Das unter­blie­be­ne Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­ren – der EuGH als gesetz­li­cher Rich­ter

Ein natio­na­les Gericht ist zwar unter den Vor­aus­set­zun­gen des Art. 267 Abs. 3 AEUV von Amts wegen gehal­ten, den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on anzu­ru­fen 1, andern­falls kann der Anspruch auf den gesetz­li­chen Rich­ter aus Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG ver­letzt sein.

Das unter­blie­be­ne Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­ren – der EuGH als gesetz­li­cher Rich­ter

Ein natio­na­les Gericht ist aber nur unter den Vor­aus­set­zun­gen des Art. 267 Abs. 3 AEUV von Amts wegen gehal­ten, den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on anzu­ru­fen 1.

Danach ist das Lan­des­ar­beits­ge­richt kein zur Vor­la­ge ver­pflich­te­tes letzt­in­stanz­li­ches Gericht im Sin­ne von Art. 267 Abs. 3 AEUV, denn sein Urteil hät­te mit dem Rechts­mit­tel der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ange­grif­fen wer­den kön­nen.

Der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on hat klar­ge­stellt, dass Ent­schei­dun­gen dann nicht von einem letzt­in­stanz­li­chen Gericht im Sin­ne von Art. 267 Abs. 3 AEUV stam­men, wenn sie bei einem obers­ten Gericht ange­foch­ten wer­den kön­nen, selbst wenn eine sol­che Anfech­tung der vor­he­ri­gen Zulas­sung durch das obers­te Gericht bedarf 2. Dies ist auch für die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de gegen Urtei­le des Lan­des­ar­beits­ge­richts aner­kannt 3.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Juni 2015 – 1 BvR 439/​14

  1. vgl. BVerfGE 135, 155, 230 f., Rn. 177[][]
  2. vgl. EuGH, Urteil vom 04.06.2002, Lyckes­kog, – C‑99/​00, Slg. 2002, I‑4839, Rn. 16[]
  3. vgl. BAG, Beschluss vom 08.12 2011 – 6 AZN 1371/​11, Rn. 14[]