Befris­tes­te Arbeits­ver­hält­nis­se in der Fuß­ball-Bun­des­li­ga

Die Befris­tung eines Arbeits­ver­tra­ges zwi­schen einem Fuß­ball­ver­ein der ers­ten Bun­des­li­ga und einem Lizenz­spie­ler ist zuläs­sig, wenn sie durch einen sach­li­chen Grund gerecht­fer­tigt ist (§ 14 Abs. 1 S. 1 TzB­fG). Nach § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 4 TzB­fG liegt ein sach­li­cher Grund vor, wenn die Eigen­art der Arbeits­leis­tung die Befris­tung recht­fer­tigt.

Befris­tes­te Arbeits­ver­hält­nis­se in der Fuß­ball-Bun­des­li­ga

Die Ent­schei­dung dar­über, ob der Spie­ler in Bun­des­li­ga­spie­len ein­ge­setzt wird, unter­liegt dem frei­en Ermes­sen des Trai­ners.

Die­sem Urteil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Rhein­land-Pfalz lag ein Streit zwi­schen dem 1. FSV Mainz 05 und sei­nem (ehe­ma­li­gen) Tor­wart zugrun­de: Der Klä­ger ist Lizenz­fuß­ball­spie­ler (Tor­wart) und bei Mainz 05 seit dem 01.07.2009 auf­grund befris­te­ter Arbeits­ver­trä­ge als Tor­hü­ter tätig. Von den ers­ten elf Bun­des­li­ga­spie­len der Sai­son 2013/​14 bestritt der Tor­wart zehn. Im Spiel am 19.10.2013 fiel der Klä­ger krank­heits­be­dingt aus. Nach dem 11. Spiel­tag hat­te er in der Hin­run­de kei­ne wei­te­ren Ein­sät­ze. Nach dem 17. Spiel­tag wur­de ihm durch den Ver­ein nur noch die Teil­nah­me am Trai­nings- und Spiel­be­trieb der 2. Mann­schaft (Regio­nal­li­ga) zuge­wie­sen. Die Bun­des­li­ga­mann­schaft erspiel­te in der Rück­run­de ins­ge­samt 29 Punk­te.

Mit sei­ner Kla­ge begehrt der Tor­wart die Fest­stel­lung, dass das Arbeits­ver­hält­nis der Par­tei­en auf­grund der Befris­tung zum 30.6.2014 nicht been­det wor­den ist und hilfs­wei­se die Fest­stel­lung, dass das Arbeits­ver­hält­nis durch Bedin­gungs­ein­tritt (ein­jäh­ri­ge Ver­län­ge­rungs­op­ti­on) bis zum 30.06.2015 zu den seit­he­ri­gen Bedin­gun­gen fort­be­steht. Dar­über hin­aus begehrt er die Zah­lung der Prä­mie für die von der Erst­li­ga-Mann­schaft des beklag­ten Ver­eins in der Rück­run­de 2014 erspiel­ten Punk­te.

Das erst­in­stanz­lich hier­mit befass­te Arbeits­ge­richt Mainz hat der Kla­ge teil­wei­se statt­ge­ge­ben1 und fest­ge­stellt, dass das Arbeits­ver­hält­nis der Par­tei­en auf­grund der Befris­tung zum 30.06.2014 nicht been­det ist. Die wei­ter­ge­hen­de Kla­ge auf die Punk­te­prä­mie hat das Arbeits­ge­richt Mainz dage­gen abge­wie­sen.

Die hier­ge­gen gerich­te­te Beru­fung des beklag­ten Ver­eins hat­te jetzt vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz auch hin­sicht­lich des Ent­fris­tungs­an­trags des Tor­warts Erfolg. Die Befris­tung des streit­ge­gen­ständ­li­chen Arbeits­ver­tra­ges ist, so das Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz, wegen der Eigen­art der geschul­de­ten Arbeits­leis­tung des Klä­gers als Pro­fi­fuß­ball­spie­ler sach­lich gerecht­fer­tigt.

Dage­gen hat­te die Beru­fung des Tor­warts vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz kei­nen Erfolg: Die Ent­schei­dung des beklag­ten Ver­eins, dem Tor­wart die Chan­ce auf die Teil­nah­me am akti­ven Spiel­be­trieb und damit die Mög­lich­keit, die ver­ein­bar­te Punk­te­prä­mie in der Rück­run­de der Sai­son 2013/​2014 zu errei­chen, zu ver­sa­gen, war auch nach Ansicht des Lan­des­ar­beits­ge­richts recht­lich nicht zu bean­stan­den.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land ‑Pfalz, Urteil vom 17. Febru­ar 2016 – 4 Sa 202/​15

  1. ArbG Mainz, Urteil vom 19.03.2015 – 3 Ca 1197/​14 []