Betriebs­ver­ein­ba­run­gen – und ihre Aus­le­gung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts sind Betriebs­ver­ein­ba­run­gen wegen ihres nor­ma­ti­ven Cha­rak­ters objek­tiv wie Geset­ze aus­zu­le­gen.

Betriebs­ver­ein­ba­run­gen – und ihre Aus­le­gung

Es kommt in ers­ter Linie auf Wort­sinn und Sys­te­ma­tik sowie einen aus dem Wort­laut und der Sys­te­ma­tik ohne Wei­te­res erkenn­ba­ren Sinn und Zweck der Rege­lung an. Über den rei­nen Wort­laut hin­aus ist der wirk­li­che Wil­le der Betriebs­par­tei­en nur zu berück­sich­ti­gen, wenn er in den Vor­schrif­ten sei­nen Nie­der­schlag gefun­den hat.

Soweit hier­nach kein ein­deu­ti­ges Aus­le­gungs­er­geb­nis mög­lich ist, kom­men ohne Bin­dung an eine Rei­hen­fol­ge wei­te­re Aus­le­gungs­kri­te­ri­en wie etwa eine regel­mä­ßi­ge Anwen­dungs­pra­xis oder die Nor­men­ge­schich­te in Betracht. Im Zwei­fel gebührt der Aus­le­gung der Vor­zug, die zu einer geset­zes­kon­for­men, sach­ge­rech­ten und prak­tisch hand­hab­ba­ren Rege­lung führt 1.

Ver­wen­den die Betriebs­par­tei­en Begrif­fe, die in der Rechts­ter­mi­no­lo­gie einen bestimm­ten Inhalt haben, ist regel­mä­ßig davon aus­zu­ge­hen, dass die­se Begrif­fe auch in ihrer all­ge­mei­nen recht­li­chen Bedeu­tung gel­ten sol­len, soweit sich aus der Betriebs­ver­ein­ba­rung nichts Gegen­tei­li­ges ergibt 2.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Urteil vom 1. Febru­ar 2018 – 4 Sa 48/​17 B

  1. BAG 15.02.2005 – 3 AZR 237/​04[]
  2. BAG 14.12 2010 – 3 AZR 939/​08[]