Betriebs­rat – und die Anfech­tung der Frei­stel­lungs­wahl

Die Wahl der nach § 38 BetrVG frei­zu­stel­len­den Betriebs­rats­mit­glie­der kann in ent­spre­chen­der Anwen­dung von § 19 BetrVG inner­halb von zwei Wochen nach Abschluss der Wahl durch ein ein­zel­nes oder meh­re­re Betriebs­rats­mit­glie­der ange­foch­ten wer­den 1. Eine erfolg­rei­che Anfech­tung der Frei­stel­lungs­wahl setzt ent­spre­chend § 19 Abs. 1 BetrVG vor­aus, dass bei der Wahl gegen wesent­li­che Vor­schrif­ten über das Wahl­recht, die Wähl­bar­keit oder das Wahl­ver­fah­ren ver­sto­ßen wur­de und eine Berich­ti­gung nicht erfolgt ist, es sei denn, dass durch den Ver­stoß das Wahl­er­geb­nis nicht geän­dert oder beein­flusst wer­den konn­te.

Betriebs­rat – und die Anfech­tung der Frei­stel­lungs­wahl

Nich­tig ist die Wahl frei­zu­stel­len­der Betriebs­rats­mit­glie­der – eben­so wie die Betriebs­rats­wahl – nur in ganz beson­de­ren Aus­nah­me­fäl­len, in denen gegen all­ge­mei­ne Grund­sät­ze jeder ord­nungs­ge­mä­ßen Wahl in so hohem Maße ver­sto­ßen wor­den ist, dass auch der Anschein einer dem Gesetz ent­spre­chen­den Wahl nicht mehr vor­liegt und des­halb ein Ver­trau­ens­schutz in die Gül­tig­keit der Wahl zu ver­sa­gen ist. Es muss ein sowohl offen­sicht­li­cher als auch beson­ders gro­ber Ver­stoß gegen Wahl­vor­schrif­ten vor­lie­gen 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 22. Novem­ber 2017 – 7 ABR 26/​16

  1. vgl. etwa BAG 20.04.2005 – 7 ABR 47/​04 – zu B – I 1 der Grün­de, BAGE 114, 236; 20.04.2005 – 7 ABR 44/​04 – zu B – III 2 a der Grün­de, BAGE 114, 128, jeweils mwN[]
  2. vgl. BAG 20.04.2005 – 7 ABR 44/​04 – zu B – III 3 a der Grün­de, BAGE 114, 228; zur Betriebs­rats­wahl BAG 13.03.2013 – 7 ABR 70/​11, Rn. 15, BAGE 144, 290[]