Befris­tung des Arbeits­ver­trags eines Fuß­ball­pro­fis

Die Befris­tung von Arbeits­ver­trä­gen mit Lizenz­spie­lern der Fuß­ball-Bun­des­li­ga ist regel­mä­ßig wegen der Eigen­art der Arbeits­leis­tung des Lizenz­spie­lers nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 TzB­fG gerecht­fer­tigt.

Befris­tung des Arbeits­ver­trags eines Fuß­ball­pro­fis

Dies ent­schied jetzt das Bun­des­ar­beits­ge­richt in dem Fall eines Pro­fi­fuß­bal­lers, der bei bei dem beklag­ten Ver­ein FSV Mainz 05 seit dem 1. Juli 2009 als Lizenz­spie­ler (Tor­wart) in der 1. Fuß­ball-Bun­des­li­ga beschäf­tigt war. Grund­la­ge des Arbeits­ver­hält­nis­ses bil­de­te zuletzt der Arbeits­ver­trag vom 7. Juli 2012, der eine Befris­tung zum 30. Juni 2014 und eine Opti­on für bei­de Par­tei­en vor­sieht, den Ver­trag bis zum 30. Juni 2015 zu ver­län­gern, wenn der Tor­wart in der Sai­son 2013/​2014 in min­des­tens 23 Bun­des­li­ga­spie­len ein­ge­setzt wird. Nach dem Ver­trag erhält der Tor­wart eine Punkt­ein­satz­prä­mie und eine Erfolgs­punkt­ein­satz­prä­mie für Liga­spie­le, in denen er von Beginn an oder min­des­tens 45 Minu­ten ein­ge­setzt ist. Der Tor­wart absol­vier­te in der Sai­son 2013/​2014 neun der ers­ten zehn Bun­des­li­ga­spie­le. Am elf­ten Spiel­tag wur­de er in der Halb­zeit ver­letzt aus­ge­wech­selt und in den ver­blei­ben­den Spie­len der Hin­run­de ver­let­zungs­be­dingt nicht mehr ein­ge­setzt. Nach Been­di­gung der Hin­run­de wur­de der Tor­wart nicht mehr zu Bun­des­li­ga­spie­len her­an­ge­zo­gen, son­dern der zwei­ten Mann­schaft des Ver­eins zuge­wie­sen. Der Tor­wart hat die Fest­stel­lung begehrt, dass das Arbeits­ver­hält­nis der Par­tei­en nicht auf­grund der ver­ein­bar­ten Befris­tung am 30. Juni 2014 geen­det hat. Hilfs­wei­se hat er den Fort­be­stand des Arbeits­ver­hält­nis­ses infol­ge der von ihm aus­ge­üb­ten Ver­län­ge­rungs­op­ti­on bis zum 30. Juni 2015 gel­tend gemacht. Fer­ner hat er die Zah­lung von Punk­te- und Erfolgs­punk­te­prä­mi­en für die Spie­le der Rück­run­de der Sai­son 2013/​2014 in Höhe von 261.000 € ver­langt.

Das Arbeits­ge­richt hat dem Befris­tungs­kon­troll­an­trag statt­ge­ge­ben und den Zah­lungs­an­trag abge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz hat dage­gen auf die Beru­fung des Ver­eins die Kla­ge ins­ge­samt abge­wie­sen 1. Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on des Tor­warts hat­te vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt kei­nen Erfolg:

Die Befris­tung des Arbeits­ver­trags ist wirk­sam. Sie ist wegen der Eigen­art der Arbeits­leis­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 TzB­fG gerecht­fer­tigt. Im kom­mer­zia­li­sier­ten und öffent­lich­keits­ge­präg­ten Spit­zen­fuß­ball­sport wer­den von einem Lizenz­spie­ler im Zusam­men­spiel mit der Mann­schaft sport­li­che Höchst­leis­tun­gen erwar­tet und geschul­det, die die­ser nur für eine begrenz­te Zeit erbrin­gen kann. Dies ist eine Beson­der­heit, die in aller Regel ein berech­tig­tes Inter­es­se an der Befris­tung des Arbeits­ver­hält­nis­ses begrün­det.

Da der Tor­wart nur in zehn Bun­des­li­ga­spie­len der Hin­run­de der Sai­son 2013/​2014 ein­ge­setzt wur­de, sind die Vor­aus­set­zun­gen der Ver­län­ge­rungs­op­ti­on und des gel­tend gemach­ten Prä­mi­en­an­spruchs für die Spie­le der Rück­run­de nicht erfüllt. Der Ver­ein hat die Erfül­lung die­ser Vor­aus­set­zun­gen nicht treu­wid­rig ver­ei­telt.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 16. Janu­ar 2018 – 7 AZR 312/​16

  1. LAG Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 17.02.2016 – 4 Sa 202/​15[]