Beschluss­ver­fah­ren – und die hin­rei­chen­de Bestimmt­heit des Antrags

Im Beschluss­ver­fah­ren muss ein Antrag eben­so bestimmt sein wie im Urteils­ver­fah­ren. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO gilt auch für das Beschluss­ver­fah­ren und die in ihm gestell­ten Anträ­ge.

Beschluss­ver­fah­ren – und die hin­rei­chen­de Bestimmt­heit des Antrags

Der jewei­li­ge Streit­ge­gen­stand muss so kon­kret umschrie­ben wer­den, dass der Umfang der Rechts­kraft­wir­kung für die Betei­lig­ten nicht zwei­fel­haft ist. Der in Anspruch genom­me­ne Betei­lig­te muss bei einer dem Antrag statt­ge­ben­den Ent­schei­dung ein­deu­tig erken­nen kön­nen, was von ihm ver­langt wird.

Die Prü­fung, wel­che Maß­nah­men der Schuld­ner vor­zu­neh­men oder zu unter­las­sen hat, darf grund­sätz­lich nicht in das Voll­stre­ckungs­ver­fah­ren ver­la­gert wer­den [1]. Des­sen Auf­ga­be ist es zu klä­ren, ob der Schuld­ner einer Ver­pflich­tung nach­ge­kom­men ist, und nicht, wie die­se aus­sieht [2].

Besteht die Ver­pflich­tung jedoch in der Her­bei­füh­rung eines Erfolgs, kann dem Schuld­ner dann, wenn meh­re­re Mög­lich­kei­ten bestehen, der Ver­pflich­tung zur Her­bei­füh­rung die­ses bestimm­ten Erfolgs nach­zu­kom­men, grund­sätz­lich nicht eine der meh­re­ren Hand­lungs­mög­lich­kei­ten zwin­gend vor­ge­schrie­ben wer­den. Es bleibt viel­mehr dem Schuld­ner über­las­sen, wie er sei­ne Ver­pflich­tun­gen erfüllt. Ob er die titu­lier­te Ver­pflich­tung erfüllt hat, ist erfor­der­li­chen­falls im Voll­stre­ckungs­ver­fah­ren zu prü­fen [3].

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 4. Novem­ber 2015 – 7 ABR 61/​13

  1. BAG 9.07.2013 – 1 ABR 17/​12, Rn. 14[]
  2. BAG 22.05.2012 – 1 ABR 11/​11, Rn. 15, BAGE 141, 360[]
  3. vgl. BAG 29.04.2004 – 1 ABR 30/​02, zu B II 1 c aa der Grün­de, BAGE 110, 252[]