Ver­trä­ge mit öffent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaf­ten – und der Leistungsaustausch

Die maß­geb­li­chen Grund­sät­ze zur Abgren­zung von steu­er­ba­ren Leis­tun­gen gegen Ent­gelt und nicht steu­er­ba­ren Zuschüs­sen bei Zah­lun­gen aus öffent­li­chen Kas­sen sind durch die Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs bereits geklärt [1].

Ver­trä­ge mit öffent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaf­ten – und der Leistungsaustausch

Ob die Vor­aus­set­zun­gen einer ent­gelt­li­chen Leis­tung i.S. des § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG vor­lie­gen, ist unab­hän­gig von der Bezeich­nung durch die Par­tei­en allein nach umsatz­steu­er­recht­li­chen Maß­stä­ben zu beur­tei­len [2]. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung erbringt ein Unter­neh­mer Leis­tun­gen gegen Ent­gelt i.S. von § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG, wenn zwi­schen ihm und dem Leis­tungs­emp­fän­ger ein Rechts­ver­hält­nis besteht, das einen unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang zwi­schen Leis­tung und Ent­gelt begrün­det, so dass das Ent­gelt als Gegen­wert für die Leis­tung anzu­se­hen ist [3].

Für Leis­tun­gen an eine Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts gel­ten kei­ne Beson­der­hei­ten. Bei Zah­lun­gen aus öffent­li­chen Kas­sen kann es zwar an dem für die Steu­er­bar­keit einer Leis­tung erfor­der­li­chen Leis­tungs­aus­tausch feh­len, wenn die Zah­lung ledig­lich der För­de­rung der Tätig­keit des Zah­lungs­emp­fän­gers all­ge­mein ‑aus struk­tur­po­li­ti­schen, volks­wirt­schaft­li­chen oder all­ge­mein­po­li­ti­schen Grün­den- dient und des­halb nicht im unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang mit einer Leis­tung an den Zah­len­den steht [4]. Erbringt jedoch ein Unter­neh­mer ‑wie im vor­lie­gen­den Fall- in Erfül­lung eines gegen­sei­ti­gen Ver­tra­ges mit einer juris­ti­schen Per­son des öffent­li­chen Rechts Leis­tun­gen gegen Ent­gelt, ist grund­sätz­lich von einem steu­er­ba­ren Leis­tungs­aus­tausch aus­zu­ge­hen [5].

Dabei st es ohne Bedeu­tung, ob es sich bei der über­nom­me­nen Tätig­keit um eine grund­sätz­lich der betref­fen­den Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts oblie­gen­de Pflicht­auf­ga­be han­delt [6].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 12. April 2016 – V B 3/​15

  1. vgl. dazu z.B. BFH, Beschluss vom 06.05.2014 – XI B 4/​14, BFH/​NV 2014, 1406, Rz 17; BFH, Urtei­le vom 28.05.2013 – XI R 32/​11, BFHE 243, 419, BStBl II 2014, 411, Rz 41 ff.; vom 26.09.2012 – V R 22/​11, BFHE 239, 369, BFH/​NV 2013, 486, Rz 14 f.; vom 02.09.2010 – V R 23/​09, BFH/​NV 2011, 458, Rz 19[]
  2. BFH, Urtei­le in BFH/​NV 2011, 458, Rz 20; vom 07.07.2005 – V R 34/​03, BFHE 211, 59, BStBl II 2007, 66, Rz 17[]
  3. vgl. z.B. BFH, Urteil in BFHE 243, 419, BStBl II 2014, 411, Rz 41[]
  4. z.B. BFH, Urtei­le in BFH/​NV 2011, 458, Rz 18 f.; vom 19.11.2009 – V R 29/​08, BFH/​NV 2010, 701, Rz 11; und vom 27.11.2008 – V R 8/​07, BFHE 223, 520, BStBl II 2009, 397, Rz 21[]
  5. vgl. BFH, Urtei­le vom 18.06.2009 – V R 4/​08, BFHE 226, 382, BStBl II 2010, 310, Rz 21; vom 08.11.2007 – V R 20/​05, BFHE 219, 403, BStBl II 2009, 483, 2. Leit­satz sowie Rz 31; vom 05.12 2007 – V R 63/​05, BFH/​NV 2008, 996, Rz 37; vom 18.12 2008 – V R 38/​06, BFHE 225, 155, BStBl II 2009, 749, 2. Leit­satz sowie Rz 34[]
  6. z.B. BFH, Urtei­le in BFHE 243, 419, BStBl II 2014, 411, Rz 43; in BFH/​NV 2010, 701, Rz 12; in BFH/​NV 2011, 458, Rz 33[]

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