Das nicht­be­trie­be­ne Kla­ge­ver­fah­ren – und die Ver­jäh­rungs­hem­mung

Die Ver­jäh­rung bleibt gehemmt, solan­ge ein trif­ti­ger Grund dafür besteht, dass die Par­tei­en ein Kla­ge­ver­fah­ren nicht betrei­ben (§ 204 Abs. 2 Satz 2 iVm. Satz 1 BGB in der bis zum 31.10.2018 gel­ten­den Fas­sung; § 204 Abs. 2 Satz 3 iVm. Satz 1 BGB in der seit dem 1.11.2018 gel­ten­den Fas­sung).

Das nicht­be­trie­be­ne Kla­ge­ver­fah­ren – und die Ver­jäh­rungs­hem­mung

Ein befris­te­ter Ver­zicht auf die Ver­jäh­rungs­ein­re­de hat kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die Ver­jäh­rung und deren Hem­mung. Der Schuld­ner kann die Ein­re­de auch nach Ablauf der für den Ver­zicht gesetz­ten Frist nicht mit Erfolg erhe­ben, solan­ge die Par­tei­en das vor Ablauf der Ver­jäh­rungs­frist ein­ge­lei­te­te Kla­ge­ver­fah­ren aus trif­ti­gem Grund nicht betrei­ben.

Dies ent­schied jetzt das Bun­des­ar­beits­ge­richt in einem Kla­ge­ver­fah­ren über über Bei­trä­ge nach dem Tarif­ver­trag über das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be vom 20.12.1999 in den Fas­sun­gen vom 15.12.2005 (VTV 2005) und vom 20.08.2007 (VTV 2007 I). Der Klä­ger ist die Urlaubs- und Lohn­aus­gleichs­kas­se der Bau­wirt­schaft, eine gemein­sa­me Ein­rich­tung der Tarif­ver­trags­par­tei­en in der Rechts­form eines Ver­eins mit eige­ner Rechts­per­sön­lich­keit kraft staat­li­cher Ver­lei­hung. Er ist tarif­ver­trag­lich zum Ein­zug der Bei­trä­ge zu den Sozi­al­kas­sen der Bau­wirt­schaft ver­pflich­tet. Die Urlaubs- und Lohn­aus­gleichs­kas­se begehrt von den beklag­ten Gesell­schaf­tern einer GbR, die Fer­tig­ele­men­te, Stal­l­ein­rich­tun­gen und wei­te­rer Bedarf für land­wirt­schaft­li­che Stall­bau­ten lie­fer­te und mon­tier­te, als Gesamt­schuld­nern auf der Grund­la­ge des VTV 2005 Bei­trä­ge für gewerb­li­che Arbeit­neh­mer für den Zeit­raum von April 2006 bis Sep­tem­ber 2007. Für die Mona­te Okto­ber bis Dezem­ber 2007 nimmt er die beklag­ten GbR-Gesell­schaf­ter nach dem VTV 2007 I auf Bei­trä­ge für gewerb­li­che Arbeit­neh­mer in Anspruch. Der VTV 2005 wur­de am 24.02.2006 wirk­sam für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt (AVE VTV 2006) [1]. Die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung des VTV 2007 I vom 15.05.2008 ist unwirk­sam (AVE VTV 2008 I) [2].

Wei­te­re sog. Gesell­schaf­ter der GSM-GbR waren in der strei­ti­gen Zeit mehr als 40 Per­so­nen. Die Ein­trit­te und das Aus­schei­den ein­zel­ner oder meh­re­rer die­ser Per­so­nen aus der GSM führ­ten im umstrit­te­nen Zeit­raum zum Abschluss von min­des­tens sie­ben ent­spre­chend geän­der­ten sog. Gesell­schafts­ver­trä­gen. Danach muss­ten die „Gesell­schaf­ter“ auf Abruf bis zu sechs Mona­te im Kalen­der­jahr für die Gesell­schaft arbei­ten. Ihnen stan­den 25 Kalen­der­ta­ge Jah­res­ur­laub zu. Bei Arbeits­aus­fall wegen Krank­heit oder Arbeits­un­fä­hig­keit gin­gen „die ers­ten 30 Tage … zu Las­ten der Gemein­schaft“. Als „Ent­loh­nung der ein­ge­brach­ten Arbeits­kraft“ stand ihnen ein „Arbeits­vor­weg“ zu. Sie erhiel­ten in regel­mä­ßi­gen Abstän­den, durch­schnitt­lich alle drei Wochen, als „Gewinn­ent­nah­men“ dekla­rier­te Bar­zah­lun­gen. Die Höhe rich­te­te sich nach der jeweils erbrach­ten „Arbeits­zeit“. Nach der Prü­fung meh­re­rer Bau­stel­len der GSM durch das Haupt­zoll­amt eröff­ne­te die Staats­an­walt­schaft Frank­furt (Oder) im Jahr 2007 ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen die Beklag­ten. Ihnen wur­de vor­ge­wor­fen, Arbeits­ent­gelt vor­ent­hal­ten und ver­un­treut zu haben. Das anschlie­ßend beim Land­ge­richt Frank­furt (Oder) gegen sie geführ­te Straf­ver­fah­ren wur­de am 28.11.2016 nach § 153a Abs. 2 StPO end­gül­tig ein­ge­stellt. Zuvor hat­ten bei­de Beklag­te die ihnen jeweils erteil­te Auf­la­ge erfüllt, 75.000, 00 Euro an die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund und den­sel­ben Betrag an die Jus­tiz­be­hör­den des Lan­des Bran­den­burg zu zah­len.

Mit sei­ner Kla­ge vom 02.12.2010, die am Fol­ge­tag beim Arbeits­ge­richt ein­ge­gan­gen ist und den Beklag­ten am 20.12.2010 zuge­stellt wor­den ist, hat die Urlaubs- und Lohn­aus­gleichs­kas­se von den Beklag­ten als Gesamt­schuld­nern zuletzt noch die Zah­lung von Bei­trä­gen auf der Basis der „Gewinn­ent­nah­men“ ver­langt, die die ande­ren „Gesell­schaf­ter“ der GSM im Kla­ge­zeit­raum in bar erhal­ten hat­ten. Vor dem Hin­ter­grund des damals noch lau­fen­den Ermitt­lungs­ver­fah­rens hat das Arbeits­ge­richt den auf den 10.01.2011 anbe­raum­ten Güte­ter­min mit Beschluss vom 03.01.2011 im Ein­ver­neh­men mit den Par­tei­en auf­ge­ho­ben und ent­schie­den, einen neu­en Ter­min auf Antrag zu bestim­men. Der Klä­ger hat das Ver­fah­ren mit einem am Fol­ge­tag ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz vom 08.06.2011 „im Hin­blick auf die dro­hen­de Ver­jäh­rung der Bei­trä­ge – bis­lang noch für das Jahr 2006 -“ wie­der ange­ru­fen. Da „das Straf­ver­fah­ren gegen die Beklag­ten noch nicht abge­schlos­sen“ sei, hal­te er ein wei­te­res Ruhen des Ver­fah­rens für sinn­voll. Damit sei er ein­ver­stan­den, wenn die Beklag­ten auf die Ein­re­de der Ver­jäh­rung hin­sicht­lich der gel­tend gemach­ten Bei­trags­for­de­run­gen bis zum Ende des Kalen­der­jah­res 2012 ver­zich­te­ten. Der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te der Beklag­ten hat dar­auf­hin erklärt, die Beklag­ten sei­en bereit, auf die Ein­re­de der Ver­jäh­rung bis zum 31.12.2012 zu ver­zich­ten.

Mit Schrift­satz vom 05.01.2012 hat der Beklag­ten­ver­tre­ter „im Hin­blick auf die der­zeit noch lau­fen­den Ermitt­lun­gen des Haupt­zoll­amts“ ange­regt, den auf den 30.01.2012 anbe­raum­ten Güte­ter­min auf­zu­he­ben. Er hat bean­tragt, das Ver­fah­ren wei­ter­hin ruhen zu las­sen. Nach Anhö­rung des Klä­gers hat das Arbeits­ge­richt den Ter­min mit Beschluss vom 09.01.2012 auf „begrün­de­ten Antrag des Klä­gers und des Beklag­ten­ver­tre­ters vom 08.06.2011 und 5.01.2012“ auf­ge­ho­ben und beschlos­sen, einen neu­en Güte­ter­min nur auf Antrag einer der Par­tei­en anzu­be­rau­men. Der Klä­ger hat das Ver­fah­ren mit einem am 18.02.2015 bei Gericht ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz vom 13.02.2015 wie­der ange­ru­fen. Dar­in hat er dar­um gebe­ten, einen Ter­min anzu­be­rau­men, und ange­regt, das Ver­fah­ren bis zum Abschluss des gegen die Beklag­ten anhän­gi­gen Straf­ver­fah­rens nach § 149 ZPO aus­zu­set­zen. Die­ser Anre­gung ist das Arbeits­ge­richt durch Beschluss vom 30.04.2015 nach­ge­kom­men.

Mit Schrift­satz vom 10.02.2017, der am 14.02.2017 beim Arbeits­ge­richt ein­ge­gan­gen ist, hat der Klä­ger dar­auf hin­ge­wie­sen, dass das Straf­ver­fah­ren ein­ge­stellt wor­den sei. Das Ver­fah­ren sei fort­zu­füh­ren. Der Klä­ger hat unter Hin­weis auf die „Gesell­schafts­ver­trä­ge“, die vom Haupt­zoll­amt gewon­ne­nen Erkennt­nis­se und das Straf­ver­fah­ren gemeint, die wei­te­ren „Gesell­schaf­ter“ der GSM sei­en tat­säch­lich gewerb­li­che Arbeit­neh­mer der Beklag­ten gewe­sen. Er hat behaup­tet, sie hät­ten für die Beklag­ten im Kla­ge­zeit­raum arbeits­zeit­lich über­wie­gend Erd­be­we­gungs- und Tief­bau­ar­bei­ten sowie Beton, Mau­rer- und Putz­ar­bei­ten, Tro­cken- und Mon­ta­ge­bau­ar­bei­ten aus­ge­führt. Sie hät­ten zB im Han­del seri­en­mä­ßig vor­ge­fer­tigt bezo­ge­ne Wand­ver­klei­dun­gen und Decken­sys­te­me, Leicht­bau­trenn­wän­de, Fens­ter und Türen mon­tiert.

Das Arbeits­ge­richt Ber­lin hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben [3]. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat die Beru­fun­gen der Beklag­ten zurück­ge­wie­sen [4]. Die vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zuge­las­se­nen Revi­sio­nen der beklag­ten Gesell­schaf­ter hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt nun als unbe­grün­det zurück­ge­wie­sen:

Zuläs­sig­keit der Kla­ge – und die spä­te­re Kla­ge­be­grün­dung mit dem Soka­SiG

Die Kla­ge ist zuläs­sig, ins­be­son­de­re ist der Antrag hin­rei­chend bestimmt (§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO). Der Klä­ger hat schrift­sätz­lich vor­ge­tra­gen, für wel­che Kalen­der­mo­na­te er wel­che Bei­trä­ge ver­langt. Er hat für jeden Kalen­der­mo­nat geson­dert die Sum­me der als „Bar­ent­nah­men“ bezeich­ne­ten Net­to­löh­ne und den jeweils maß­geb­li­chen tarif­li­chen Bei­trags­satz für gewerb­li­che Arbeit­neh­mer ange­ge­ben. Er hat wei­ter dar­ge­legt, dass sich dar­aus für den Zeit­raum von April bis Dezem­ber 2006 und für das Kalen­der­jahr 2007 Bei­trags­for­de­run­gen iHv. 54.620, 66 Euro und 111.022, 17 Euro erge­ben. Sein Begeh­ren rich­tet sich ersicht­lich dar­auf, die Beklag­ten zu ver­ur­tei­len, die Sum­me der bei­den For­de­run­gen, also 165.642, 83 Euro, an ihn zu zah­len. Damit sind die Anga­ben zu Gegen­stand und Grund des erho­be­nen Anspruchs so bestimmt, dass der Umfang der Rechts­kraft des Urteils nach § 322 Abs. 1 ZPO ermit­telt wer­den kann [5].

Der Klä­ger hat die zuläs­si­ge Kla­ge nicht geän­dert, indem er die Bei­trags­for­de­run­gen im Ver­lauf des erst­in­stanz­li­chen Ver­fah­rens auch auf § 7 Abs. 9 und Abs. 10 iVm. den Anla­gen 34 und 35 Soka­SiG gestützt hat. Bei­trags­an­sprü­che nach den Ver­fah­rens­ta­rif­ver­trä­gen, für deren Gel­tungs­er­stre­ckung sowohl eine All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung als auch § 7 Soka­SiG in Betracht kom­men, wer­den von dem­sel­ben den Streit­ge­gen­stand umgren­zen­den Lebens­sach­ver­halt erfasst. Die Ansprü­che stüt­zen sich auf das­sel­be Tat­ge­sche­hen. Sie sind weder in ihren mate­ri­ell-recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen noch in ihren Fol­gen oder struk­tu­rell grund­le­gend ver­schie­den aus­ge­stal­tet [6].

Bei­trags­pflicht im Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren

Der Klä­ger hat für den Zeit­raum von April 2006 bis Sep­tem­ber 2007 Anspruch auf Bei­trä­ge für gewerb­li­che Arbeit­neh­mer iHv. 139.414, 12 Euro aus dem VTV 2005 iVm. der AVE VTV 2006 und § 5 Abs. 4 TVG. Der Anspruch ergibt sich eben­falls aus § 7 Abs. 10 iVm. der Anla­ge 35 Soka­SiG. Für den Zeit­raum von Okto­ber bis Dezem­ber 2007 folgt der Bei­trags­an­spruch des Klä­gers iHv. 26.228, 71 Euro aus § 7 Abs. 9 iVm. der Anla­ge 34 Soka­SiG. Die Anla­gen 35 und 34 ent­hal­ten jeweils den voll­stän­di­gen Text des VTV 2005 und des VTV 2007 I [7]. Die in § 7 Abs. 9 und Abs. 10 Soka­SiG ange­ord­ne­te Gel­tungs­er­stre­ckung der bei­den Ver­fah­rens­ta­rif­ver­trä­ge auf nicht Tarif­ge­bun­de­ne ist aus Sicht des Bun­des­ar­beits­ge­richts ver­fas­sungs­ge­mäß. Die Bei­trags­pflicht der Beklag­ten als Gesamt­schuld­ner für die Zeit vom 01.04.2006 bis 30.09.2007 folgt aus § 1 Abs. 1, Abs. 2 Abschn. V Nr. 5, Nr. 10, Nr. 23, Nr. 34, Nr. 36 und Nr. 37, Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 iVm. § 18 Abs. 1 Satz 1, § 22 Abs. 1 Satz 1 VTV 2005 iVm. § 421 BGB und einer Ana­lo­gie zu § 128 HGB. Für die Zeit vom 01.10.bis 31.12.2007 sind die Beklag­ten aus § 1 Abs. 1, Abs. 2 Abschn. V Nr. 5, Nr. 10, Nr. 23, Nr. 34, Nr. 36 und Nr. 37, Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 iVm. § 18 Abs. 1 Satz 1, § 22 Abs. 1 Satz 1 VTV 2007 I als Gesamt­schuld­ner nach § 421 BGB und ent­spre­chend § 128 HGB dazu ver­pflich­tet, die Bei­trä­ge zu leis­ten. § 128 HGB gilt sinn­ge­mäß für die Gesell­schaf­ter einer Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts [8].

Der im Land Sach­sen-Anhalt gele­ge­ne Betrieb der Beklag­ten unter­fällt dem räum­li­chen Gel­tungs­be­reich der bei­den Ver­fah­rens­ta­rif­ver­trä­ge (§ 1 Abs. 1).

Die auf den Bau­stel­len ein­ge­setz­ten „Gesell­schaf­ter“ der GSM wer­den vom per­sön­li­chen Gel­tungs­be­reich erfasst (§ 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 VTV 2005 und VTV 2007 I). Die auf sei­nen – nicht ange­grif­fe­nen – tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen beru­hen­de Wür­di­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, es habe sich bei ihnen um gewerb­li­che Arbeit­neh­mer der Beklag­ten gehan­delt, ist revi­si­ons­recht­lich nicht zu bean­stan­den. Auch die Beklag­ten erhe­ben inso­weit kei­ne Rügen.

Die Tat­sa­chen­in­stan­zen haben bei der Prü­fung des Arbeit­neh­mer­sta­tus einen wei­ten Beur­tei­lungs­spiel­raum. Ihre Wür­di­gung ist nur dar­auf­hin zu über­prü­fen, ob sie den Rechts­be­griff des Arbeit­neh­mers selbst ver­kannt, Denk­ge­set­ze oder all­ge­mei­ne Erfah­rungs­sät­ze ver­letzt, bei der Sub­sum­ti­on den Rechts­be­griff wie­der auf­ge­ge­ben oder wesent­li­che Umstän­de außer Betracht gelas­sen haben [9].

In Anwen­dung die­ser Grund­sät­ze ist es nicht zu bean­stan­den, dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt ange­nom­men hat, es habe sich bei den „Gesell­schaf­tern“ um gewerb­li­che Arbeit­neh­mer der Beklag­ten gehan­delt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zu der Abgren­zung eines Arbeits­ver­hält­nis­ses von ande­ren Rechts­ver­hält­nis­sen berück­sich­tigt und ist von den zutref­fen­den Rechts­grund­sät­zen aus­ge­gan­gen. Es hat den Rechts­be­griff des Arbeit­neh­mers weder ver­kannt noch bei der Sub­sum­ti­on wie­der auf­ge­ge­ben. Es hat alle von den Par­tei­en vor­ge­tra­ge­nen Umstän­de in den Blick genom­men und sie in sich wider­spruchs­frei gewür­digt. Es durf­te ins­be­son­de­re den Vor­trag des Klä­gers nach § 138 Abs. 3 ZPO als zuge­stan­den anse­hen, wonach die „Gesell­schaf­ter“ die von ihnen geschul­de­ten Dienst­leis­tun­gen hin­sicht­lich des Orts, der Arbeits­zeit und des Inhalts nach den Vor­ga­ben und Wei­sun­gen der Beklag­ten zu erbrin­gen hat­ten.

Der betrieb­li­che Gel­tungs­be­reich ist nach § 1 Abs. 2 der bei­den Ver­fah­rens­ta­rif­ver­trä­ge eröff­net [10]. Nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts wur­den im Betrieb der Beklag­ten arbeits­zeit­lich über­wie­gend bau­li­che Leis­tun­gen nach § 1 Abs. 2 Abschn. V Nr. 10 (Erd­be­we­gungs­ar­bei­ten), Nr. 23 (Mau­rer­ar­bei­ten), Nr. 36 (Tief­bau­ar­bei­ten) und Nr. 37 (Tro­cken- und Mon­ta­ge­bau­ar­bei­ten) der bei­den Ver­fah­rens­ta­rif­ver­trä­ge aus­ge­führt. Die eben­falls unstrei­tig aus­ge­führ­ten Putz- und Beton­ar­bei­ten füh­ren nach § 1 Abs. 2 Abschn. V Nr. 5 und Nr. 34 der bei­den Ver­fah­rens­ta­rif­ver­trä­ge dazu, dass der betrieb­li­che Gel­tungs­be­reich eröff­net ist.

Der vom Klä­ger für die ein­zel­nen Kalen­der­mo­na­te jeweils in Ansatz gebrach­te Bei­trags­satz ent­spricht den tarif­li­chen Bestim­mun­gen (vgl. § 18 Abs. 1 Satz 1 VTV 2005 und VTV 2007 I). In Bezug auf die vom Lan­des­ar­beits­ge­richt fest­ge­stell­te Höhe der monat­li­chen Net­to­lohn­sum­men und die sich dar­aus erge­ben­den Bei­trags­for­de­run­gen haben die Beklag­ten kei­ne Rügen erho­ben. In die­sem Zusam­men­hang ent­hal­ten die Aus­füh­run­gen des Klä­gers aller­dings einen gering­fü­gi­gen Rech­nungs­feh­ler iSv. § 319 Abs. 1 ZPO, den das Arbeits­ge­richt und das Lan­des­ar­beits­ge­richt über­nom­men haben.

Kein Ver­fall, kei­ne Vejäh­rung

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zutref­fend erkannt, dass die Ansprü­che des Klä­gers weder ver­fal­len noch ver­jährt sind. Die Ver­fall- und die Ver­jäh­rungs­frist von jeweils vier Jah­ren nach § 25 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 4 Satz 1 der bei­den Ver­fah­rens­ta­rif­ver­trä­ge sind gewahrt. Die Ver­län­ge­rung der Ver­jäh­rungs­frist gegen­über § 195 BGB ist nach § 202 BGB wirk­sam [11].

Die Fris­ten für die Bei­trags­an­sprü­che für die Zeit von April bis Novem­ber 2006 began­nen nach § 199 Abs. 1 BGB, der nach § 25 Abs. 1 Satz 2 VTV 2005 und VTV 2007 I für die Ver­fall­frist ent­spre­chend gilt, mit dem Schluss des Jah­res 2006 und ende­ten mit dem 31.12.2010.

Die für die Bei­trags­an­sprü­che für die Zeit von Janu­ar bis Novem­ber 2007 maß­geb­li­chen Fris­ten began­nen mit dem Schluss des Jah­res 2007 und ende­ten mit dem 31.12.2011. Das gilt auch für den Bei­trags­an­spruch für Dezem­ber 2006.

Ent­stan­den ist ein Anspruch iSv. § 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB, wenn er erst­mals gel­tend gemacht und not­falls kla­ge­wei­se durch­ge­setzt wer­den kann [12]. Regel­mä­ßig ent­steht ein Anspruch iSv. § 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB, wenn er nach § 271 BGB fäl­lig ist [13]. Die Ver­jäh­rungs­frist kann nicht zulas­ten des Berech­tig­ten begin­nen, solan­ge er nicht in der Lage ist, den Anspruch gel­tend zu machen, indem er Kla­ge erhebt (§ 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB) [14].

Der Bei­trags­an­spruch für Dezem­ber 2006 wur­de nach § 22 Abs. 1 Satz 1 VTV 2005 mit dem 15.01.2007 fäl­lig und ent­stand damit iSv. § 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB. Für ihn begann die Ver­jäh­rungs­frist eben­so wie für die Bei­trags­an­sprü­che für Janu­ar bis Novem­ber 2007 mit dem Schluss des Jah­res 2007. Sie ende­te mit dem 31.12.2011.

Der Bei­trags­an­spruch für Dezem­ber 2007 wäre mit dem 31.12.2012 ver­fal­len und ver­jährt.

Der Klä­ger hat alle streit­ge­gen­ständ­li­chen Bei­trags­an­sprü­che mit der am Fol­ge­tag beim Arbeits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge­schrift vom 02.12.2010 – und damit recht­zei­tig – anhän­gig gemacht. Nach § 25 Abs. 1 Satz 3 VTV 2005 und VTV 2007 I genügt das, um die Ver­fall­frist ein­zu­hal­ten.

Die Ver­jäh­rung der Bei­trags­an­sprü­che wur­de nach § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB durch den Ein­gang der Zah­lungs­kla­ge beim Arbeits­ge­richt am 3.12.2010 gehemmt. Die Kla­ge wur­de den Beklag­ten am 20.12.2010 und damit „dem­nächst“ iSv. § 167 ZPO zuge­stellt. Obwohl das Ver­fah­ren über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg still­stand, ende­te die Hem­mung der Ver­jäh­rung nicht nach § 204 Abs. 2 Satz 2 iVm. Satz 1 BGB in der bis zum 31.10.2018 gel­ten­den Fas­sung (heu­te: § 204 Abs. 2 Satz 3 iVm. Satz 1 BGB in der seit dem 1.11.2018 gel­ten­den Fas­sung).

Das „Nicht­be­trei­ben“ des Pro­zes­ses in dem Zeit­raum nach dem Zugang des Beschlus­ses vom 03.01.2011 bis zum Ein­gang des Schrift­sat­zes des Klä­gers vom 08.06.2011 hat die Hem­mung nicht been­det. Der Schrift­satz, mit dem der Klä­ger das Ver­fah­ren wie­der ange­ru­fen hat, ist inner­halb der Sechs­mo­nats­frist des § 204 Abs. 2 Satz 1 BGB bei Gericht ein­ge­gan­gen.

Die Hem­mung ende­te auch nicht dadurch, dass die Par­tei­en das Ver­fah­ren nach dem Zugang des Beschlus­ses vom 09.01.2012 zunächst nicht wei­ter betrie­ben haben. Für den Pro­zess­still­stand gab es bis zum 28.11.2016 einen sog. trif­ti­gen Grund.

§ 204 Abs. 2 Satz 2 BGB in der bis zum 31.10.2018 gel­ten­den Fas­sung (jetzt: § 204 Abs. 2 Satz 3 BGB in der seit dem 1.11.2018 gel­ten­den Fas­sung) ist nicht anzu­wen­den, wenn das Ver­fah­ren aus trif­ti­gen Grün­den nicht betrie­ben wird. Es muss sich dabei nicht um recht­lich zwin­gen­de Grün­de han­deln [15]. Trif­tig begrün­det kann bereits eine pro­zess­wirt­schaft­lich ver­nünf­ti­ge Ver­zö­ge­rung der Erle­di­gung des Rechts­streits sein [16]. Ein sol­cher Fall ist bei­spiels­wei­se gege­ben, wenn auf den Aus­gang eines ein­schlä­gi­gen Straf­ver­fah­rens oder – im Deckungs­pro­zess – auf den Aus­gang des Haf­tungs­pro­zes­ses gewar­tet wird oder wenn das Ver­fah­ren zur Beschaf­fung von Bewei­sen ruht [17]. Stets maß­geb­lich sind die nach außen erkenn­ba­ren Umstän­de des Pro­zess­still­stands, aus denen der erfor­der­li­che trif­ti­ge Grund für die Untä­tig­keit der betref­fen­den Par­tei her­vor­ge­hen muss [18].

Im Streit­fall bestand ein trif­ti­ger und nach außen erkenn­ba­rer Grund für den Pro­zess­still­stand, solan­ge vor dem Land­ge­richt Frank­furt (Oder) das Straf­ver­fah­ren gegen die Beklag­ten wegen des Vor­wurfs anhän­gig war, Arbeits­ent­gelt vor­ent­hal­ten und ver­un­treut zu haben. Die­ser Grund ent­fiel erst mit der end­gül­ti­gen Ver­fah­rens­ein­stel­lung am 28.11.2016.

Die Fort­set­zung des Kla­ge­ver­fah­rens über die Bei­trags­for­de­run­gen war – aus der Sicht bei­der Par­tei­en – pro­zess­wirt­schaft­lich unver­nünf­tig, solan­ge das gegen die Beklag­ten geführ­te Straf­ver­fah­ren nicht abge­schlos­sen war. Das Straf­ver­fah­ren bezog sich auf den Kla­ge­zeit­raum. Den Beklag­ten wur­de vor­ge­wor­fen, die Gesell­schafts­ver­trä­ge mit den auf den Bau­stel­len beschäf­tig­ten Per­so­nen ledig­lich zum Schein geschlos­sen zu haben. Tat­säch­lich sei­en sie Arbeit­ge­ber der „Gesell­schaf­ter” und die „Gewinn­ent­nah­men“ steu­er- und sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Arbeits­ent­gelt gewe­sen. Auch für die im Streit­fall gel­tend gemach­ten Bei­trags­schul­den kommt es maß­geb­lich auf die Arbeit­ge­b­er­ei­gen­schaft der Beklag­ten an.

Damit war – was die Beklag­ten wuss­ten – die Ent­schei­dung im Straf­ver­fah­ren für den Bei­trags­pro­zess jeden­falls „prak­tisch“ vor­greif­lich [19]. Es wäre pro­zess­wirt­schaft­lich für kei­ne Par­tei sinn­voll gewe­sen, den Bei­trags­pro­zess par­al­lel zu dem Straf­ver­fah­ren zu betrei­ben.

Die Neu­re­ge­lung des Ver­jäh­rungs­rechts durch das Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz zwingt ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Beklag­ten nicht dazu, § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB in der bis zum 31.10.2018 gel­ten­den Fas­sung und § 204 Abs. 2 Satz 3 BGB in der seit dem 1.11.2018 gel­ten­den Fas­sung auch dann anzu­wen­den, wenn es einen trif­ti­gen Grund für den Pro­zess­still­stand gibt [20].

Die Recht­spre­chung zum „trif­ti­gen Grund“ hat der Bun­des­ge­richts­hof zu der Unter­bre­chungs­re­ge­lung des § 211 Abs. 2 Satz 1 BGB in der bis zum 31.12.2001 gel­ten­den Fas­sung ent­wi­ckelt [21]. § 211 Abs. 2 Satz 1 BGB die­ser Fas­sung wol­le ver­hin­dern, dass die Ver­jäh­rung ent­ge­gen § 225 Satz 1 BGB die­ser Fas­sung aus­ge­schlos­sen oder erschwert wer­de, indem die Par­tei die durch die Kla­ge­er­he­bung ein­ge­tre­te­ne Ver­jäh­rungs­un­ter­bre­chung durch das Nicht­be­trei­ben des Pro­zes­ses fort­dau­ern las­se. § 211 Abs. 2 Satz 1 BGB in der bis zum 31.12.2001 gel­ten­den Fas­sung soll­te der Par­tei aller­dings nicht zum Nach­teil gerei­chen, wenn sie – nach außen erkenn­ba­re – trif­ti­ge Grün­de hat­te, das Ver­fah­ren einst­wei­len nicht wei­ter zu betrei­ben [22].

Seit der Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rung dür­fen sich die Par­tei­en nach § 202 Abs. 2 BGB dar­auf ver­stän­di­gen, die Ver­jäh­rung zu erschwe­ren. Der Schuld­ner kann nun schon vor Ein­tritt der Ver­jäh­rung dar­auf ver­zich­ten, die Ein­re­de zu erhe­ben [23]. Daher kön­nen § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB in der bis zum 31.10.2018 gel­ten­den Fas­sung und § 204 Abs. 2 Satz 3 BGB in der seit dem 1.11.2018 gel­ten­den Fas­sung nicht mehr das Ziel ver­fol­gen, Ver­ab­re­dun­gen zu ver­hin­dern, die den Ver­jäh­rungs­ein­tritt hin­aus­schie­ben.

Für das Ende der Hem­mung nach § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB in der bis zum 31.10.2018 gel­ten­den Fas­sung und § 204 Abs. 2 Satz 3 BGB in der seit dem 1.11.2018 gel­ten­den Fas­sung kann es jedoch nicht ent­schei­dend sein, ob die Par­tei­en eine – nun zuläs­si­ge – Ver­ein­ba­rung dar­über getrof­fen haben, die Ver­jäh­rung zu erschwe­ren, oder nicht. Schon die Anwen­dung des § 211 Abs. 2 Satz 1 BGB in der bis zum 31.12.2001 gel­ten­den Fas­sung hing nicht davon ab, ob die Par­tei­en die ver­jäh­rungs­recht­li­chen Rege­lun­gen umge­hen woll­ten [24]. Allein maß­geb­lich war, ob nach außen erkenn­ba­re trif­ti­ge Grün­de bestan­den, das Ver­fah­ren im Augen­blick nicht wei­ter zu betrei­ben. Auch die Anwen­dung von § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB in der bis zum 31.10.2018 gel­ten­den Fas­sung und § 204 Abs. 2 Satz 3 BGB in der seit dem 1.11.2018 gel­ten­den Fas­sung ist nicht sinn­voll, wenn sol­che Grün­de bestehen. Ob sich die Par­tei­en dar­auf ver­stän­digt haben, die Ver­jäh­rung zu erschwe­ren, ist uner­heb­lich.

Die Neu­struk­tu­rie­rung des Ver­jäh­rungs­rechts durch das Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz steht die­ser ein­schrän­ken­den Aus­le­gung von § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB in der bis zum 31.10.2018 gel­ten­den Fas­sung und § 204 Abs. 2 Satz 3 BGB in der seit dem 1.11.2018 gel­ten­den Fas­sung nicht ent­ge­gen.

Den ver­jäh­rungs­hem­men­den Tat­be­stän­den des § 204 BGB liegt der Rechts­ge­dan­ke zugrun­de, dass der Gläu­bi­ger durch akti­ves Betrei­ben sei­nes Anspruchs sei­nen Rechts­ver­fol­gungs­wil­len so deut­lich macht, dass der Schuld­ner gewarnt wird und sich dar­auf ein­stel­len muss, noch nach Ablauf der ursprüng­li­chen Ver­jäh­rungs­frist in Anspruch genom­men zu wer­den [25]. Mit der wort­glei­chen Auf­nah­me des § 211 Abs. 2 BGB in der bis zum 31.12.2001 gel­ten­den Fas­sung in § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB in der bis zum 31.10.2018 gel­ten­den Fas­sung und § 204 Abs. 2 Satz 3 BGB in der seit dem 1.11.2018 gel­ten­den Fas­sung, der Ver­kür­zung der regel­mä­ßi­gen Ver­jäh­rungs­frist und der Zurück­drän­gung von Unter­bre­chung und Neu­be­ginn zuguns­ten einer blo­ßen Hem­mung woll­te der Gesetz­ge­ber ersicht­lich ver­hin­dern, dass in die Aus­ein­an­der­set­zung der Par­tei­en „der Schlen­dri­an ein­kehrt“ [26].

Steht ein Pro­zess jedoch aus objek­tiv gerecht­fer­tig­ten und nach außen erkenn­ba­ren pro­zess­öko­no­mi­schen Erwä­gun­gen still, wird er nicht ver­schleppt. Wenn die zu tref­fen­de Ent­schei­dung – wie hier – vom Aus­gang eines den Schuld­ner betref­fen­den ein­schlä­gi­gen Straf­ver­fah­rens abhängt, ist die Fort­set­zung des Pro­zes­ses auch nach neu­em Recht pro­zess­wirt­schaft­lich unver­nünf­tig, selbst wenn das Straf­ver­fah­ren nicht vor­greif­lich ist [27].

Die Anwen­dung des § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB in der bis zum 31.10.2018 gel­ten­den Fas­sung und des § 204 Abs. 2 Satz 3 BGB in der seit dem 1.11.2018 gel­ten­den Fas­sung trotz „trif­tig“ begrün­de­ten Pro­zess­still­stands ist auch nicht des­halb gebo­ten, weil die Norm ent­ge­gen einer ent­spre­chen­den Anre­gung des Bun­des­rats nicht ein­ge­schränkt wur­de [28]. Der Vor­schlag des Bun­des­rats hat sich im Rechts­aus­schuss nicht durch­ge­setzt. Der Rechts­aus­schuss war der Auf­fas­sung, „die Auf­nah­me die­ses durch die Recht­spre­chung gepräg­ten, unbe­stimm­ten Rechts­be­griffs wür­de kei­ne Erleich­te­rung in der Rechts­an­wen­dung brin­gen“. Er hat aller­dings aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass damit „kei­ne sach­li­chen Ände­run­gen ver­bun­den“ sei­en [29].

Die Beklag­ten kön­nen nicht mit Erfolg ein­wen­den, sie hät­ten nur bis zum 31.12.2012 dar­auf ver­zich­tet, die Ver­jäh­rungs­ein­re­de zu erhe­ben.

Die­ser Ver­zicht hat­te man­gels ander­wei­ti­ger Anhalts­punk­te zur Fol­ge, dass die Beklag­ten den Bei­trags­an­sprü­chen bis zum Ablauf des 31.12.2012 nicht mit der Ein­re­de der Ver­jäh­rung begeg­nen konn­ten [30].

Der Klä­ger war gleich­wohl nicht gehal­ten, das Ver­fah­ren spä­tes­tens am 31.12.2012 wie­der zu betrei­ben. Der Pro­zess­still­stand war bis zum 28.11.2016 trif­tig begrün­det. Dar­auf konn­ten die Beklag­ten durch den befris­te­ten Ein­re­de­ver­zicht kei­nen Ein­fluss neh­men [31]. Für einen trif­ti­gen Grund kommt es im Inter­es­se der Rechts­si­cher­heit weder auf Moti­ve und Absich­ten der Par­tei­en noch dar­auf an, ob ihr Ver­hal­ten unter den gege­be­nen Umstän­den sinn­voll und pro­zess­wirt­schaft­lich ver­nünf­tig ist [22].

Durch die am 30.04.2015 im Ein­ver­neh­men mit den Par­tei­en beschlos­se­ne Aus­set­zung des Ver­fah­rens nach § 149 Abs. 1 ZPO bis zu der Erle­di­gung des Straf­ver­fah­rens waren die Ver­jäh­rungs­fris­ten wei­ter gehemmt (§ 249 Abs. 1 ZPO). Sie hat­ten noch nicht wie­der zu lau­fen begon­nen, als der Klä­ger inner­halb von sechs Mona­ten nach dem Weg­fall des Aus­set­zungs­grun­des mit Schrift­satz vom 10.02.2017 unter Hin­weis auf die end­gül­ti­ge Ein­stel­lung des Straf­ver­fah­rens dar­um bat, das Ver­fah­ren fort­zu­set­zen [32].

Soka­SiG

Gegen die gesetz­li­che Gel­tungs­er­stre­ckung der Ver­fah­rens­ta­rif­ver­trä­ge durch § 7 Abs. 9 und Abs. 10 iVm. den Anla­gen 34 und 35 Soka­SiG bestehen aus Sicht des Bun­des­ar­beits­ge­richts kei­ne durch­grei­fen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken [33].

§ 7 Soka­SiG ver­stößt nicht gegen Art. 9 Abs. 3 GG [34].

Die Tarif­ver­trags­par­tei­en hat­ten für alle von § 7 Soka­SiG in Bezug genom­me­nen Ver­fah­rens­ta­rif­ver­trä­ge einen Antrag auf All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung gestellt. Beim Erlass einer All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung unter­liegt der Norm­ge­ber der Grund­rechts­bin­dung [35].

Inhalt­li­che Ver­än­de­run­gen der Ver­fah­rens­ta­rif­ver­trä­ge sind mit dem Soka­SiG nicht ver­bun­den. Dem Gesetz­ge­ber steht die Wahl einer ande­ren Rechts­form als der in § 5 TVG gere­gel­ten All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung für die Erstre­ckung eines Tarif­ver­trags auf Außen­sei­ter frei. Die Rechts­form ändert auch nichts an Inhalt und Ergeb­nis der Erwä­gun­gen zu der All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung von Tarif­ver­trä­gen [36]. Die gericht­li­che Kon­trol­le von All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen fin­det nach wie vor statt [37].

§ 7 Soka­SiG ver­letzt nicht das durch Art. 2 Abs. 1 iVm. Art.20 Abs. 3 GG geschütz­te Ver­trau­en tarif­frei­er Arbeit­ge­ber, von rück­wir­ken­den Geset­zen nicht in unzu­läs­si­ger Wei­se belas­tet zu wer­den [38]. Es kommt allein dar­auf an, ob die betrof­fe­ne Per­so­nen­grup­pe bei objek­ti­ver Betrach­tung auf den Fort­be­stand der bis­he­ri­gen Rege­lung ver­trau­en konn­te [39]. Das ist nicht der Fall.

Mit Blick auf die von § 7 Abs. 10 Soka­SiG erfass­ten Zeit­räu­me konn­te sich bei den Beklag­ten kein hin­rei­chend gefes­tig­tes und damit schutz­wür­di­ges Ver­trau­en dar­auf bil­den, nicht zu Sozi­al­kas­sen­bei­trä­gen her­an­ge­zo­gen zu wer­den. Die Wirk­sam­keit der am 24.02.2006 ergan­ge­nen All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung des VTV 2005 ist rechts­kräf­tig fest­ge­stellt.

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat in Bezug auf die von § 7 Abs. 9 Soka­SiG erfass­ten Zeit­räu­me bereits ent­schie­den, dass alle Betrof­fe­nen mit der nach­träg­li­chen – gesetz­li­chen – Bestä­ti­gung der Bei­trags­pflicht auf­grund der Ver­fah­rens­ta­rif­ver­trä­ge rech­nen muss­ten [40].

Die Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 21.09.2016 [41] wird durch § 7 Abs. 9 Soka­SiG nicht unter Ver­stoß gegen Art.20 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 GG „auf­ge­ho­ben“. Das von den Revi­sio­nen der Sache nach rekla­mier­te Ver­trau­en dar­auf, der Gesetz­ge­ber wer­de eine gericht­li­che Ent­schei­dung nicht zum Anlass neh­men, die sich dar­aus erge­ben­den Fol­gen zu bewäl­ti­gen, ist nicht schutz­wür­dig [42]. Wenn die Beklag­ten dar­über hin­aus mei­nen, § 5 TVG sei „grund­sätz­lich nicht erwei­ter­bar“, über­se­hen sie, dass Art. 70 Abs. 2, Art. 72 Abs. 1, Art. 74 Abs. 1 Nr. 12 GG dem Bund eine umfas­sen­de Zustän­dig­keit für pri­vat­recht­li­che und auch öffent­lich-recht­li­che Bestim­mun­gen über die Rechts­be­zie­hun­gen im Arbeits­ver­hält­nis zuwei­sen. Sie erstreckt sich unter ande­rem auf das Tarif­ver­trags­recht, ohne dem Vor­be­halt der Erfor­der­lich­keit des Art. 72 Abs. 2 GG zu unter­lie­gen [43].

Bei dem Soka­SiG han­delt es sich nicht um ein nach Art.19 Abs. 1 Satz 1 GG unzu­läs­si­ges Ein­zel­fall­ge­setz. Die Bestim­mung greift nicht aus einer Viel­zahl gleich­ge­la­ger­ter Fäl­le einen ein­zel­nen Fall oder eine bestimm­te Grup­pe her­aus [44].

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 20. Mai 2020 – 10 AZR 576/​18

  1. LAG Ber­lin-Bran­den­burg 4.08.2015 – 7 BVL 5007/​14 ua.[]
  2. BAG 21.09.2016 – 10 ABR 33/​15, BAGE 156, 213; nach­ge­hend BVerfG 10.01.2020 – 1 BvR 4/​17[]
  3. ArbG Ber­lin 07.12.2017 – 62 Ca 80433/​17[]
  4. LAG Ber­lin-Bran­den­burg 28.09.2018 – 3 Sa 125/​18[]
  5. BAG 24.09.2019 – 10 AZR 531/​18, Rn. 10[]
  6. BAG 18.12.2019 – 10 AZR 424/​18, Rn. 10 mwN[]
  7. vgl. den Anla­ge­band zum BGBl. I Nr. 29 vom 24.05.2017 S. 366 bis 394[]
  8. BAG 30.10.2019 – 10 AZR 38/​18, Rn. 10; BGH 12.09.2019 – IX ZR 262/​18, Rn. 26[]
  9. BAG 21.05.2019 – 9 AZR 295/​18, Rn. 14; 21.11.2017 – 9 AZR 117/​17, Rn. 26[]
  10. zu den Vor­aus­set­zun­gen BAG 18.12.2019 – 10 AZR 424/​18, Rn. 14 f.[]
  11. BAG 22.01.2020 – 10 AZR 387/​18, Rn. 42 mwN[]
  12. BAG 18.03.2020 – 5 AZR 25/​19, Rn. 57; BGH 17.07.2019 – VIII ZR 224/​18, Rn. 16 mwN[]
  13. BAG 22.01.2020 – 10 AZR 387/​18, Rn. 43; BGH 21.06.2018 – IX ZR 129/​17, Rn. 6[]
  14. vgl. BGH 17.02.1971 – VIII ZR 4/​70, zu 1 der Grün­de, BGHZ 55, 340[]
  15. vgl. BAG 13.11.2018 – 3 AZR 103/​17, Rn.19 mwN; BGH 26.03.2015 – VII ZR 347/​12, Rn. 13[]
  16. BGH 12.10.1999 – VI ZR 19/​99, zu II 1 a der Grün­de[]
  17. BGH 26.03.2015 – VII ZR 347/​12 – aaO[]
  18. BAG 13.11.2018 – 3 AZR 103/​17 – aaO; BGH 26.03.2015 – VII ZR 347/​12 – aaO[]
  19. vgl. BGH 12.10.1999 – VI ZR 19/​99, zu II 1 a der Grün­de [Still­stand des Scha­dens­er­satz­pro­zes­ses bis zum Aus­gang eines ein­schlä­gi­gen Straf­ver­fah­rens gegen den Geschäfts­füh­rer der beklag­ten Par­tei]; 7.12.1978 – VII ZR 278/​77, zu I 2 b der Grün­de [Abwar­ten des Aus­gangs des Rechts­mit­tel­ver­fah­rens gegen ein Teil­ur­teil, obwohl die erwar­te­te Rechts­mit­tel­ent­schei­dung kei­ne Rechts­kraft­wir­kung hin­sicht­lich des noch nicht ent­schie­de­nen Ver­fah­rens­teils ent­fal­ten konn­te][]
  20. wie hier BGH 16.03.2009 – II ZR 32/​08, Rn. 27; NK-ArbR/­Bo­em­ke 1. Aufl. § 204 BGB Rn. 23; HK-BGB/H­ein­rich Dör­ner 10. Aufl. § 204 Rn. 10; Münch­Komm-BGB/­Gro­the 8. Aufl. § 204 Rn. 75; Staudinger/​Peters/​Jacoby [2019] § 204 Rn. 130; Jauernig/​Mansel BGB 17. Aufl. § 204 Rn. 17; Beck­OG­K/­Mel­ler-Han­nich Stand 1.03.2020 BGB § 204 Rn. 426; BeckOGK/​Walter Stand 1.09.2019 StVG § 14 Rn. 55.2; aA Erman/­Schmidt-Räntsch BGB 15. Aufl. § 204 Rn. 55a; zwei­felnd Zöller/​Greger ZPO 33. Aufl. § 251 Rn. 1a[]
  21. vgl. zB BGH 4.05.2012 – V ZR 175/​11, Rn. 14 ff.; 22.03.2006 – IV ZR 93/​05, Rn. 17; 11.03.2004 – I ZR 81/​01, zu II 3 der Grün­de; 28.09.1999 – VI ZR 195/​98, zu II 2 der Grün­de mwN[]
  22. BGH 27.01.1999 – XII ZR 113/​97, zu II 1 der Grün­de[][]
  23. BGH 16.03.2009 – II ZR 32/​08, Rn. 22; zu § 225 Satz 1 BGB in der bis zum 31.12.2001 gel­ten­den Fas­sung BAG 19.01.2010 – 3 AZR 191/​08, Rn. 33, BAGE 133, 90[]
  24. BGH 26.03.2015 – VII ZR 347/​12, Rn. 13 mwN[]
  25. BGH 3.05.2016 – II ZR 311/​14, Rn. 35[]
  26. Staudinger/​Peters/​Jacoby [2019] § 204 Rn. 122[]
  27. vgl. BGH 12.10.1999 – VI ZR 19/​99, zu II 1 a der Grün­de zu der frü­he­ren Rechts­la­ge des § 211 Abs. 2 BGB in der bis zum 31.12.2001 gel­ten­den Fas­sung[]
  28. BT-Drs. 14/​6857 S. 9[]
  29. BT-Drs. 14/​7052 S. 181[]
  30. vgl. BGH 17.12.2015 – IX ZR 61/​14, Rn. 43[]
  31. vgl. BGH 17.02.2004 – VI ZR 429/​02, zu II 1 der Grün­de mwN [Hem­mung der Ver­jäh­rung wegen schwe­ben­der Ver­hand­lun­gen][]
  32. zu § 211 Abs. 2 Satz 1 BGB in der bis zum 31.12.2001 gel­ten­den Fas­sung BGH 6.05.2004 – IX ZR 205/​00, zu II 1 der Grün­de; 24.01.1989 – XI ZR 75/​88, zu II 2 b der Grün­de, BGHZ 106, 295; eben­so zu § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB in der bis zum 31.10.2018 gel­ten­den Fas­sung und § 204 Abs. 2 Satz 3 BGB in der seit dem 1.11.2018 gel­ten­den Fas­sung Zöller/​Greger ZPO 33. Aufl. § 249 Rn. 2[]
  33. vgl. BAG 22.01.2020 – 10 AZR 387/​18, Rn. 45 ff.; 18.12.2019 – 10 AZR 141/​18, Rn. 46 ff.; 18.12.2019 – 10 AZR 322/​17, Rn. 32 ff.; 18.12.2019 – 10 AZR 325/​17, Rn. 17 ff.; 18.12.2019 – 10 AZR 424/​18, Rn. 71 ff.; 27.11.2019 – 10 AZR 399/​18, Rn. 28 ff.; 27.11.2019 – 10 AZR 400/​18, Rn. 28 ff.; 30.10.2019 – 10 AZR 38/​18, Rn. 15 ff.; 24.09.2019 – 10 AZR 562/​18, Rn.20 ff.; 28.08.2019 – 10 AZR 549/​18, Rn. 84 ff., BAGE 167, 361; 28.08.2019 – 10 AZR 550/​18, Rn. 23 ff.; 3.07.2019 – 10 AZR 498/​17, Rn. 39 ff.; 3.07.2019 – 10 AZR 499/​17, Rn. 81 ff., BAGE 167, 196; 8.05.2019 – 10 AZR 559/​17, Rn. 29 ff.; 27.03.2019 – 10 AZR 318/​17, Rn. 47 ff.; 27.03.2019 – 10 AZR 512/​17, Rn. 32 ff.; 20.11.2018 – 10 AZR 121/​18, Rn. 42 ff., BAGE 164, 201[]
  34. BAG 22.01.2020 – 10 AZR 387/​18, Rn. 46 ff.; 18.12.2019 – 10 AZR 141/​18, Rn. 47 ff.; 18.12.2019 – 10 AZR 322/​17, Rn. 33 ff.; 18.12.2019 – 10 AZR 424/​18, Rn. 75 ff.; 27.11.2019 – 10 AZR 399/​18, Rn. 34 ff.; 27.11.2019 – 10 AZR 400/​18, Rn. 34 ff.; 30.10.2019 – 10 AZR 38/​18, Rn. 21 ff.; 28.08.2019 – 10 AZR 549/​18, Rn. 85 ff., BAGE 167, 361; 3.07.2019 – 10 AZR 498/​17, Rn. 41; 8.05.2019 – 10 AZR 559/​17, Rn. 30 ff.; 20.11.2018 – 10 AZR 121/​18, Rn. 45 ff., BAGE 164, 201[]
  35. BAG 27.11.2019 – 10 AZR 399/​18, Rn. 36; 27.11.2019 – 10 AZR 400/​18, Rn. 36; 30.10.2019 – 10 AZR 38/​18, Rn. 23; zu der Grund­rechts­bin­dung aus­führ­lich BAG 28.08.2019 – 10 AZR 549/​18, Rn. 43 ff., BAGE 167, 361[]
  36. BAG 27.11.2019 – 10 AZR 476/​18, Rn. 70; 3.07.2019 – 10 AZR 499/​17, Rn. 94, BAGE 167, 196; 8.05.2019 – 10 AZR 559/​17, Rn. 50; 20.11.2018 – 10 AZR 121/​18, Rn. 51, BAGE 164, 201[]
  37. zB BAG 20.11.2018 – 10 ABR 12/​18, Rn. 14 ff.; 21.03.2018 – 10 ABR 62/​16, Rn. 21 ff., BAGE 162, 166[]
  38. BAG 18.12.2019 – 10 AZR 141/​18, Rn. 51 ff.; 18.12.2019 – 10 AZR 325/​17, Rn. 25 ff.; 27.11.2019 – 10 AZR 399/​18, Rn. 39 ff.; 27.11.2019 – 10 AZR 400/​18, Rn. 39 ff.; 30.10.2019 – 10 AZR 38/​18, Rn. 26 ff.; 24.09.2019 – 10 AZR 562/​18, Rn. 23 ff.; 28.08.2019 – 10 AZR 549/​18, Rn. 90 ff., BAGE 167, 361; 3.07.2019 – 10 AZR 499/​17, Rn. 90 ff.; 8.05.2019 – 10 AZR 559/​17, Rn. 46 ff.; 27.03.2019 – 10 AZR 318/​17, Rn. 58 ff.; 20.11.2018 – 10 AZR 121/​18, Rn. 68 ff., BAGE 164, 201[]
  39. BAG 27.11.2019 – 10 AZR 399/​18 – aaO; 27.11.2019 – 10 AZR 400/​18 – aaO; 30.10.2019 – 10 AZR 38/​18, Rn. 26; 28.08.2019 – 10 AZR 549/​18, Rn. 91, aaO; 8.05.2019 – 10 AZR 559/​17, Rn. 47 mwN[]
  40. BAG 8.05.2019 – 10 AZR 559/​17, Rn. 46 ff.[]
  41. 10 ABR 33/​15, BAGE 156, 213[]
  42. vgl. BAG 22.01.2020 – 10 AZR 387/​18, Rn. 52; 27.11.2019 – 10 AZR 476/​18, Rn. 71 mwN[]
  43. BVerfG 11.07.2017 – 1 BvR 1571/​15 ua., Rn. 126, BVerfGE 146, 71; BAG 27.11.2019 – 10 AZR 399/​18, Rn. 30; 27.11.2019 – 10 AZR 400/​18, Rn. 30; 20.11.2018 – 10 AZR 121/​18, Rn. 44 mwN, BAGE 164, 201[]
  44. BAG 18.12.2019 – 10 AZR 322/​17, Rn. 44; 27.11.2019 – 10 AZR 400/​18, Rn. 47; 30.10.2019 – 10 AZR 38/​18, Rn. 34; 27.03.2019 – 10 AZR 318/​17, Rn. 64; 20.11.2018 – 10 AZR 121/​18, Rn. 105 ff., BAGE 164, 201[]