Betriebs­rats­wahl – und die Zeit­span­ne für die per­sön­li­che Stimm­ab­ga­be

Die Zeit­span­ne für die per­sön­li­che Stimm­ab­ga­be muss bei der Betriebs­rats­wahl so bemes­sen sein, dass den wahl­be­rech­tig­ten Arbeit­neh­mern die Aus­übung ihres Wahl­rechts ange­mes­sen mög­lich ist 1.

Betriebs­rats­wahl – und die Zeit­span­ne für die per­sön­li­che Stimm­ab­ga­be

Dies war im hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall wäh­rend der Öff­nungs­zei­ten des Wahl­lo­kals am 25. und am 26.03.2014 jeweils zwi­schen 05:30 Uhr und 06:30 Uhr sowie zwi­schen 13:30 Uhr und 14:30 Uhr hin­rei­chend mög­lich: Die Zei­ten wur­den unter Berück­sich­ti­gung der Schicht­wech­sel bestimmt. Soweit die Antrag­stel­ler in der Rechts­be­schwer­de vor­brin­gen, die Rah­men­be­din­gun­gen (Wege­zei­ten, Gestal­tung der Arbeits­zeit und kon­kre­te Über­ga­be- und Ein­wei­sungs­zei­ten etc.) hät­ten auf­ge­klärt wer­den müs­sen, han­delt es sich um eine unzu­läs­si­ge Ver­fah­rens­rüge. Wird eine Ver­let­zung der Amts­auf­klä­rungs­pflicht durch das Beschwer­de­ge­richt gerügt, muss in der Rechts­be­schwer­de­be­grün­dung dar­ge­legt wer­den, wel­che wei­te­ren Tat­sa­chen in den Vor­in­stan­zen hät­ten ermit­telt und wel­che wei­te­ren Beweis­mit­tel hät­ten her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen und inwie­fern sich dem Beschwer­de­ge­richt eine wei­te­re Auf­klä­rung des Sach­ver­halts hät­te auf­drän­gen müs­sen 2. Hier­an fehlt es.

Es folgt auch kei­ne zur Anfech­tung berech­ti­gen­de Ver­let­zung des Grund­sat­zes der Öffent­lich­keit der Wahl dar­aus, dass der Wahl­vor­stand Zeit und Ort der Öff­nung der im Rah­men der Brief­wahl ein­ge­gan­ge­nen Frei­um­schlä­ge nicht aus­drück­lich mit­ge­teilt hat­te. Ange­sichts der im Wahl­aus­schrei­ben ent­hal­te­nen Anga­ben zu den Öff­nungs­zei­ten des ein­zi­gen Wahl­lo­kals zur per­sön­li­chen Stimm­ab­ga­be war dies nicht erfor­der­lich. Da der Wahl­vor­stand die Frei­um­schlä­ge nach § 26 Abs. 1 WO "unmit­tel­bar vor Abschluss der Stimm­ab­ga­be" öff­net, besteht kein Zwei­fel, an wel­chem Ort und zu wel­cher Zeit dies zu gesche­hen hat. Etwas ande­res ergibt sich nicht aus der von den Antrag­stel­lern ange­führ­ten Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 10.07.2013 3. Die­se betraf eine vom Wahl­vor­stand ange­ord­ne­te aus­schließ­lich schrift­li­che Stimm­ab­ga­be nach § 11 Abs. 2 SchwbV­WO. Da es dort kei­ne per­sön­li­che Stimm­ab­ga­be geben konn­te, deren Ort, Tag und Zeit nach § 5 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 SchwbV­WO im Wahl­aus­schrei­ben mit­zu­tei­len gewe­sen wäre, muss­te der Wahl­vor­stand Ort und Zeit der in § 12 Abs. 1 SchwbV­WO gere­gel­ten Behand­lung der schrift­lich abge­ge­be­nen Stim­men bekannt geben, um dem Erfor­der­nis der Öffent­lich­keit zu genü­gen 4.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 16. Janu­ar 2018 – 7 ABR 11/​16

  1. vgl. etwa Fit­ting 28. Aufl. § 3 WO Rn. 21[]
  2. BAG 16.05.2007 – 7 ABR 45/​06, Rn. 12 mwN, BAGE 122, 293[]
  3. BAG 10.07.2013 – 7 ABR 83/​11[]
  4. BAG 10.07.2013 – 7 ABR 83/​11, Rn.20[]