Aus­le­gung einer Betriebs­ver­ein­ba­rung

Die Aus­le­gung einer Betriebs­ver­ein­ba­rung – eben­so die eines Inter­es­sen­aus­gleichs und Sozi­al­plans als Betriebs­ver­ein­ba­run­gen eige­ner Art – rich­tet sich wegen ihrer nor­ma­ti­ven Wir­kung (§ 77 Abs. 4 Satz 1, § 112 Abs. 1 Satz 3 BetrVG) nach den Grund­sät­zen der Tarif­ver­trags- und Geset­zes­aus­le­gung.

Aus­le­gung einer Betriebs­ver­ein­ba­rung
  • Aus­ge­hend vom Wort­laut und dem durch ihn ver­mit­tel­ten Wort­sinn kommt es auf den Gesamt­zu­sam­men­hang und die Sys­te­ma­tik der Bestim­mung an.
  • Dar­über hin­aus sind Sinn und Zweck der Rege­lung von beson­de­rer Bedeu­tung.
  • Im Zwei­fel gebührt der­je­ni­gen Aus­le­gung der Vor­zug, die zu einem sach­ge­rech­ten, zweck­ori­en­tier­ten, prak­tisch brauch­ba­ren und geset­zes­kon­for­men Ver­ständ­nis der Rege­lung führt 1.

Das gilt auch, wenn die Betriebs­par­tei­en tarif­li­che Rege­lun­gen in eine Betriebs­ver­ein­ba­rung ein­be­zie­hen 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 15. Mai 2018 – 1 AZR 37/​17

  1. BAG 26.09.2017 – 1 AZR 717/​15, Rn. 24[]
  2. BAG 21.11.2017 – 1 AZR 131/​17, Rn. 15[]