Wie wird man Detek­tiv und was sind die Auf­ga­ben­ge­bie­te von moder­nen Detek­tei­en?

Als Aus­bil­dungs­be­ruf gibt es den Detek­tiv in Deutsch­land nicht, die Berufs­be­zeich­nung ist nicht geschützt. Das heißt, jeder mit einer ent­spre­chen­den Nei­gung und Eig­nung kann Pri­vat­de­tek­tiv wer­den. Wer als Berufs­er­mitt­ler arbei­ten möch­te, soll­te gewillt sein, auch zu unge­wöhn­li­chen Zei­ten zu arbei­ten: Nachts oder am Wochen­en­de sind Detek­ti­ve eben­so aktiv am Ermit­teln und tra­gen Indi­zi­en zusam­men, wie auch tags­über. Pri­vat­de­tek­ti­ve obser­vie­ren Ver­däch­ti­ge, Suchen im Gehei­men nach belas­ten­den Bewei­sen, die auch vor Gericht ver­wen­det kön­nen, und spre­chen inko­gni­to mit vie­len Men­schen. Es gehört daher unbe­dingt zum eige­nen Per­sön­lich­keits­pro­fil eines pri­va­ten Ermitt­lers, dass der Kon­takt mit ande­ren Men­schen als ange­nehm emp­fun­den wird.

Wie wird man Detek­tiv und was sind die Auf­ga­ben­ge­bie­te von moder­nen Detek­tei­en?

Ein Quänt­chen an Diplo­ma­tie und Ein­füh­lungs­ver­mö­gen kön­nen nicht scha­den, um auch aus dem Tat­ver­däch­ti­gen selbst rele­van­te Infor­ma­tio­nen zur Sache her­aus­zu­be­kom­men. Abschlie­ßend müs­sen alle Bewei­se und Ermitt­lungs­er­geb­nis­se doku­men­tiert wer­den, daher muss sich ein Detek­tiv auch mit übli­chen Büro­ar­bei­ten her­um­schla­gen und natür­lich sei­ne Buch­hal­tung für die Finanz­be­hör­den ordent­lich füh­ren. Wer bereits meh­re­re Jah­re Berufs­er­fah­rung sam­meln konn­te, und eine eige­ne Detek­tei eröff­net, kann auch jeman­den ein­stel­len, der Buch­hal­tung und Büro­kom­mu­ni­ka­ti­on über­nimmt. Dazu ist es nötig, dass das eige­ne Unter­neh­men über die aus­rei­chen­den finan­zi­el­len Mit­tel ver­fügt, um die­se Dienst­leis­tun­gen ent­gelt­lich durch Drit­te durch­füh­ren zu las­sen.

Die Ein­satz­ge­bie­te von Pri­vat­de­tek­ti­ven: Von der Ver­miss­ten­su­che bis zur Wirt­schafts­spio­na­ge ist alles dabei

Es ist für jeden pri­va­ten Ermitt­ler mög­lich, sich auf einen Fach­be­reich zu spe­zia­li­sie­ren. Eini­ge Detek­tei­en haben sich auf den Schutz von Per­so­nen fokus­siert, wobei es sich um einen recht risi­ko­freu­di­gen Arbeits­be­reich han­delt. Es emp­fiehlt sich in die­sem Fall für den Pri­vat­de­tek­tiv, einen Waf­fen­schein zu besit­zen, der dazu ermäch­tigt, eine Waf­fe stän­dig bei sich zu füh­ren. Auch geeig­ne­te Schutz­klei­dung kann nötig wer­den, wobei sich die Sicher­heits­wes­ten im Per­so­nen­schutz inso­fern von­ein­an­der unter­schei­den, als dass es kugel­si­che­re Wes­ten, wie auch hieb- und stich­fes­te Sicher­heits­wes­ten gibt. Je nach per­sön­li­chen Vor­lie­ben kön­nen pri­va­te Ermitt­ler aber in ganz ver­schie­de­nen Berei­chen auf­klä­ren.

Kauf­haus­de­tek­tiv und pri­va­te Strei­te­rei­en

Als pri­va­ter Ermitt­ler zieht es eini­ge in die gro­ßen Geschäf­te. Dort wer­den stän­dig exter­ne Sicher­heits­leu­te gesucht, die zusätz­lich zur Video­über­wa­chung ein Auge dar­auf haben, dass nichts gestoh­len wird. Auch im pri­va­ten Bereich, dem soge­nann­ten Zivil­recht, wer­den Pri­vat­de­tek­ti­ve aktiv und über­prü­fen das Ein­hal­ten von Ehe­ver­trä­gen, suchen nach ver­miss­ten Per­so­nen oder obser­vie­ren bei dem Ver­dacht des Stal­kings – um nur eini­ge Ein­satz­ge­bie­te zu nen­nen. Zivil­recht­lich ist das Spek­trum beson­ders groß. Ein Detek­tiv wird immer dann aktiv, wenn die Poli­zei­be­hör­den über­las­tet sind oder Auf­trag­ge­ber nicht aus­rei­chend Bewei­se für einen Anfangs­ver­dacht lie­fern kön­nen, die für eine straf­recht­li­che Anzei­ge aus­rei­chen wür­den.

Wirt­schafts­spio­na­ge, Schwarz­ar­beit und Spe­sen­be­trug

Span­nend wie im Film geht es im Bereich der Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät auch teil­wei­se zu. Häu­fig wen­den sich Grün­der und Unter­neh­mer an einen Pri­vat­de­tek­tiv in der Nähe, wenn ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter im Ver­dacht ste­hen, etwas aus dem Unter­neh­men gestoh­len zu haben, uner­laubt der Arbeit fern zu blei­ben („krank­fei­ern“) oder auch die Lohn­fort­zah­lung zu miss­brau­chen. Aber auch, wenn sen­si­ble Daten aus dem eige­nen Unter­neh­men uner­laubt wei­ter­ge­ge­ben wer­den, damit sich Drit­te einen unfai­ren Wett­be­werbs­vor­teil ver­schaf­fen kön­nen. Wenn in der Fir­ma eine Video­über­wa­chung instal­liert wer­den soll, ist der pri­va­te Ermitt­ler eben­falls gefragt.

Vor allem in Fra­gen zum Daten­schutz kann er kom­pe­tent bera­ten, denn das uner­laub­te Auf­neh­men von Mit­ar­bei­tern und Ange­stell­ten ohne deren Wis­sen bleibt in Deutsch­land nur bei einem drin­gen­den Tat­ver­dacht ohne recht­li­che Kon­se­quen­zen. Ansons­ten erfor­dern es die euro­pa­wei­ten Richt­li­ni­en zum Daten­schutz, dass jede Video­über­wa­chung ange­kün­digt wird, auch ein schrift­li­ches Ein­ver­ständ­nis kann nötig wer­den, wenn Kame­ras zum Bei­spiel am Arbeits­platz fest instal­liert wer­den sol­len und nicht nur den Zugang zum Unter­neh­men über­wa­chen.

Geneh­mi­gun­gen, um als Berufs­de­tek­tiv arbei­ten zu kön­nen

Wer Bewei­se gericht­s­taug­lich sichern, Adres­sen von pri­va­ten Per­so­nen ermit­teln, Aus­künf­te zur Boni­tät von Pri­vat­per­so­nen erhal­ten und noch vie­le ande­re typi­sche Auf­ga­ben­ge­bie­te eines Pri­vat­de­tek­tivs über­neh­men möch­te, benö­tigt eine Gewer­be­be­rech­ti­gung nach § 94 Z 62 der Sicher­heits­ge­wer­be-Ver­ord­nung. Nur durch eine dem­entspre­chen­de Erlaub­nis der deut­schen Behör­den darf ein pri­va­ter Ermitt­ler anders agie­ren als jede ande­re natür­li­che Per­son, wobei es jedem Deut­schen zum Bei­spiel mög­lich ist, einen drin­gend Tat­ver­däch­ti­gen so lan­ge auf­zu­hal­ten, bis die Poli­zei ein­ge­trof­fen ist. Als ein ille­ga­les Fest­hal­ten oder eine juris­tisch kor­rek­te Frei­heits­be­rau­bung gilt dies solan­ge nicht, wie eine zugrun­de lie­gen­de Straf­tat nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann.