Aus­gleichs­an­spruch für Nacht­ar­beit – und der Kla­ge­an­trag

Der Aus­gleichs­an­spruch gemäß § 6 Abs. 5 ArbZG für in der gesetz­li­chen Nacht­zeit (§ 2 Abs. 3 ArbZG) geleis­te­te Arbeits­stun­den kann dem Wort­laut des § 6 Abs. 5 ArbZG fol­gend wahl­wei­se durch Zah­lung eines Nacht­ar­beits­zu­schlags, durch Gewäh­rung frei­er Tage oder durch eine Kom­bi­na­ti­on von bei­den erfol­gen.

Aus­gleichs­an­spruch für Nacht­ar­beit – und der Kla­ge­an­trag

Trägt die Arbeit­neh­me­rin in ihrem Kla­ge­an­trag die­ser gesetz­li­chen Vor­ga­be Rech­nung, ist dadurch nicht aus­ge­schlos­sen, dass sich die begehr­te Fest­stel­lung im Fall der zwi­schen­zeit­li­chen Aus­übung des Wahl­rechts für Zeit­räu­me vor Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts auf eine Form des Aus­gleichs kon­kre­ti­siert hat 1.

Der Kla­ge­an­trag ist auf die Fest­stel­lung eines zwi­schen den Par­tei­en bestehen­den Rechts­ver­hält­nis­ses iSv. § 256 Abs. 1 ZPO gerich­tet, näm­lich auf die Ange­mes­sen­heit des Aus­gleichs für im Arbeits­ver­hält­nis geleis­te­te Nacht­ar­beits­stun­den gemäß § 6 Abs. 5 ArbZG. Die Fest­stel­lungs­kla­ge kann sich nach § 256 Abs. 1 ZPO auf ein­zel­ne Ansprü­che beschrän­ken. Gegen­stand des Fest­stel­lungs­an­trags ist nicht die Über­prü­fung einer abs­trak­ten Rechts­fra­ge 2. An die­ser Fest­stel­lung hat die Klä­ge­rin ein recht­li­ches Inter­es­se iSv. § 256 Abs. 1 ZPO. Die Klä­ge­rin war auch nach dem Fäl­lig­wer­den der gel­tend gemach­ten Ansprü­che nicht ver­pflich­tet, inso­weit auf Leis­tungs­an­trä­ge über­zu­ge­hen 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 13. Dezem­ber 2018 – 6 AZR 549/​17

  1. vgl. zu die­ser Form der Antrag­stel­lung BAG 9.12 2015 – 10 AZR 423/​14, Rn. 11 mwN, BAGE 153, 378[]
  2. BAG 9.12 2015 – 10 AZR 423/​14, Rn. 12 mwN, BAGE 153, 378[]
  3. BAG 9.12 2015 – 10 AZR 423/​14, Rn. 13 mwN, aaO[]