Anfech­tung einer Betriebs­rats­wahl – und die Anfech­tungs­frist

Im Bereich des Wahl­an­fech­tungs­ver­fah­rens kommt es dar­auf an, ob inner­halb der Anfech­tungs­frist über­haupt betriebs­ver­fas­sungs­recht­lich erheb­li­che Grün­de vor­ge­tra­gen wor­den sind.

Anfech­tung einer Betriebs­rats­wahl – und die Anfech­tungs­frist

Der Antrag­stel­ler muss in sei­nem Antrag einen Sach­ver­halt dar­le­gen, der mög­li­cher­wei­se die Ungül­tig­keit der durch­ge­führ­ten Wahl begrün­den kann, der also nicht schon auf den ers­ten Blick erkenn­bar ganz uner­heb­lich ist; der Sach­ver­halt muss Anlass zu der Ansicht des Antrag­stel­lers geben kön­nen, es sei bei der Wahl gegen Vor­schrif­ten des Betriebs­ver­fas­sungs­rechts ver­sto­ßen wor­den.

Ist das der Fall, so steht nicht nur einem Nach­schie­ben von Anfech­tungs­grün­den nichts im Wege, son­dern das Gericht ist dann sogar gehal­ten, von Amts wegen allen für eine Wahl­an­fech­tung in Betracht kom­men­den Wahl­ver­stö­ßen nach­zu­ge­hen, die sich aus dem Vor­trag der Betei­lig­ten erge­ben [1].

Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Beschluss vom 11. Sep­tem­ber 2019 – 13 TaBV 85/​18

  1. vgl. BAG 03.06.1969 – 1 ABR 3/​69 –, BAGE 22, 38, Rn. 10[]