Beru­fungs­be­grün­dung in Arbeits­ge­richts­sa­chen – und der Vor­trag neu­er Tat­sa­chen

Eine Beru­fungs­be­grün­dung muss gemäß § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO die Umstän­de bezeich­nen, aus denen sich die Rechts­ver­let­zung durch das ange­foch­te­ne Urteil und deren Erheb­lich­keit für das Ergeb­nis der Ent­schei­dung erge­ben 1.

Beru­fungs­be­grün­dung in Arbeits­ge­richts­sa­chen – und der Vor­trag neu­er Tat­sa­chen

Nach §§ 67, 64 Abs. 6 ArbGG iVm. § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 4 ZPO kann die Beru­fung auch auf neue Tat­sa­chen gestützt wer­den 2.

Die Zuläs­sig­keit der Beru­fung ist Pro­zess­vor­aus­set­zung für das gesam­te wei­te­re Ver­fah­ren nach der Beru­fungs­ein­le­gung und des­halb vom Revi­si­ons­ge­richt von Amts wegen zu prü­fen. Das gilt auch dann, wenn das Beru­fungs­ge­richt das Rechts­mit­tel für zuläs­sig gehal­ten hat 3.

Im hier ent­schie­de­nen Fall muss­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt nicht abschlie­ßend dar­über befin­den, ob die Beru­fungs­be­grün­dung sich nur in unzu­rei­chen­dem Maße mit den Ent­schei­dungs­grün­den des Arbeits­ge­richts aus­ein­an­der­setz­te, wie es die Klä­ge­rin in ihrer Beru­fungs­er­wi­de­rung gerügt hat­te. Die Beru­fungs­be­grün­dung genüg­te jeden­falls wegen der von der Beklag­ten vor­ge­tra­ge­nen neu­en Tat­sa­chen hin­sicht­lich der von der Klä­ge­rin geschul­de­ten Tätig­keit den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen des § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 4 ZPO.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 21. August 2019 – 7 AZR 563/​17

  1. vgl. etwa BAG 14.05.2019 – 3 AZR 274/​18, Rn. 18; 26.04.2017 – 10 AZR 275/​16, Rn. 12[]
  2. BAG 23.02.2011 – 4 AZR 313/​09, Rn. 15[]
  3. BAG 14.05.2019 – 3 AZR 274/​18, Rn. 17; 26.04.2017 – 10 AZR 275/​16, Rn. 11 mwN[]