Außer­or­dent­li­che, krank­heits­be­ding­te Ände­rungs­kün­di­gung zur Her­ab­grup­pie­rung

Eine krank­heits­be­ding­te Leis­tungs­min­de­rung ist zwar nicht gene­rell unge­eig­net, einen wich­ti­gen Grund iSd. § 626 Abs. 1 BGB dar­zu­stel­len1. Grund­sätz­lich ist es dem Arbeit­ge­ber aber zuzu­mu­ten, die gel­ten­de Kün­di­gungs­frist ein­zu­hal­ten.

Außer­or­dent­li­che, krank­heits­be­ding­te Ände­rungs­kün­di­gung zur Her­ab­grup­pie­rung

Eine außer­or­dent­li­che Kün­di­gung kommt daher nur in eng begrenz­ten Fäl­len in Betracht, etwa bei einem Aus­schluss der ordent­li­chen Kün­di­gung auf­grund tarif­ver­trag­li­cher oder ein­zel­ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen2.

Schon an eine ordent­li­che Kün­di­gung wegen krank­heits­be­ding­ter Ein­schrän­kun­gen des Arbeit­neh­mers ist ein stren­ger Maß­stab anzu­le­gen. Die Anfor­de­run­gen an die Wirk­sam­keit einer auf Krank­heit gestütz­ten außer­or­dent­li­chen Kün­di­gung gehen dar­über noch hin­aus3. Es bedarf eines gra­vie­ren­den Miss­ver­hält­nis­ses zwi­schen Leis­tung und Gegen­leis­tung. Schon eine ordent­li­che Kün­di­gung wegen einer Leis­tungs­min­de­rung setzt vor­aus, dass die ver­blie­be­ne Arbeits­leis­tung die berech­tig­te Gleich­wer­tig­keits­er­war­tung des Arbeit­ge­bers in einem Maße unter­schrei­tet, dass ihm ein Fest­hal­ten an dem (unver­än­der­ten) Arbeits­ver­trag unzu­mut­bar ist4.

Für die außer­or­dent­li­che Kün­di­gung gilt dies in noch höhe­rem Maße.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 20. März 2014 – 2 AZR 825/​12

  1. vgl. BAG 28.10.2010 – 2 AZR 688/​09, Rn. 32; 26.11.2009 – 2 AZR 272/​08, Rn. 24, BAGE 132, 299 []
  2. BAG 20.12 2012 – 2 AZR 32/​11, Rn. 14; 18.10.2000 – 2 AZR 627/​99, zu II 3 der Grün­de, BAGE 96, 65 []
  3. BAG 23.01.2014 – 2 AZR 582/​13, Rn. 26 ff.; 18.01.2001 – 2 AZR 616/​99, zu II 4 b der Grün­de []
  4. BAG 11.12 2003 – 2 AZR 667/​02, zu B III 2 d der Grün­de, BAGE 109, 87 []
  5. vgl. Fischer, StGB, 66. Aufl., § 20 Rn. 24a f. []