Antrags­be­fug­nis im arbeits­ge­richt­li­chen Beschluss­ver­fah­ren

Im arbeits­ge­richt­li­chen Beschluss­ver­fah­ren ist ein Betei­lig­ter antrags­be­fugt iSv. § 81 Abs. 1 ArbGG, wenn er eige­ne Rech­te gel­tend macht.

Antrags­be­fug­nis im arbeits­ge­richt­li­chen Beschluss­ver­fah­ren

Eben­so wie die Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis im Urteils­ver­fah­ren dient die Antrags­be­fug­nis im Beschluss­ver­fah­ren dazu, Popu­lar­kla­gen aus­zu­schlie­ßen. Im Beschluss­ver­fah­ren ist die Antrags­be­fug­nis gege­ben, wenn der Antrag­stel­ler durch die begehr­te Ent­schei­dung in sei­ner kol­lek­tiv­recht­li­chen Rechts­po­si­ti­on betrof­fen sein kann.

Das ist regel­mä­ßig der Fall, wenn er eige­ne Rech­te gel­tend macht und dies nicht von vorn­her­ein als aus­sichts­los erscheint [1].

Eine begehr­te Fest­stel­lung, dass ein zwei­tes Betriebs­rats­mit­glied frei­zu­stel­len ist, betrifft unmit­tel­bar nicht das betrof­fe­ne Betriebs­rats­mit­glied, son­dern nur den Betriebs­rat als Organ in sei­ner betriebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Rechts­po­si­ti­on. Das ein­zel­ne Betriebs­rats­mit­glied hat erst nach sei­ner Wahl einen Anspruch dar­auf, frei­ge­stellt zu wer­den [2]. Daher ist des­sen betriebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Rechts­po­si­ti­on in Bezug auf die Frei­stel­lung erst nach der Wahl berührt.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 18. Janu­ar 2017 – 7 ABR 60/​15

  1. vgl. BAG 4.12 2013 – 7 ABR 7/​12, Rn. 15; 5.03.2013 – 1 ABR 75/​11, Rn. 17; 21.08.2012 – 3 ABR 20/​10, Rn. 26 mwN; 17.06.2009 – 7 ABR 96/​07, Rn. 9[]
  2. vgl. BAG 5.12 2012 – 7 ABR 17/​11, Rn. 14; 15.12 2011 – 7 ABR 65/​10, Rn. 12 mwN, BAGE 140, 208[]