Betrieb­li­che Übung – bei nur einem begüns­tig­ten Arbeit­neh­mer?

Betrieb­li­che Übung ist ein gleich­för­mi­ges und wie­der­hol­tes Ver­hal­ten des Arbeit­ge­bers gegen­über sei­nen Arbeit­neh­mern, das geeig­net ist, ver­trag­li­che Ansprü­che auf eine Leis­tung oder sons­ti­ge Ver­güns­ti­gung zu begrün­den, wenn die Arbeit­neh­mer aus dem Ver­hal­ten des Arbeit­ge­bers schlie­ßen dür­fen, ihnen wer­de die Leis­tung oder Ver­güns­ti­gung auch künf­tig gewährt 1.

Betrieb­li­che Übung – bei nur einem begüns­tig­ten Arbeit­neh­mer?

Dem Ver­hal­ten des Arbeit­ge­bers wird eine kon­klu­den­te Wil­lens­er­klä­rung ent­nom­men, die vom Arbeit­neh­mer gemäß § 151 BGB ange­nom­men wer­den kann 2.

Es ent­steht aber kei­ne betrieb­li­che Übung, wenn der Arbeit­ge­ber nur an einen Arbeit­neh­mer Leis­tun­gen erbracht hat. Damit fehlt das für eine betrieb­li­che Übung not­wen­di­ge kol­lek­ti­ve Ele­ment 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 18. Juli 2017 – 9 AZR 850/​16

  1. vgl. BAG 15.04.2014 – 3 AZR 51/​12, Rn. 68 ff.[]
  2. BAG 15.04.2014 – 3 AZR 51/​12, Rn. 68 mwN[]
  3. vgl. BAG 13.05.2015 – 10 AZR 266/​14, Rn. 11[]