Alters­dis­kri­mi­nie­ren­de Stel­len­aus­schrei­bung

Die Begren­zung einer inner­be­trieb­li­chen Stel­len­aus­schrei­bung auf Arbeit­neh­mer im ers­ten Berufs­jahr kann nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts eine nach § 3 Abs. 2 AGG unzu­läs­si­ge mit­tel­ba­re Benach­tei­li­gung wegen des Alters sein. Arbeit­neh­mer mit meh­re­ren Berufs­jah­ren wei­sen typi­scher­wei­se gegen­über Arbeit­neh­mern im ers­ten Berufs­jahr ein höhe­res Lebens­al­ter auf. Eine sol­che Beschrän­kung kann gerecht­fer­tigt sein, wenn der Arbeit­ge­ber mit ihr ein recht­mä­ßi­ges Ziel ver­folgt und sie zur Errei­chung die­ses Ziels ange­mes­sen und erfor­der­lich ist. Sind die hier­für vom Arbeit­ge­ber ange­führ­ten Grün­de offen­sicht­lich unge­eig­net, ver­stößt er grob gegen sei­ne Pflicht zur dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Stel­len­aus­schrei­bung nach § 11 AGG. Dage­gen kann der Betriebs­rat nach § 17 Abs. 2 AGG vor­ge­hen.

Alters­dis­kri­mi­nie­ren­de Stel­len­aus­schrei­bung

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat daher dem Antrag eines Betriebs­rats statt­ge­ge­ben, der von dem Arbeit­ge­ber ver­langt hat­te, in inter­nen Stel­len­aus­schrei­bun­gen auf die Anga­be des ers­ten Berufs­jah­res zu ver­zich­ten. Der Arbeit­ge­ber hat­te sich hier­für auf das von ihm vor­ge­ge­be­ne Per­so­nal­bud­get beru­fen. Die­se Begrün­dung war offen­sicht­lich unge­eig­net, den Bewer­ber­kreis von vorn­her­ein auf jün­ge­re Beschäf­tig­te zu begren­zen.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 18. August 2009 – 1 ABR 47/​08