Arbeitszeugnis für eine Führungskraft – und die Mitarbeiterführung

In das Arbeitszeugnis einer Führungskraft ist ein Absatz einzufügen, der sich zu der Aufgabenerledigung des Arbeitnehmers im Zusammenhang mit der Führung der ihm unterstellten Mitarbeiter verhält.

Arbeitszeugnis für eine Führungskraft – und die Mitarbeiterführung

Das gebietet der Grundsatz der Zeugniswahrheit unter Berücksichtigung des Zwecks des Arbeitszeugnisses, nämlich dem Arbeitnehmer als Bewerbungsgrundlage dienen zu können.

Bei einer Führungskraft ist es für einen potentiellen Arbeitgeber regelmäßig von maßgeblichem Interesse, wie viele Mitarbeiter dieser geführt hat. Dieser Umstand lässt weitreichende Schlüsse auf die Bedeutung der übertragenen Position und im Zusammenhang mit den weiteren Bewertungen des Zeugnisses auf die Fähigkeiten des beurteilten Arbeitnehmers zu.

Im hier vom Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein entschiedenen Fall hat die Arbeitgeberin diesen Aspekt der Tätigkeit des Arbeitnehmers überhaupt nicht bewertet. Sie kann den Vortrag des Arbeitnehmers zu der Art, wie er seine Führungsaufgaben gegenüber den unterstellten Mitarbeitern wahrgenommen hat, nicht einfach bestreiten, wie sie dies getan hat, sondern muss eine eigene Beurteilung dieses unerlässlichen Kriteriums erstellen. Da die Arbeitgeberin dies nicht getan hat, gilt der entsprechende Vortrag des Arbeitnehmers als zugestanden.

Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 7. November 2017 – 1 Sa 29/17