Arbeits­recht­li­che Fol­gen der Auf­lö­sung der Ver­sor­gungs­äm­ter in NRW

Durch Gesetz vom 21. Novem­ber 2007 glie­der­te das Land Nord­rhein-West­fa­len die Ver­sor­gungs­ver­wal­tung in die all­ge­mei­ne Ver­wal­tung ein und lös­te die Ver­sor­gungs­äm­ter zum 1. Janu­ar 2008 auf. Die Auf­ga­ben der Ver­sor­gungs­äm­ter (z. B. nach dem Schwer­be­hin­der­ten­recht oder dem Bun­des­el­tern­geld- und Eltern­zeit­ge­setz) wur­den auf Krei­se und kreis­freie Städ­te, Land­schafts­ver­bän­de und Bezirks­re­gie­run­gen über­tra­gen. Die bei den Ver­sor­gungs­äm­tern beschäf­tig­ten Arbeit­neh­mer wur­den im Wege eines sog. Zuord­nungs­plans unter Berück­sich­ti­gung sozia­ler Kri­te­ri­en und dienst­li­cher Belan­ge auf die neu­en Auf­ga­ben­trä­ger ver­teilt. Soweit es sich dabei nicht um Lan­des­be­hör­den han­delt, wur­den die Arbeit­neh­mer den Kom­mu­nen und Land­schafts­ver­bän­den im Wege der sog. Per­so­nal­ge­stel­lung zur Ver­fü­gung gestellt. Dabei blie­ben die Arbeits­ver­hält­nis­se mit dem beklag­ten Land bestehen.

Arbeits­recht­li­che Fol­gen der Auf­lö­sung der Ver­sor­gungs­äm­ter in NRW

Die Klä­ge­rin war lang­jäh­rig beim Ver­sor­gungs­amt Gel­sen­kir­chen im Assis­tenz­dienst beschäf­tigt. Ab 1. Janu­ar 2008 wur­de sie dem Land­schafts­ver­band West­fa­len-Lip­pe in Müns­ter zuge­ord­net. Die ein­fa­che Ent­fer­nung zwi­schen Gel­sen­kir­chen und Müns­ter beträgt 83 km. Die Klä­ge­rin hat die Rechts­un­wirk­sam­keit der per­so­nel­len Maß­nah­me gel­tend gemacht und ins­be­son­de­re die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass sozia­le Kri­te­ri­en nicht genü­gend berück­sich­tigt wor­den sei­en. Die wei­te Ent­fer­nung zum Arbeits­platz sei ihr unzu­mut­bar.

Das erst­in­stanz­lich mit der Kla­ge befass­te Arbeits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben, das Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm hat sie abge­wie­sen 1. Die Revi­si­on der Klä­ge­rin blieb ‑eben­so wie zwei wei­te­re Ver­fah­ren ande­rer, eben­falls von der Auf­lö­sung der Ver­sor­gungs­äm­ter betrof­fe­ner Arbeit­neh­mer – vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt erfolg­los. Das beklag­te Land NRW durf­te durch Gesetz eine Per­so­nal­ge­stel­lung an ande­re öffent­li­che Arbeit­ge­ber vor­se­hen. Die­se Rege­lung ver­stößt nicht gegen höher­ran­gi­ges Recht. Die vom Land bei der Zuord­nung der Beschäf­tig­ten berück­sich­tig­ten sozia­len Kri­te­ri­en und ihre Gewich­tung sowie die Zuord­nung der Klä­ge­rin im Ein­zel­fall sind nicht zu bean­stan­den.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urtei­le vom 14. Juli 2010 – 10 AZR 21/​09, 10 AZR 84/​09 und 10 AZR 182/​09

  1. LAG Hamm, Urteil vom 04.12.2008 – 17 Sa 997/​08[]