Abwä­gungs­er­for­der­nis bei der Baga­tell­kün­di­gung

Es reicht zur Recht­fer­ti­gung einer ver­hal­tens­be­ding­ten Kün­di­gung nicht auto­ma­tisch aus, dass die Mit­nah­me eines im Betrieb aus­ge­son­der­ten Gegen­stan­des (hier: Werk­bank­teil) nicht erlaubt war. Es ist immer eine kon­kre­te Ein­zel­fall­prü­fung mit Inter­es­sen­ab­wä­gung vor­zu­neh­men. Im kon­kre­ten Ein­zel­fall kann sich ein Ein­griff in das Eigen­tum des Arbeit­ge­bers auch als nur abzu­mah­nen­de Eigen­mäch­tig­keit erwei­sen. Nicht aus jedem unkor­rek­ten, eigen­tums­recht­lich rele­van­ten Ver­hal­ten eines Arbeit­neh­mers kann dar­auf geschlos­sen wer­den, dass ihm eine an Kor­rekt­heit und Ehr­lich­keit aus­ge­rich­te­te Grund­hal­tung fehlt.

Abwä­gungs­er­for­der­nis bei der Baga­tell­kün­di­gung

Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, Urteil vom 13. Janu­ar 2010 – 3 Sa 324/​09