Befris­tungs­kon­troll­kla­ge – insti­tu­tio­nel­ler Rechts­miss­brauch und der erwei­ter­te Prü­fungs­um­fang der Arbeits­ge­rich­te

Die Gerich­te dür­fen sich bei der Befris­tungs­kon­trol­le nicht auf die Prü­fung des gel­tend gemach­ten Sach­grunds beschrän­ken.

Befris­tungs­kon­troll­kla­ge – insti­tu­tio­nel­ler Rechts­miss­brauch und der erwei­ter­te Prü­fungs­um­fang der Arbeits­ge­rich­te

Sie sind viel­mehr aus uni­ons­recht­li­chen Grün­den ver­pflich­tet, durch Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de des Ein­zel­falls aus­zu­schlie­ßen, dass Arbeit­ge­ber miss­bräuch­lich auf befris­te­te Arbeits­ver­trä­ge zurück­grei­fen 1.

Die­se zusätz­li­che Prü­fung ist im deut­schen Recht nach den Grund­sät­zen des insti­tu­tio­nel­len Rechts­miss­brauchs (§ 242 BGB) vor­zu­neh­men 2. Die Prü­fung, ob der Arbeit­ge­ber miss­bräuch­lich auf befris­te­te Arbeits­ver­trä­ge zurück­ge­grif­fen hat, ver­langt eine Wür­di­gung sämt­li­cher Umstän­de des Ein­zel­falls 3. Von beson­de­rer Bedeu­tung sind – neben ande­ren Umstän­den – die Gesamt­dau­er der befris­te­ten Ver­trä­ge sowie die Anzahl der Ver­trags­ver­län­ge­run­gen 4.

Die Gerich­te dür­fen sich bei der Befris­tungs­kon­trol­le nicht auf die Prü­fung des gel­tend gemach­ten Sach­grunds beschrän­ken. Sie sind viel­mehr aus uni­ons­recht­li­chen Grün­den ver­pflich­tet, durch Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de des Ein­zel­falls aus­zu­schlie­ßen, dass Arbeit­ge­ber miss­bräuch­lich auf befris­te­te Arbeits­ver­trä­ge zurück­grei­fen 1. Die­se zusätz­li­che Prü­fung ist im deut­schen Recht nach den Grund­sät­zen des insti­tu­tio­nel­len Rechts­miss­brauchs (§ 242 BGB) vor­zu­neh­men 2. Die Prü­fung, ob der Arbeit­ge­ber miss­bräuch­lich auf befris­te­te Arbeits­ver­trä­ge zurück­ge­grif­fen hat, ver­langt eine Wür­di­gung sämt­li­cher Umstän­de des Ein­zel­falls 3. Von beson­de­rer Bedeu­tung sind – neben ande­ren Umstän­den – die Gesamt­dau­er der befris­te­ten Ver­trä­ge sowie die Anzahl der Ver­trags­ver­län­ge­run­gen 4.

Danach bestand für das Bun­des­ar­beits­ge­richt bei der hier über­prüf­ten Befris­tung, die in der ach­ten Ver­trags­ver­län­ge­rung ver­ein­bart und mit der die Gesamt­dau­er des Arbeits­ver­hält­nis­ses – auch unter Ein­be­zie­hung der (offen­bar schul­fe­ri­en­be­ding­ten) Unter­bre­chungs­zeit­räu­me – auf vier Jah­re und ca. acht­ein­halb Mona­te fest­ge­legt wur­de, kein Anlass zur Miss­brauchs­kon­trol­le.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 21. Febru­ar 2018 – 7 AZR 696/​16

  1. EuGH 26.01.2012 – C‑586/​10 – [Kücük] Rn. 40[][]
  2. grund­le­gend BAG 18.07.2012 – 7 AZR 443/​09, Rn. 38, BAGE 142, 308 und – 7 AZR 783/​10, Rn. 33[][]
  3. vgl. EuGH 26.01.2012 – C‑586/​10 – [Kücük] Rn. 40, 43, 51, 55; BAG 18.07.2012 – 7 AZR 443/​09, Rn. 40, aaO[][]
  4. BAG 9.09.2015 – 7 AZR 148/​14, Rn. 46, BAGE 152, 273[][]