen in der Pfalz mit hei­ßen Som­mern und star­ken Win­den ver­trock­net ist.

Ursa­chen­su­che für eine abge­stor­be­ne Hecke: Nach­ba­rin oder Kli­ma­wan­del ?

So hat das Land­ge­richt Fran­ken­thal in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Nach­bar­schafts­streits aus Alt­rip ent­schie­den. Der Eigen­tü­mer einer abge­stor­be­nen Thu­ja-Hecke an der Grund­stücks­gren­ze zu sei­ner Nach­ba­rin hat die­se für das Abster­ben ver­ant­wort­lich gemacht. Er ist der Mei­nung, die Nach­ba­rin hät­te die Hecke über Jah­re hin­weg geschä­digt. Von der Nach­ba­rin wird für die Anpflan­zung einer neu­en Hecke die Kos­ten von mehr als 8.000 € ver­langt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Land­ge­richt Fran­ken­thal aus­führ­lich erläu­tert, dass zwar nach dem Ergeb­nis der Beweis­auf­nah­me sehr viel dafür spre­che, dass die Nach­ba­rin die Hecke mehr­fach absicht­lich beschä­digt habe, z. B. durch Abkni­cken von Ästen und Zwei­gen sowie durch das Angie­ßen von Flüs­sig­kei­ten. Aber zur Über­zeu­gung des Land­ge­richts Fran­ken­thal habe der beauf­trag­te Baum­sach­ver­stän­di­ge fest­ge­stellt, dass die Thu­ja-Hecke nicht ver­gif­tet wur­de, son­dern auf­grund der kli­ma­ti­schen Ver­än­de­run­gen in der Pfalz mit hei­ßen Som­mern und star­ken Win­den ver­trock­net sei. Hier­bei beton­te der Sach­ver­stän­di­ge, dass die Thu­ja auf­grund ihres hohen Was­ser­be­darfs für die Regi­on der Vor­der­pfalz immer weni­ger geeig­net sei und nur bei einer inten­si­ven und lang­an­hal­ten­den Bewäs­se­rung gedei­hen kön­ne.

Also sei die Hecke durch den fort­schrei­ten­den Kli­ma­wan­del zugrun­de gegan­gen und die Ursa­che für das Abster­ben war nicht im Ver­hal­ten der Nach­ba­rin zu sehen. Somit muss die Nach­ba­rin die Kos­ten für die Anpflan­zung einer neu­en Hecke von mehr als 8.000 € nicht über­neh­men.

Land­ge­richt Fran­ken­thal, Urteil vom 28. Juli 2020 – 7 O 501/​18