Ände­rungs­kün­di­gung im öffent­li­chen Dienst – und die erfor­der­li­che Anhö­rung des Per­so­nal­rats

Nach § 75 Abs. 1 Nr. 12 LPVG BW1 unter­liegt der Aus­spruch einer ordent­li­chen Kün­di­gung durch die Dienst­stel­le der ein­ge­schränk­ten Mit­be­stim­mung des Per­so­nal­rats.

Ände­rungs­kün­di­gung im öffent­li­chen Dienst – und die erfor­der­li­che Anhö­rung des Per­so­nal­rats

Dies bedeu­tet, dass die Dienst­stel­le gemäß § 76 Abs. 1 LPVG BW den Per­so­nal­rat von der beab­sich­tig­ten Maß­nah­me unter­rich­ten und sei­ne Zustim­mung zu bean­tra­gen hat. Für die Unter­rich­tung des Per­so­nal­rats gel­ten die glei­chen Anfor­de­run­gen wie an eine Anhö­rung des Betriebs­rats gemäß § 102 Abs. 1 Satz 2 BetrVG2.

Der not­wen­di­ge Inhalt der Unter­rich­tung rich­tet sich nach dem Sinn und Zweck der Anhö­rung. Die­ser besteht dar­in, den Per­so­nal­rat in die Lage zu ver­set­zen, sach­ge­recht auf den Arbeit­ge­ber ein­zu­wir­ken. Nach dem Grund­satz der sub­jek­ti­ven Deter­mi­nie­rung muss der Arbeit­ge­ber dem Per­so­nal­rat die Umstän­de mit­tei­len, die sei­nen Kün­di­gungs­ent­schluss tat­säch­lich bestimmt haben.

In sei­ner neue­ren Recht­spre­chung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt gewis­se "Nuan­cie­run­gen" des Grund­sat­zes der sub­jek­ti­ven Deter­mi­nie­rung vor­ge­nom­men.

So darf der Arbeit­ge­ber ihm bekann­te Umstän­de, die sich bei objek­ti­ver Betrach­tung zuguns­ten des Arbeit­neh­mers aus­wir­ken kön­nen, dem Betriebs­rat nicht des­halb vor­ent­hal­ten, weil sie für sei­nen eige­nen Kün­di­gungs­ent­schluss nicht von Bedeu­tung waren. In die­sem Sin­ne ist die Per­so­nal­rats­an­hö­rung – aus­ge­hend vom sub­jek­ti­ven Kennt­nis­stand des Arbeit­ge­bers – auch objek­tiv, d.h. durch den Sinn und Zweck der Anhö­rung deter­mi­niert3.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Baden ‑Würt­tem­berg, Urteil vom 26. August 2016 – 1 Sa 14/​16

  1. in der seit dem 01.01.2014 gel­ten­den Fas­sung []
  2. stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. nur BAG 16.07.2015 – 2 AZR 85/​15, Rn. 63 []
  3. BAG 19.11.2015 – 2 AZR 217/​15, Rn. 45; BAG 16.07.2015 – 2 AZR 15/​15, Rn.19; BAG 23.10.2014 – 2 AZR 736/​13, Rn. 15 []