Zuver­läs­sig­keits­prü­fung auch für Pri­vat­flug­zeug­füh­rer

Pri­vat­flug­zeug­füh­rer, die ihre Lizenz behal­ten wol­len, müs­sen es hin­neh­men, dass ihre Zuver­läs­sig­keit behörd­lich über­prüft wird. Das ergibt sich aus einem aktu­el­len Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Arns­berg.

Zuver­läs­sig­keits­prü­fung auch für Pri­vat­flug­zeug­füh­rer

Der in Hamm woh­nen­de Klä­ger, Inha­ber einer Pri­va­te Pilot Licence Aero­pla­ne (PPL‑A), hat­te sich trotz wie­der­hol­ter Auf­for­de­run­gen gewei­gert, einen Antrag auf die seit 2005 gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Zuver­läs­sig­keits­prü­fung zu stel­len und dadurch die Über­prü­fung ein­zu­lei­ten. Dar­auf­hin hat­te die beklag­te Behör­de, die Bezirks­re­gie­rung Müns­ter, die Lizenz wider­ru­fen. Hier­ge­gen wand­te sich der Klä­ger mit sei­ner vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg erho­be­nen Kla­ge. Er berief sich u.a. dar­auf, sei­ne flie­ge­ri­sche Ver­gan­gen­heit bie­te kei­nen Anlass für die Über­prü­fung, die im Übri­gen Pilo­ten mit aus­län­di­schen Lizen­zen nicht erfas­se. Das Gericht folg­te sei­nen Argu­men­ten jedoch nicht.

In dem Urteil führt das Ver­wal­tungs­ge­richt aus: Gegen die maß­geb­li­chen Neu­re­ge­lun­gen im Luft­si­cher­heits­ge­setz, die das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bis­lang nicht abschlie­ßend beur­teilt habe, bestün­den kei­ne durch­grei­fen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Das Gesetz sei ord­nungs­ge­mäß zustan­de gekom­men; die Zustim­mung des Bun­des­ra­tes sei nicht erfor­der­lich gewe­sen. Grund­rech­te der betrof­fe­nen Pri­vat­flug­zeug­füh­rer wür­den durch die vor­ge­se­he­ne Über­prü­fung nicht ver­letzt. Sie sei ins­be­son­de­re nicht unver­hält­nis­mä­ßig. Dem Sicher­heits­be­dürf­nis im Luft­ver­kehr kom­me eine über­ra­gen­de Bedeu­tung zu. Die Erwei­te­rung der Sicher­heits­über­prü­fung auf Pri­vat­pi­lo­ten sol­le Sicher­heits­lü­cken schlie­ßen und einen bes­se­ren Schutz auch für Klein­flug­hä­fen und die all­ge­mei­ne Luft­fahrt sicher­stel­len. Die Über­prü­fun­gen sei­en geeig­net, die­se Zie­le zu för­dern, auch wenn mög­li­che Gefähr­dun­gen nicht voll­stän­dig aus­ge­räumt wer­den könn­ten. Die per­sön­li­chen Daten des Pri­vat­flug­zeug­füh­rers wür­den zudem nicht zwangs­wei­se oder gar ver­deckt erho­ben. Dem Betrof­fe­nen ver­blei­be viel­mehr die eige­ne Ent­schei­dung, ob er sei­ne Frei­zeit­be­tä­ti­gung über die mit der Erhe­bung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten ein­her­ge­hen­den Beein­träch­ti­gun­gen stel­le oder nicht.

Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg, Urteil vom 30. August 2007 – 7 K 2608/​06