Das auf­lö­send beding­te Arbeits­ver­hält­nis – und die Kla­ge­frist

Die Kla­ge­frist der §§ 21, 17 Satz 1 TzB­fG ist auch dann ein­zu­hal­ten, wenn nicht die Wirk­sam­keit der Bedin­gung, son­dern deren tat­säch­li­cher Ein­tritt geklärt wer­den soll.

Das auf­lö­send beding­te Arbeits­ver­hält­nis – und die Kla­ge­frist

Ob die auf­lö­sen­de Bedin­gung ein­ge­tre­ten ist, hängt in der Regel von der Aus­le­gung der tarif­li­chen oder ein­zel­ver­trag­li­chen Bedin­gungs­ab­re­de ab. Die Fra­ge des Ein­tritts der auf­lö­sen­den­Be­din­gung ist des­we­gen häu­fig nahe­zu unlös­bar mit der Beur­tei­lung der Rechts­wirk­sam­keit der Bedin­gungs­ab­re­de ver­knüpft. So kann nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts bei auf­lö­sen­den­Be­din­gun­gen, die an eine Ren­ten­ge­wäh­rung wegen Erwerbs­min­de­rung anknüp­fen, vor allem aus ver­fas­sungs­recht­li­chen Grün­den eine ein­schrän­ken­de Aus­le­gung gebo­ten sein. Sie dient der Wirk­sam­keit der Bedin­gungs­ab­re­de.

Die Wirk­sam­keit der Bedin­gung kor­re­spon­diert mit ihren Vor­aus­set­zun­gen. Die Aus­le­gung und die Prü­fung der Wirk­sam­keit tarif­li­cher auf­lö­sen­der­Be­din­gun­gen sind inein­an­der ver­schränkt. Die Aus­le­gung der Bedin­gungs­ab­re­de ist maß­geb­lich dafür, ob die Bedin­gung ein­ge­tre­ten ist.Wegen des fast untrenn­ba­ren Zusam­men­hangs der Wirk­sam­keit und des Ein­tritts der auf­lö­sen­den­Be­din­gung sind bei­de Fra­gen Gegen­stand der Bedin­gungs­kon­troll­kla­ge 1.

Die drei­wö­chi­ge Kla­ge­frist nach §§ 21, 17 Satz 1 TzB­fG beginnt bei Bedin­gungs­kon­troll­kla­gen grund­sätz­lich mit dem Tag, an dem die auf­lö­sen­de­Be­din­gung ein­ge­tre­ten ist. Da aber nach §§ 21, 15 Abs. 2 TzB­fG der auf­lö­send­be­ding­te Arbeits­ver­trag frü­hes­tens zwei Wochen nach Zugang der schrift­li­chen Unter­rich­tung des Arbeit­neh­mers durch den Arbeit­ge­ber über den Ein­tritt der Bedin­gung endet, wird in Fäl­len, in denen die Bedin­gung bereits vor Ablauf der Zwei­wo­chen­frist ein­ge­tre­ten ist, die Kla­ge­frist gemäß §§ 21, 17 Sät­ze 1 und 3, § 15 Abs. 2 TzB­fG erst mit dem Zugang der schrift­li­chen Erklä­rung des Arbeit­ge­bers, das Arbeits­ver­hält­nis sei auf­grund des Ein­tritts der Bedin­gung been­det, in Lauf gesetzt 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 23. Juli 2014 – 7 AZR 771/​12

  1. st. Rspr. seit BAG 6.04.2011 – 7 AZR 704/​09, Rn. 18 ff., 23, BAGE 137, 292; 10.10.2012 – 7 AZR 602/​11, Rn. 12 f.[]
  2. grund­le­gend BAG 6.04.2011 – 7 AZR 704/​09, Rn. 22, BAGE 137, 292; 15.08.2012 – 7 AZN 956/​12, Rn. 3; 10.10.2012 – 7 AZR 602/​11, Rn. 14[]