Befris­te­te Arbeits­ver­hält­nis­se im Hoch­schul­be­reich – und der insti­tu­tio­nel­le Rechts­miss­brauch

Eine nach dem WissZeitVG vor­ge­nom­me­ne Befris­tung eines wis­sen­schaft­li­chen Arbeits­ver­hält­nis­ses im Hoch­schul­be­reich ist regel­mä­ßig nicht nach den vom Bun­des­ar­beits­ge­richt für Sach­grund­be­fris­tun­gen ent­wi­ckel­ten Grund­sät­zen des insti­tu­tio­nel­len Rechts­miss­brauchs [1] unwirk­sam.

Befris­te­te Arbeits­ver­hält­nis­se im Hoch­schul­be­reich – und der insti­tu­tio­nel­le Rechts­miss­brauch

Die­se Grund­sät­ze fin­den bei Befris­tun­gen im Wis­sen­schafts­be­reich nach § 2 Abs. 1 WissZeitVG grund­sätz­lich kei­ne Anwen­dung, weil sich die zeit­li­chen Gren­zen für den Abschluss befris­te­ter Arbeits­ver­trä­ge in die­sen Fäl­len aus der gesetz­li­chen Rege­lung erge­ben, die ihrer­seits durch die Frei­heit von Wis­sen­schaft, For­schung und Leh­re (Art. 5 Abs. 3 GG) gerecht­fer­tigt sind [2].

Aller­dings kann auch die Nut­zung einer sach­grund­lo­sen Befris­tung im Ein­zel­fall rechts­miss­bräuch­lich sein. Hier­für ist aller­dings erfor­der­lich, dass die Hoch­schu­le (bzw. das Land) die durch § 2 Abs. 1 WissZeitVG eröff­ne­te Befris­tungs­mög­lich­keit im Ein­zel­fall rechts­miss­bräuch­lich genutzt hat.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 20. April 2016 – 7 AZR 614/​14

  1. st. Rspr. seit BAG 18.07.2012 – 7 AZR 443/​09, BAGE 142, 308[]
  2. BAG 20.01.2016 – 7 AZR 376/​14, Rn. 37; 9.12 2015 – 7 AZR 117/​14, Rn. 46[]