Alter­na­ti­ve Urteils­grün­de – und die Beru­fungs­be­grün­dung

Nach § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG iVm. § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO muss die Beru­fungs­be­grün­dung die Umstän­de bezeich­nen, aus denen sich die Rechts­ver­let­zung durch das ange­foch­te­ne Urteil und deren Erheb­lich­keit für das Ergeb­nis der Ent­schei­dung ergibt.

Alter­na­ti­ve Urteils­grün­de – und die Beru­fungs­be­grün­dung

Die Beru­fungs­be­grün­dung muss erken­nen las­sen, in wel­chen Punk­ten tat­säch­li­cher oder recht­li­cher Art das ange­foch­te­ne Urteil nach Ansicht des Beru­fungs­klä­gers unrich­tig ist und auf wel­chen Grün­den die­se Ansicht im Ein­zel­nen beruht 1.

Hat das erst­in­stanz­li­che Gericht sei­ne Ent­schei­dung hin­sicht­lich eines Streit­ge­gen­stands auf meh­re­re selbst­stän­dig tra­gen­de Begrün­dun­gen gestützt, muss die Beru­fungs­be­grün­dung das Urteil in allen die­sen Punk­ten angrei­fen.

Andern­falls ist das Rechts­mit­tel ins­ge­samt unzu­läs­sig, weil der Angriff gegen eine der Begrün­dun­gen nicht aus­reicht, um die Ent­schei­dung ins­ge­samt in Fra­ge zu stel­len 2.

Ist die Beru­fung teil­wei­se unzu­läs­sig, hat das Revi­si­ons­ge­richt die Revi­si­on inso­weit zurück­zu­wei­sen 3, wenn das Beru­fungs­ge­richt – wie im Streit­fall – kei­ne Sach­ent­schei­dung zulas­ten des Geg­ners getrof­fen hat 4.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 28. August 2019 – 10 AZR 550/​18

  1. BAG 24.10.2017 – 1 AZR 166/​16, Rn. 11[]
  2. BAG 14.05.2019 – 3 AZR 274/​18, Rn.19 mwN[]
  3. vgl. BAG 23.11.2017 – 8 AZR 458/​16, Rn. 10 mwN[]
  4. vgl. dazu BAG 24.10.2018 – 10 AZR 278/​17, Rn. 13[]