Beru­fungs­be­grün­dung vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt – durch die Klä­ge­rin per­sön­lich

Per­sön­li­che schrift­li­che Ein­ga­ben der Klä­ge­rin beim Lan­des­ar­beits­ge­richt erfül­len nicht die Anfor­de­run­gen an eine ord­nungs­ge­mä­ße Beru­fungs­be­grün­dung.

Beru­fungs­be­grün­dung vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt – durch die Klä­ge­rin per­sön­lich

In Urteils­ver­fah­ren vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt besteht gemäß § 11 Abs. 4 Satz 1 ArbGG Ver­tre­tungs­zwang. Danach kann die Par­tei selbst den Pro­zess nicht füh­ren, viel­mehr ist die Vor­nah­me von Pro­zess­hand­lun­gen – wie das Ein­rei­chen einer Beru­fungs­be­grün­dung – pos­tu­la­ti­ons­fä­hi­gen Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten vor­be­hal­ten 1. Als bestim­men­der Schrift­satz bedarf die Beru­fungs­be­grün­dungs­schrift der eigen­hän­di­gen Unter­schrift eines pos­tu­la­ti­ons­fä­hi­gen Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten. Die­ses Erfor­der­nis stellt kei­ne blo­ße For­ma­li­tät dar; es ist viel­mehr äuße­rer Aus­druck für die vom Gesetz gefor­der­te Prü­fung des Inhalts der Begrün­dungs­schrift durch den Anwalt 2.

Aus § 137 Abs. 4 ZPO folgt nichts Abwei­chen­des. Auch die­se Bestim­mung ermög­licht der Klä­ge­rin nicht die Vor­nah­me von Pro­zess­hand­lun­gen; § 137 Abs. 4 ZPO eröff­net der Klä­ge­rin schon kein schrift­li­ches Vor­trags­recht neben ihrem Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten, son­dern nur ein Vor­trags­recht in der münd­li­chen Ver­hand­lung 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 23. Novem­ber 2017 – 8 AZR 458/​16

  1. etwa BAG 17.09.2013 – 9 AZR 75/​12, Rn. 15[]
  2. vgl. etwa BGH 22.11.2005 – VIII ZB 40/​05, zu II 2 der Grün­de[]
  3. vgl. ua. BVerwG 3.08.1983 – 9 C 1007.81, zu II der Grün­de[]