Arbeits­schutz im pri­va­ten Bereich

In Ver­bin­dung mit den zahl­rei­chen Sil­ves­ter­fei­ern ist es auch dies­mal wie­der zu eini­gen Unfäl­len gekom­men, bei denen sich Men­schen ver­letzt haben. Die aus­ge­las­se­ne Stim­mung, Alko­hol­ge­nuss und der Umgang mit Feu­er­werk sind eine gefähr­li­che Mischung, die schnell zu einem Unfall füh­ren kann, bzw. sich bei einem Unfall erheb­lich aus­wir­ken kann.

Arbeits­schutz im pri­va­ten Bereich

Beson­ders im pri­va­ten Bereich wird oft nicht bis zur letz­ten Kon­se­quenz auf Schutz und Sicher­heit geach­tet. Lei­der wird die Gefahr häu­fig unter­schätzt. In der pri­va­ten Umge­bung und dem eige­nen Zuhau­se über­wiegt das Gefühl der Gebor­gen­heit und Sicher­heit. Mög­li­che Ver­let­zungs­ge­fah­ren wer­den nicht wahr­ge­nom­men oder aus­ge­blen­det. "Einen selbst kann das nicht wider­fah­ren" und "das kann nur in der Fer­ne, außer­halb der ver­trau­ten Umge­bung pas­sie­ren" – mit die­sen Wor­ten igno­rie­ren die meis­ten Men­schen die Unfall­ge­fahr in ihrem ver­trau­ten Heim.

Die Rea­li­tät besagt aber, dass sich die meis­ten Unfäl­le zuhau­se ereig­nen! Nach Anga­ben der Bun­des­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin hat es im Jahr 2013 ca. 8600 Unfall­to­te und schät­zungs­wei­se 2,80 Mio. Unfall­ver­letz­te im Haus­be­reich gege­ben. Wäh­rend ein Unter­neh­mer, der Arbeit­neh­mer beschäf­tigt, sich mit der Ein­stel­lung des ers­ten Mit­ar­bei­ters um den erfor­der­li­chen Arbeits­schutz küm­mern muss, sieht das im pri­va­ten Bereich voll­kom­men anders aus. Als Arbeit­ge­ber besteht die Ver­pflich­tung zur Arbeits­si­cher­heit und zum Gesund­heits­schutz. Je nach Ein­satz­be­reich ist z.B. die pas­sen­de Klei­dung für die Tätig­keit zur Ver­fü­gung zu stel­len. Im Unter­neh­men steht dem Arbeit­ge­ber bei der Umset­zung des kom­ple­xen Arbeits­schut­zes der Betriebs­arzt und die Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit zur Sei­te. Dar­über­hin­aus ist es gesetz­lich (SGB VII) gere­gelt, dass "mit allen geeig­ne­ten Mit­teln Arbeits­un­fäl­le und Berufs­krank­hei­ten sowie arbeits­be­ding­te Gesund­heits­ge­fah­ren zu ver­hü­ten sind" (§ 1, Zif.1 SGB VII).

Doch wäh­rend kein Arbei­ter in der Stahl-Fabrik ohne die pas­sen­de Schutz­klei­dung sei­ne Arbeit auf­neh­men darf, oder der Schwei­ßer nur mit ent­spre­chen­der Schutz­bril­le tätig wer­den darf, fragt bei der Frei­zeit­be­schäf­ti­gung oder im Haus­halt nie­mand, ob die Haus­frau in der Küche z.B. rutsch­fes­te Schu­he trägt. Genau­so wird bei der Gar­ten­ar­beit im eige­nen Gar­ten nicht dar­auf geach­tet, ob Stahl­kap­pen­schu­he und Schutz­bril­le beim Sägen von Vor­teil wären. Aber Gefah­ren machen vor dem Pri­vat­le­ben kei­nen Halt – daher soll­te man sie auch dort ernst neh­men und mög­lichst ver­rin­gern.