Wie loh­nend ist der Teil­ver­kauf von Immobilien?

Das Ren­ten­al­ter ist erreicht. Rent­ner kön­nen Geld für ver­schie­de­ne Zwe­cke gut gebrau­chen, bei­spiels­wei­se für Rei­sen, für den Erhalt des Lebens­stan­dards oder auch für ande­re Anschaf­fun­gen. Doch das Ver­mö­gen steckt voll­stän­dig in der selbst genutz­ten Immo­bi­lie und ein Umzug kommt nicht in Fra­ge? Eine Mög­lich­keit die­ses Dilem­ma zu lösen, ist der Teil­ver­kauf einer Immo­bi­lie. Hier­von haben bis­her nur weni­ge Senio­ren Kennt­nis. Doch was ist das und lohnt es sich?

Wie loh­nend ist der Teil­ver­kauf von Immobilien?

Kon­di­tio­nen für den Teilverkauf

Doch zunächst die Fra­ge: Was ist der Teil­ver­kauf einer Immo­bi­lie über­haupt? Bei die­sem Geschäft erwer­ben Unter­neh­men bis zu 50 Pro­zent Antei­le einer pri­va­ten Wohn­im­mo­bi­lie und fun­gie­ren als stil­ler Teil­ha­ber. Gezahlt wird der Kauf­preis, sobald der Ver­trag abge­schlos­sen wur­de. Im Grund­buch wird für den Teil­ver­käu­fer ein lebens­lan­ges Wohn­recht eingetragen.

Der Ver­käu­fer zahlt für die­ses Wohn­recht eine Art Mie­te, das monat­li­che Ent­gelt an den Anbie­ter des Teil­ver­kaufs. Die­ses liegt bei cir­ca drei Pro­zent des Immo­bi­li­en­werts pro Jahr. Instand­hal­tungs­kos­ten müs­sen dar­über hin­aus vom Ver­käu­fer getra­gen wer­den. Wird die Immo­bi­lie schluss­end­lich völ­lig ver­kauft, erhält der stil­le Teil­ha­ber sein Geld zurück und zusätz­lich ein Ent­gelt in Höhe von bis zu 6,5 Prozent.

Die Ange­bo­te für Senio­ren, die ihre Immo­bi­lie mit­tels Teil­ver­kauf liqui­de machen, sind zuletzt anspre­chen­der gewor­den. So hat der im Teil­ver­kauf markt­füh­ren­de Anbie­ter Wert­fak­tor das Ver­kaufs­ent­gelt von 6,5 auf 3,25 Pro­zent hal­biert , berich­tet das Por­tal IMMO.info.

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Der Teil­ver­kaufs-Neh­mer kann meis­tens nicht nur den Mak­ler frei bestim­men, son­dern auch ent­schei­den, ob ein Mak­ler erfor­der­lich wird. Eini­ge Anbie­ter for­cie­ren den Ver­kauf ohne Mak­ler, so dass die Gebüh­ren hier­für gerin­ger aus­fal­len. Ein umfas­sen­der Ver­gleich lohnt sich defi­ni­tiv vor jedem Teilverkauf.

Wel­che Teil­ver­kauf Nach­tei­le ent­ste­hen dem Verkäufer?

Nicht nur der Immo­bi­li­en­käu­fer, son­dern auch der Ver­käu­fer muss mit Kos­ten rech­nen, die beim Ver­kauf ent­ste­hen. Zunächst ein­mal ist das Ange­bot anspre­chend, denn der Ver­käu­fer erhält einen, dem Markt ange­pass­ten, Kauf­preis für bis zur Hälf­te sei­ner Immo­bi­lie. Damit ist eine sofor­ti­ge Liqui­di­tät gewähr­leis­tet, die ins­be­son­de­re bei finan­zi­el­len Eng­päs­sen wohl­tu­end sein kann. Es erfolgt kei­ne Redu­zie­rung des Kauf­prei­ses auf­grund des Nieß­brauch­rechts. Die­ses Recht aller­dings wird mit den oben genann­ten Gebüh­ren bezahlt, die sich auch an Art und Zustand des Objekts orientieren.

Dar­über hin­aus müs­sen Instand­hal­tungs­kos­ten vom Haupt­be­sit­zer und Bewoh­ner zu ein­hun­dert Pro­zent getra­gen wer­den. Außer­dem ist eine Wert­stei­ge­rungs­ga­ran­tie an den Teil­käu­fer zwin­gend erfor­der­lich. Die Neben­kos­ten müs­sen wei­ter­hin getra­gen wer­den. Hier­zu gehö­ren Hei­zungs­kos­ten, Win­ter­dienst, diver­se Ver­si­che­run­gen, Haus­meis­ter­leis­tun­gen, Repa­ra­tu­ren oder auch TV-Anschluss und Telefon.

Ein recht­li­ches Risi­ko und damit Nach­teil des Teil­ver­kaufs bleibt bestehen, wenn der Käu­fer der Immo­bi­lie in die Zah­lungs­un­fä­hig­keit rut­schen soll­te. Hier­auf weist IMMO.info hin ver­bun­den mit der Auf­for­de­rung, die Ver­trä­ge und Anbie­ter gut zu prüfen.

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Für wen ist der Immo­bi­li­en Teil­ver­kauf vorteilhaft?

Um den Teil­ver­kauf zu nut­zen, ist bei eini­gen Anbie­tern ein Alter des Ver­käu­fers von 60 Jah­ren und mehr die Regel. Dar­über hin­aus muss ein Kauf­preis des ver­kauf­ten Anteils von min­des­tens 100.000 Euro bestehen. Ein Grund­stück mit einem nied­ri­ge­ren Ver­kehrs­wert als 200.000 Euro ist für den Teil­ver­kauf unge­eig­net. Senio­ren, die kei­ne Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung wün­schen, aber die Immo­bi­lie nicht kom­plett ver­kau­fen und im Eigen­heim woh­nen blei­ben möch­ten, sind für den Teil­ver­kauf gut geeig­net. Auch wird den Erben zumin­dest ein Teil der Immo­bi­lie ver­erbt, auf den ent­spre­chend des antei­li­gen Werts Erb­schafts­steu­er anfällt. Die Erben erhal­ten das vor­ran­gin­ge Recht, die Immo­bi­lie wie­der voll­stän­dig zurück­zu­kau­fen. Vie­le Anbie­ter im Teil­ver­kauf redu­zie­ren in die­sem Fall das Verkaufsentgelt.

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