Alters­teil­zeit im Block­mo­dell – und die Geschäfts­fü­her­haf­tung wegen unter­las­se­ner Insol­venz­si­che­rung

Ein GmbH-Geschäfts­füh­rer haf­tet nicht für die Ver­bind­lich­kei­ten der GmbH als Arbeit­ge­be­rin gegen­über der Arbeit­neh­me­rin aus dem Alters­teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis.

Alters­teil­zeit im Block­mo­dell – und die Geschäfts­fü­her­haf­tung wegen unter­las­se­ner Insol­venz­si­che­rung

§ 13 Abs. 2 GmbHG regelt, dass für die Ver­bind­lich­kei­ten einer Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung den Gläu­bi­gern der­sel­ben nur das Gesell­schafts­ver­mö­gen haf­tet. Ein Geschäfts­füh­rer einer GmbH haf­tet für deren Ver­bind­lich­kei­ten des­halb nur dann per­sön­lich, wenn ein beson­de­rer Haf­tungs­grund gege­ben ist 1. An einem sol­chen beson­de­ren Haf­tungs­grund fehlt es 2.

Bei den Geschäfts­füh­rer­an­stel­lungs­ver­trä­gen der Geschäfts­füh­rer mit der Arbeit­ge­be­rin han­delt es sich auch nicht um Ver­trä­ge mit Schutz­wir­kung zuguns­ten der Alters­teil­zeit­ar­beit­neh­mer mit Wert­gut­ha­ben 3.

Eine Haf­tung der Geschäfts­füh­rer aus § 823 Abs. 1 BGB kommt nicht in Betracht. Ein Wert­gut­ha­ben ist kein sons­ti­ges Recht iSv. § 823 Abs. 1 BGB 4.

Die Geschäfts­füh­rer haben kein Schutz­ge­setz iSv. § 823 Abs. 2 BGB ver­letzt 5.

Auch kann die Arbeit­neh­me­rin ihre Ansprü­che gegen die Geschäfts­füh­rer auch nicht aus den gewohn­heits­recht­lich aner­kann­ten Grund­sät­zen der Dritt­scha­dens­li­qui­da­ti­on her­lei­ten 6.

Schließ­lich begrün­det auch § 7e Abs. 7 Satz 2 SGB IV kei­ne Haf­tung der Geschäfts­füh­rer. Die Anwen­dung die­ser Vor­schrift auf Alters­teil­zeit­wert­gut­ha­ben schließt § 8a Abs. 1 Satz 1 Halbs. 2 Alt­T­ZG aus. Die­ser Anwen­dungs­aus­schluss betrifft alle in § 7e SGB IV getrof­fe­nen Rege­lun­gen und damit auch die in § 7e Abs. 7 Satz 2 SGB IV ange­ord­ne­te Haf­tung der organ­schaft­li­chen Ver­tre­ter 7.

Der Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG ist durch die­sen Anwen­dungs­aus­schluss in § 8a Abs. 1 Satz 1 Halbs. 2 Alt­T­ZG nicht ver­letzt 8.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 23. Febru­ar 2016 – 9 AZR 326/​15

  1. st. Rspr., vgl. zB BAG 23.02.2010 – 9 AZR 44/​09, Rn. 22, BAGE 133, 213[]
  2. BAG 23.02.2016 – 9 AZR 293/​15, Rn. 14 ff.[]
  3. ausf. BAG 23.02.2016 – 9 AZR 293/​15, Rn. 16 ff.[]
  4. st. Rspr., zB BAG 23.02.2010 – 9 AZR 44/​09, Rn. 32, BAGE 133, 213; 21.11.2006 – 9 AZR 206/​06, Rn. 27 ff.; grund­le­gend BAG 16.08.2005 – 9 AZR 79/​05, zu B III 1 der Grün­de[]
  5. umfas­send BAG 23.02.2016 – 9 AZR 293/​15, Rn. 23 ff.[]
  6. näher BAG 23.02.2016 – 9 AZR 293/​15, Rn. 27 ff.[]
  7. ausf. BAG 23.02.2016 – 9 AZR 293/​15, Rn. 30 ff.[]
  8. näher BAG 23.02.2016 – 9 AZR 293/​15, Rn. 43 ff.[]