Auf­lö­sen­de Bedin­gung beim Arbeits­ver­trag – und die Kla­ge­frist

Nach §§ 21, 17 Satz 2 TzBfG iVm. § 7 Halbs. 1 KSchG gilt eine auf­lö­sen­de Bedin­gung als zu dem in der schrift­li­chen Unter­rich­tung des Arbeit­neh­mers durch den Arbeit­ge­ber ange­ge­be­nen Zeit­punkt des Ein­tritts der auf­lö­sen­den Bedin­gung ein­ge­tre­ten, wenn der Arbeit­neh­mer den Nicht­ein­tritt der auf­lö­sen­den Bedin­gung nicht inner­halb der Drei­wo­chen­frist nach §§ 21, 17 Satz 1 und Satz 3, § 15 Abs. 2 TzBfG gericht­lich gel­tend gemacht hat [1].

Auf­lö­sen­de Bedin­gung beim Arbeits­ver­trag – und die Kla­ge­frist

Die drei­wö­chi­ge Kla­ge­frist nach §§ 21, 17 Satz 1 TzBfG beginnt bei Bedin­gungs­kon­troll­kla­gen grund­sätz­lich mit dem Tag, an dem die auf­lö­sen­de Bedin­gung ein­ge­tre­ten ist.

Aller­dings endet der auf­lö­send beding­te Arbeits­ver­trag nach §§ 21, 15 Abs. 2 TzBfG frü­hes­tens zwei Wochen nach Zugang der schrift­li­chen Unter­rich­tung des Arbeit­neh­mers durch den Arbeit­ge­ber über den Ein­tritt der Bedin­gung. Des­halb wird gemäß §§ 21, 17 Satz 1 und Satz 3, § 15 Abs. 2 TzBfG die Kla­ge­frist erst mit dem Zugang der schrift­li­chen Erklä­rung des Arbeit­ge­bers, das Arbeits­ver­hält­nis sei auf­grund des Ein­tritts der Bedin­gung been­det, in Lauf gesetzt, wenn die Bedin­gung bereits vor Ablauf der Zwei­wo­chen­frist ein­ge­tre­ten ist [2].

Ist strei­tig, ob die auf­lö­sen­de Bedin­gung ein­ge­tre­ten ist, beginnt die Drei­wo­chen­frist grund­sätz­lich zu dem vom Arbeit­ge­ber in dem Unter­rich­tungs­schrei­ben ange­ge­be­nen Zeit­punkt des Bedin­gungs­ein­tritts zu lau­fen [3].

Ein auf den spä­te­ren Zeit­punkt gerich­te­te Bedin­gungs­kon­troll­an­trag umfasst dabei auch den frü­he­ren Been­di­gungs­ter­min [4]

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 20. Mai 2020 – 7 AZR 100/​19

  1. BAG 17. April 2019 – 7 AZR 292/​17 – Rn. 16 mwN[]
  2. st. Rspr., vgl. BAG 20.06.2018 – 7 AZR 689/​16, Rn. 39 mwN[]
  3. BAG 17.04.2019 – 7 AZR 292/​17, Rn. 17 mwN[]
  4. vgl. zur ent­spre­chen­den Situa­ti­on bei der Kün­di­gungs­schutz­kla­ge BAG 1.08.2018 – 7 AZR 882/​16, Rn. 21 ff. mwN[]