ALG II – und der For­de­rungs­über­gang gegen den ehe­ma­li­gen Arbeit­ge­ber

Nach § 115 SGB X, der gemäß § 33 Abs. 5 SGB II der Rege­lung des Über­gangs von Ansprü­chen nach § 33 Abs. 1 SGB II vor­geht, fin­det ein Anspruchs­über­gang auf das Job­cen­ter statt, soweit die­ses wegen der Nicht­er­fül­lung des Anspruchs auf Arbeits­ent­gelt 1 Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen erbracht hat.

ALG II – und der For­de­rungs­über­gang gegen den ehe­ma­li­gen Arbeit­ge­ber

Dies gilt auch bei Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen an Bedarfs­ge­mein­schaf­ten 2.

Aller­dings kön­nen die über­ge­gan­ge­nen Ansprü­che auf­grund eines Rück­über­tra­gungs- und Abtre­tungs­ver­trags, den der (ehe­ma­li­ge) Arbeit­neh­mer und das Job­cen­ter gemäß § 33 Abs. 4 SGB II schlies­sen, im Wege einer pri­vat­recht­li­chen Abtre­tung nach § 398 BGB auf den Arbeit­neh­mer zurück­über­tra­gen wer­den, so dass er inso­weit wie­der Inha­ber der streit­ge­gen­ständ­li­chen For­de­rung ist.

Soweit dem (ehe­ma­li­gen) Arbeit­neh­mer gegen sei­nen (ehe­ma­li­gen) Arbeit­ge­ber auf den Haupt­an­spruch Zin­sen zuste­hen, § 288 Abs. 1 iVm. § 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB, ste­hen die­se ab dem Zeit­punkt des tat­säch­li­chen Zuflus­ses der zum Anspruchs­über­gang nach § 115 SGB X füh­ren­den öffent­lich-recht­li­che Leis­tun­gen eben­falls dem Leis­tungs­trä­ger zu 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 28. Sep­tem­ber 2016 – 5 AZR 224/​16

  1. zum Erfor­der­nis der Kau­sa­li­tät, vgl. BAG 29.04.2015 – 5 AZR 756/​13, Rn. 8 ff., BAGE 151, 281[]
  2. zum Anspruchs­über­gang nach § 115 SGB X bei Bedarfs­ge­mein­schaf­ten, vgl. BAG 21.03.2012 – 5 AZR 61/​11, BAGE 141, 95[]
  3. BAG 19.03.2008 – 5 AZR 429/​07, Rn. 16, BAGE 126, 198; 29.04.2015 – 5 AZR 756/​13, Rn.19, BAGE 151, 281[]