Widerstreitende Gebührengenehmigungen im Telekommunikationssektor

Eine be­fris­te­te te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­recht­li­che Ent­gelt­ge­neh­mi­gung er­le­digt sich nicht da­durch im Sinne des § 43 Abs. 2 VwVfG „auf an­de­re Weise“, dass die Bun­des­netz­agen­tur spä­ter in Bezug auf den­sel­ben Zeit­raum für die­sel­ben Leis­tun­gen auf An­trag des re­gu­lier­ten Un­ter­neh­mens an­de­re Ent­gel­te ge­neh­migt.

Widerstreitende Gebührengenehmigungen im Telekommunikationssektor

Um einen in­halt­li­chen Wi­der­spruch zwi­schen den Ent­gelt­ge­neh­mi­gun­gen zu ver­mei­den, der die Rechts­wid­rig­keit der spä­te­ren Ge­neh­mi­gung zur Folge hätte, muss die Bun­des­netz­agen­tur die frü­he­re Ge­neh­mi­gung des­halb nach den für die Rück­nah­me bzw. den Wi­der­ruf be­las­ten­der Ver­wal­tungs­ak­te gel­ten­den Re­geln auf­he­ben.

Im Rah­men der hier­bei zu tref­fen­den Er­mes­sens­ent­schei­dung ist neben dem An­spruch des re­gu­lier­ten Un­ter­neh­mens auf die Er­he­bung kos­ten­de­cken­der Ent­gel­te re­gel­mä­ßig auch der Ge­sichts­punkt der Kal­ku­la­ti­ons- und Pla­nungs­si­cher­heit der Wett­be­wer­ber als Aus­prä­gung des Grund­sat­zes des Ver­trau­ens­schut­zes zu be­rück­sich­ti­gen.

Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 9. Mai 2012 – 6 C 3.11