Arbeits­ver­trag­li­che Ver­wei­sungs­klau­sel – und ihre Aus­le­gung

Ver­knüpft ein Arbeit­ge­ber in dem von ihm ver­wen­de­ten Arbeits­ver­trags­for­mu­lar die dort genann­te Ver­gü­tung mit einer kon­kre­ten tarif­li­chen Ent­gelt­grup­pe eines dem Anwen­dungs­be­reich nach ein­schlä­gi­gen Tarif­ver­trags, bringt er damit als Klau­sel­ver­wen­der zum Aus­druck, er ver­gü­te den Arbeit­neh­mer ent­spre­chend den ein­schlä­gi­gen tarif­li­chen Ent­gelt­be­stim­mun­gen.

Arbeits­ver­trag­li­che Ver­wei­sungs­klau­sel – und ihre Aus­le­gung

Der durch­schnitt­li­che Arbeit­neh­mer darf bei einer der­ar­ti­gen Ver­knüp­fung von einem fes­ten Ent­gelt­be­trag und des­sen Zuord­nung zu einer tarif­li­chen Ver­gü­tungs­grup­pe red­li­cher­wei­se davon aus­ge­hen, der in der Klau­sel fest­ge­hal­te­ne Betrag wer­de für die Dau­er des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht sta­tisch sein, son­dern sol­le sich ent­spre­chend den tarif­li­chen Ent­wick­lun­gen des genann­ten Gehalts­ta­rif­ver­trags ent­wi­ckeln1.

Die pau­scha­le Bezug­nah­me im Arbeits­ver­trag auf tarif­li­che Ver­gü­tungs­be­stim­mun­gen ohne Anga­be einer kon­kret nach Datum fest­ge­leg­ten Fas­sung des in Bezug genom­me­nen Tarif­ver­trags ist regel­mä­ßig dyna­misch zu ver­ste­hen. Nur wenn es ein­deu­ti­ge Hin­wei­se für eine sta­ti­sche Bezug­nah­me gibt, kann von die­ser Aus­le­gungs­re­gel abge­wi­chen wer­den2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 11. April 2018 – 4 AZR 265/​17

  1. vgl. nur BAG 13.05.2015 – 4 AZR 244/​14, Rn. 17 mwN []
  2. st. Rspr., vgl. nur BAG 7.12 2016 – 4 AZR 414/​14, Rn. 25; 25.02.2015 – 5 AZR 481/​13, Rn. 15, jeweils mwN []