Befris­tungs­kon­troll­kla­ge – oder all­ge­mei­ne Fest­stel­lungs­kla­ge?

Bei dem Kla­ge­an­trag fest­zu­stel­len, dass das zwi­schen den Par­tei­en bestehen­de Arbeits­ver­hält­nis nicht auf­grund der Befris­tungs­ver­ein­ba­rung vom 17./18.05.2009 am 31.08.2014 geen­det hat, son­dern auf unbe­stimm­te Zeit fort­be­steht, han­delt es sich nicht nur um eine Befris­tungs­kon­troll­kla­ge gemäß § 17 Satz 1 TzB­fG, son­dern auch um eine all­ge­mei­ne Fest­stel­lungs­kla­ge iSv. § 256 Abs. 1 ZPO.

Befris­tungs­kon­troll­kla­ge – oder all­ge­mei­ne Fest­stel­lungs­kla­ge?

Dies ergibt die Aus­le­gung des Kla­ge­be­geh­rens unter Her­an­zie­hung der Kla­ge­be­grün­dung sowie unter Berück­sich­ti­gung des Kla­ge­ziels und der Inter­es­sen­la­ge des Arbeit­neh­mers 1.

Hält der Arbeit­neh­mer die Befris­tung wegen Ver­sto­ßes gegen das Trans­pa­renz­ge­bot in § 307 Abs. 1 BGB sowie gegen das Schrift­form­erfor­der­nis des § 14 Abs. 4 TzB­fG, außer­dem wegen Feh­lens eines sie recht­fer­ti­gen­den Sach­grunds iSv. § 14 Abs. 1 TzB­fG und auf­grund einer Dis­kri­mi­nie­rung wegen des Alters nach § 7 Abs. 2 AGG für unwirk­sam, so sind die­se Unwirk­sam­keits­grün­de Gegen­stand einer Befris­tungs­kon­troll­kla­ge gemäß § 17 Satz 1 TzB­fG.

Soweit der Arbeit­neh­mer meint, die Befris­tungs­ab­re­de im Arbeits­ver­trag sei nach § 305c BGB über­ra­schend und es han­de­le sich außer­dem um eine "fal­sa demons­tra­tio", des­halb sei sie nicht Ver­trags­be­stand­teil gewor­den, ist dies nicht Gegen­stand einer Befris­tungs­kon­troll­kla­ge, son­dern einer all­ge­mei­nen Fest­stel­lungs­kla­ge gemäß § 256 Abs. 1 ZPO 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 25. Okto­ber 2017 – 7 AZR 632/​15

  1. vgl. hier­zu etwa BAG 18.01.2017 – 7 AZR 236/​15, Rn. 22; 7.10.2015 – 7 AZR 40/​14, Rn. 15; 15.05.2013 – 7 AZR 525/​11, Rn. 12, BAGE 145, 128; 19.10.2011 – 7 AZR 471/​10, Rn. 15; 2.06.2010 – 7 AZR 946/​08, Rn. 13[]
  2. BAG 18.01.2017 – 7 AZR 236/​15, Rn. 22; 16.04.2008 – 7 AZR 132/​07, Rn. 10, BAGE 126, 295[]