Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung – und die Erschüt­te­rung ihres Beweis­werts

In der Regel ist der Beweis krank­heits­be­ding­ter Arbeits­un­fä­hig­keit durch die Vor­la­ge einer ärzt­li­chen Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung iSd. § 5 Abs. 1 Satz 2 EFZG geführt.

Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung – und die Erschüt­te­rung ihres Beweis­werts

Die ord­nungs­ge­mäß aus­ge­stell­te Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung ist das gesetz­lich aus­drück­lich vor­ge­se­he­ne und inso­weit wich­tigs­te Beweis­mit­tel für das Vor­lie­gen krank­heits­be­ding­ter Arbeits­un­fä­hig­keit.

Ihr kommt ein hoher Beweis­wert zu. Der Tatrich­ter kann nor­ma­ler­wei­se den Beweis einer krank­heits­be­ding­ten Arbeits­un­fä­hig­keit als erbracht anse­hen, wenn der Arbeit­neh­mer im Rechts­streit eine Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung vor­legt 1.

Aller­dings kann deren Beweis­wert durch den eige­nen Sach­vor­trag der Arbeit­neh­me­rin erschüt­tert sein, wenn sich aus deren Vor­trag gewich­ti­ge Indi­zi­en für die Annah­me erge­ben, dass die Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gun­gen nicht (oder nicht durch­ge­hend) wegen einer zur Arbeits­un­fä­hig­keit füh­ren­den Erkran­kun­gen der Arbeit­neh­me­rin (hier: son­dern wegen einer durch die Unfrucht­bar­keit des Ehe­man­nes indi­zier­ten In-vir­to-Fer­ti­li­sa­ti­on) erteilt wur­den 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 26. Okto­ber 2016 – 5 AZR 167/​16

  1. st. Rspr., vgl. nur BAG 26.02.2003 – 5 AZR 112/​02 – zu – I 1 der Grün­de, BAGE 105, 171; 25.05.2016 – 5 AZR 318/​15, Rn. 21[]
  2. vgl. BAG 15.05.2013 – 5 AZR 130/​12, Rn. 27; 24.09.2014 – 5 AZR 611/​12, Rn. 17, BAGE 149, 144[]