Arbeits­ge­rich­te Beschluss­ver­fah­ren – und die Erhe­bung eines Wide­r­an­trags in der Rechts­be­schwer­de

Die Erhe­bung des Wide­r­an­trags erst­mals in der Rechts­be­schwer­de­instanz ist unzu­läs­sig.

Arbeits­ge­rich­te Beschluss­ver­fah­ren – und die Erhe­bung eines Wide­r­an­trags in der Rechts­be­schwer­de

Die Anbrin­gung eines Wide­r­an­trags ist – eben­so wie eine Antrags­er­wei­te­rung oder eine sons­ti­ge Antrags­än­de­rung – in der Rechts­be­schwer­de wegen § 559 Abs. 1 ZPO grund­sätz­lich nicht mehr mög­lich 1. Der Schluss der Anhö­rung vor dem Beschwer­de­ge­richt bil­det nicht nur bezüg­lich des tat­säch­li­chen Vor­brin­gens, son­dern auch bezüg­lich der Anträ­ge der Betei­lig­ten die Ent­schei­dungs­grund­la­ge für das Rechts­be­schwer­de­ge­richt.

Bei Antrags­er­wei­te­run­gen und sons­ti­gen Antrags­än­de­run­gen hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt aus pro­zess­öko­no­mi­schen Grün­den Aus­nah­men zuge­las­sen, wenn sich der neue Sach­an­trag auf einen in der Beschwer­de­instanz fest­ge­stell­ten oder von den Betei­lig­ten über­ein­stim­mend vor­ge­tra­ge­nen Sach­ver­halt stüt­zen kann, sich das recht­li­che Prüf­pro­gramm nicht wesent­lich ändert und die Ver­fah­rens­rech­te der ande­ren Betei­lig­ten durch eine Sach­ent­schei­dung nicht ver­kürzt wer­den 2. Dies gilt für die Anbrin­gung eines Wide­r­an­trags in der Rechts­be­schwer­de­instanz ent­spre­chend.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 1. August 2018 – 7 ABR 63/​16

  1. vgl. zur Wider­kla­ge in der Revi­si­ons­in­stanz BGH 23.05.1957 – II ZR 250/​55, zu I 2 der Grün­de, BGHZ 24, 279[]
  2. vgl. etwa BAG 18.05.2016 – 7 ABR 81/​13, Rn. 24; 29.04.2015 – 7 ABR 102/​12, Rn. 59, BAGE 151, 286; 22.07.2014 – 1 ABR 94/​12, Rn. 31; 20.04.2010 – 1 ABR 78/​08, Rn. 37, BAGE 134, 62[]