Antrags­er­wei­te­run­gen im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren

Antrags­er­wei­te­run­gen und sons­ti­ge Antrags­än­de­run­gen sind im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren wegen § 559 Abs. 1 ZPO grund­sätz­lich nicht mehr mög­lich 1.

Antrags­er­wei­te­run­gen im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren

Der Schluss der Anhö­rung vor dem Beschwer­de­ge­richt bil­det nicht nur bezüg­lich des tat­säch­li­chen Vor­brin­gens, son­dern auch bezüg­lich der Anträ­ge der Betei­lig­ten die Ent­schei­dungs­grund­la­ge für das Rechts­be­schwer­de­ge­richt.

Hier­von hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt – abge­se­hen von den Fäl­len des § 264 Nr. 2 ZPO – aus pro­zess­öko­no­mi­schen Grün­den Aus­nah­men zuge­las­sen, wenn sich der neue Sach­an­trag auf einen in der Beschwer­de­instanz fest­ge­stell­ten oder von den Betei­lig­ten über­ein­stim­mend vor­ge­tra­ge­nen Sach­ver­halt stüt­zen kann, sich das recht­li­che Prüf­pro­gramm nicht wesent­lich ändert und die Ver­fah­rens­rech­te der ande­ren Betei­lig­ten durch eine Sach­ent­schei­dung nicht ver­kürzt wer­den 2.

Unschäd­lich ist es außer­dem, wenn eine Ände­rung des Lebens­sach­ver­halts allein in einer für Inhalt und Umfang des Streit­stoffs fol­gen­lo­sen Rechts- oder Funk­ti­ons­nach­fol­ge besteht 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 18. Mai 2016 – 7 ABR 81/​13

  1. vgl. etwa BAG 20.04.2010 – 1 ABR 78/​08, Rn. 37, BAGE 134, 62[]
  2. vgl. etwa BAG 29.04.2015 – 7 ABR 102/​12, Rn. 59, BAGE 151, 286; 20.04.2010 – 1 ABR 78/​08, Rn. 37, aaO[]
  3. BAG 4.11.2015 – 7 ABR 61/​13, Rn.20[]