Ver­fall – und die Här­te­fall­prü­fung

§ 73c Abs. 1 Satz 2 StGB, der wegen des sys­te­ma­ti­schen Ver­hält­nis­ses der bei­den Anwen­dungs­fäl­le des § 73c Abs. 1 StGBunbil­li­ge Här­te § 73c Abs. 1 Satz 1 StGB; Weg­fall der Berei­che­rung § 73c Abs. 1 Satz 2 StGB – vor­ran­gig zu prü­fen ist, eröff­net dem Tatrich­ter die Mög­lich­keit, nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen ganz oder teil­wei­se vom Ver­fall abzu­se­hen, wenn und soweit "der Wert des Erlang­ten zur Zeit der Anord­nung im Ver­mö­gen des Betrof­fe­nen nicht mehr vor­han­den ist".

Ver­fall – und die Här­te­fall­prü­fung

Die Aus­übung des Ermes­sens erfor­dert neben der Fest­stel­lung des aus der Straf­tat Erlang­ten auch die Ermitt­lung des Wer­tes des noch vor­han­de­nen Ver­mö­gens, um die­se Wer­te ein­an­der gegen­über stel­len zu kön­nen 1. Des­halb schei­det eine Ermes­sens­ent­schei­dung nach § 73c Abs. 1 Satz 2 StGB aus, solan­ge und soweit der Ange­klag­te über Ver­mö­gen ver­fügt, das wert­mä­ßig nicht hin­ter dem "ver­fall­ba­ren" Betrag zurück bleibt 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Juli 2016 – 1 StR 292/​16

  1. BGH, Urteil vom 01.12 2015 – 1 StR 321/​15, NStZ 2016, 279[]
  2. BGH, Urteil vom 16.05.2006 – 1 StR 46/​06, BGHSt 51, 65[]