Befris­te­te Arbeits­ver­hält­nis­se – und der Grund­satz der Gleich­be­hand­lung

Der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz gebie­tet es dem Arbeit­ge­ber, sei­ne Arbeit­neh­mer oder Grup­pen von Arbeit­neh­mern gleich zu behan­deln, soweit sie sich in glei­cher oder ver­gleich­ba­rer Lage befin­den.

Befris­te­te Arbeits­ver­hält­nis­se – und der Grund­satz der Gleich­be­hand­lung

Danach sind sowohl die sach­frem­de Schlech­ter­stel­lung ein­zel­ner Arbeit­neh­mer inner­halb einer Grup­pe als auch die sach­frem­de Grup­pen­bil­dung ver­bo­ten. Sach­fremd ist eine Dif­fe­ren­zie­rung, wenn es für die unter­schied­li­che Behand­lung kei­ne bil­li­gens­wer­ten Grün­de gibt.

Liegt ein sach­li­cher Grund für eine Ungleich­be­hand­lung nicht vor, kann der über­gan­ge­ne Arbeit­neh­mer ver­lan­gen, nach Maß­ga­be der all­ge­mei­nen Rege­lung behan­delt zu wer­den.

Der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ist anwend­bar, wenn der Arbeit­ge­ber Leis­tun­gen nach einem all­ge­mei­nen gene­ra­li­sie­ren­den Prin­zip gewährt, indem er bestimm­te Vor­aus­set­zun­gen oder Zwe­cke für die Leis­tung fest­legt. Nicht anwend­bar ist der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz, wenn Leis­tun­gen oder Ver­güns­ti­gun­gen indi­vi­du­ell ver­ein­bart wer­den. Dies beruht dar­auf, dass die Ver­trags­frei­heit Vor­rang vor dem Gleich­be­hand­lungs­grund­satz genießt 1.

Dabei hat es das Bun­des­ar­beits­ge­richt im vor­lie­gen­den Fall aus­drück­lich offen gelas­sen, ob der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz Anspruchs­grund­la­ge für den Abschluss eines wei­te­ren – befris­te­ten oder unbe­fris­te­ten – Arbeits­ver­trags sein kann 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 27. Juli 2016 – 7 AZR 545/​14

  1. BAG 13.08.2008 – 7 AZR 513/​07, Rn. 21 mwN, BAGE 127, 239[]
  2. ver­nei­nend für die Ver­län­ge­rung einer sach­grund­lo­sen Befris­tung BAG 13.08.2008 – 7 AZR 513/​07, Rn. 22 f., BAGE 127, 239; aA KR/​Bader 11. Aufl. § 17 TzB­fG Rn. 89; offen­ge­las­sen für einen Ein­stel­lungs­an­spruch nach § 612a BGB iVm. dem arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz BAG 21.09.2011 – 7 AZR 150/​10, Rn. 36[]