Ver­trags­än­de­rung auf dem Ori­gi­nal­ver­trag – oder doch nur eine Gedächt­nis­stüt­ze?

Für die Ein­hal­tung der Schrift­form einer Urkun­de ist zwar ohne Belang, ob die Unter­zeich­nung der Nie­der­schrift des Urkun­den­tex­tes zeit­lich nach­folgt oder vor­an­geht.

Ver­trags­än­de­rung auf dem Ori­gi­nal­ver­trag – oder doch nur eine Gedächt­nis­stüt­ze?

Es bedarf des­halb für die Rechts­gül­tig­keit einer Ände­rung des Ver­trags­tex­tes kei­ner erneu­ten Unter­schrift, wenn die Ver­trags­part­ner sich über die Ände­rung einig sind und es ihrem Wil­len ent­spricht, dass die Unter­schrif­ten für den ver­än­der­ten Ver­trags­in­halt Gül­tig­keit behal­ten sol­len 1.

An einem sol­chen über­ein­stim­men­den Wil­len fehlt es aber, wenn ledig­lich eine Par­tei ohne Wis­sen der ande­ren auf einem Ver­trags­ex­em­plar eine Ände­rung etwa nur zur Gedächt­nis­stüt­ze vor­nimmt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Novem­ber 2015 – XII ZR 114/​14

  1. BGH, Urteil vom 29.04.2009 – XII ZR 142/​07, NJW 2009, 2195 Rn. 32; vgl. auch BGH, Beschluss vom 27.06.1994 – III ZR 117/​93, NJW 1994, 2300, 2301; Urtei­le vom 24.01.1990 – VIII ZR 296/​88, NJW-RR 1990, 518, 519; und vom 07.02.1973 – VIII ZR 205/​71, WM 1973, 386, 387[]